Eine runde Sache

ArtworkIm italienischen Parma wurde die Band Caronte 2010 gegründet, um sich fortan dem Doom Metal zu widmen. Dabei entwickeln sie ihren Sound stets weiter und integrieren auch Elemente aus dem Psychedelic und Stoner Rock in ihre Musik. Um Dorian Bones, dem Mann am Mikrofon, gruppieren sich die beiden Gitarristen Tony Bones und Gianmarco Rossi, Bassist Henry Bones und Mike De Chirico an den Drums. Nach diversen Alben und EPs präsentiert ihre neue EP Circle über Ván Records vier Songs, die in enger Zusammenarbeit mit vier weiteren Bands bzw. Künstlern entstanden sind.

Zu Beginn von „Black flames of Maion“ feat. Our Survival Depends On Us wirkt der Gesang wie aus dem Off, weicht aber schließlich einem nachhallenden Mehrstimmengesang. Ausgesprochen doomig schleppt sich die Musik voran, ich kann aber auch einen Gothic-Einschlag ausmachen. In der zweiten Hälfte nimmt der Chorgesang einen beschwörenden Charakter an. In „Cauldron of ecstatic loneliness“ feat. Fides Inversa macht sich durch den Wechselgesang stimmlich ein kleiner Death-Metal-Einschlag breit, während die Drums prägnant den Song vorantreiben. Im weiteren Verlauf gewinnt die psychedelische Gitarrenarbeit stellenweise die Oberhand.
„Solar void of Yule“ feat. Schammasch beginnt mit sanften Gitarrenklängen, bevor der Gesamtsound düster wird. Der Gesang verfällt in ein leicht krächziges Wehklagen, das von einem epischen Soundgewand begleitet wird. Auch ein letzter Gefühlsausbruch vermag die Stimmung nicht wesentlich zu heben. Am ehesten fällt das Schlagzeug mit dem Marschrhythmus auf. Auch „Flowers of Lucifer“ feat. King Dude beinhaltet nicht viel Fröhlichkeit, doch die Blumen sind etwas flotter unterwegs, ohne natürlich ihr angestammtes Doom-Beet zu verlassen. Der Song hat etwas Rastloses und Treibendes. Zum Ende hin wird die Dramatik noch einmal deutlich gesteigert, was für einen schönen Abschluss sorgt.

Fazit: Caronte sind im Doombereich längst keine Unbekannten mehr, doch auf dem Bestehenden ausruhen kommt für die Band nicht in Frage, im Gegenteil. Auf Circle wagen sie die Herausforderung der Zusammenarbeit, und tatsächlich kann man in jedem Song den Einfluss der anderen Musiker ausmachen. Insgesamt eine runde Sache, jeder Song ist einzigartig, und dennoch geben Caronte ihre Identität dabei nicht auf. Es lohnt sich, in den Kreis zu treten und reinzuhören.

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Caronte: Circle
Ván Records, Vö. 10.05.2022
CD 12,00 €, LP 20,00 € erhätlich über Ván Records
Homepage: https://www.facebook.com/ferociailluminata
https://carontevanrecords.bandcamp.com/
https://van-records.com/

Tracklist:
01 Black flames of Maion (feat. Our Survival Depends On Us)
02 Cauldron of ecstatic loneliness (feat. Fides Inversa)
03 Solar void of Yule (feat. Schammasch)
04 Flowers of Lucia (feat. King Dude)

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