Unfreiwilliger Ruhm

© X-Verleih AG / Frederic Batier

Micha Hartung (Charly Hübner) hat in Berlin eine der letzten Videotheken. Das ist aber auch alles, er wohnt sogar darin. Jeden Tag kommen Rechnungen ins Haus, manche sehen wie vom Gerichtsvollzieher aus. Aber er hat sich sein Leben ganz gemütlich eingerichtet, er braucht nicht mehr als das, und ab und an Besuch von seiner Tochter und Enkelin. Doch da gibt es diesen Journalisten, der sich vor seinem Chef endlich profilieren will. Dieser verlangt Stoff für seine Zeitung, Thema ist das Jubiläum zur Wiedervereinigung.

Da gräbt der Journalist tief und findet was über Micha Hartung, der im Jahr 1984 am Bahnhof Friedrichstraße eine Weiche falsch gestellt hat und damit über 100 Menschen in der Bahn die Gelegenheit gab, die DDR zu verlassen. Gut, die meisten wollten sofort wieder zurück, doch der Zeitungsartikel, der nun erscheint, macht Micha zum vermeintlichen Organisator der größten Massenausreise aus der DDR. Dies macht ihn über Nacht zum „Helden“ der gesamtdeutschen Erinnerungskultur. Bald ist Micha verstrickt in ein Geflecht aus Halbwahrheiten, medialen Inszenierungen und wachsenden Lügen. Einerseits will er da ja mitmachen, denn die paar Tausend Euro für den Artikel tun ihm wirklich gut. Ein bisschen stolz ist er auch, als ihn seine eigene Tochter plötzlich als Helden sieht. Andererseits wird ihm das alles allmählich wirklich zu viel. Die ganze Geschichte stimmt ja so nicht! Als er dann auch noch Paula (Christiane Paul) kennenlernt, die ihn aus diversen Gründen schier anbetet, sieht das auf den ersten Blick recht vielversprechend aus. Doch kann das gut gehen?

Locker und flockig beginnt das Ganze. Dieser Teddybär von einem Videothekar stolpert dann in Situationen, die wirklich witzig sind. Hierbei sind Nebendarsteller wie Jürgen Vogel und Daniel Brühl maßgeblich beteiligt. Sogar die ostdeutsche Eisprinzessin Kati Witt macht mit! Doch er muss aus dieser Situation wieder herauskommen. Dies ist nicht ganz so witzig wie damals in Good Bye, Lenin!, macht aber durchaus großen Spaß.

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Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
Genre: (Tragik-)Komödie
Produktionsland: Deutschland
Kinostart: Dezember 2025, 113 Min.
Regie: Wolfgang Becker (Good Bye, Lenin!)
Darsteller: Charly Hübner, Christiane Paul, Thorsten Merten, Leonie Benesch, Daniel Brühl, Jürgen Vogel, Kati Witt u.v.a.

 

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