Film: Downsizing

Auf die Größe kommt es an!

downsizing

Paul und seine Frau Audrey aus Omaha sind zwei ganz normale Menschen mit ganz normalen Bedürfnissen. Man möchte gutes Essen, ein größeres Haus, ein bisschen mehr Luxus. Leider wird ihnen der Kredit verweigert und dieses Glück verwehrt. Da erfahren sie von der Methode des Downsizing. Norwegischen Wissenschaftlern (toll in der Rolle Rolf Lassgård, den meisten als „Kommissar Wallander“ oder „Ove“ bekannt) ist es gelungen, Menschen auf ein Minimum zu schrumpfen, auf eine Körpergröße von ungefähr zwölf Zentimetern. Sie können sogar persönlich mit jemandem sprechen, der das hat machen lassen und nun happy ist. Denn als Kleiner verbraucht man weniger Ressourcen, generiert man weniger Abfall, und das Geld ist unverhältnismäßig mehr wert in „Leisureland“, dieser Miniaturwelt. Nach gutem Überlegen entscheidet man sich zu diesem Schritt.

Das Paar fährt nach Leisureland und wird in einer Klinik kurzzeitig getrennt. Man sieht Paul bei den Vorbereitungen zum Downsizing. Künstliche Zähne werden entfernt und nach dem Prozedere wieder angepasst. Doch welch Schock nach dem Aufwachen aus der Narkose: Audrey hat sich umentschieden. Sie will ihre Welt, die Eltern und alten Freunde nicht aufgeben. Paul ist auf sich allein gestellt. Dieses versprochene luxuriöse Leben, diese tolle Freizeit, die der Name der neuen Welt verspricht, hält auch nicht das, wonach es klingt. Paul, der eigentlich dachte, gar nicht arbeiten zu müssen, geht einem langweiligen Job nach, er trifft sich dann und wann mit Frauen, aber sein ödes, einsames Leben nimmt erst eine Wendung, als er auf seine Nachbarn trifft. Dusan (Christoph Waltz) und Joris (Udo Kier) sind großkotzige aber auch großzügige Partylöwen, die Paul zeigen wollen, wie man Spaß hat. Sie haben Ngoc Lan aus Vietnam als Putzfrau engagiert. Diese fordert bald die ganze Aufmerksamkeit von Paul. Er interessiert sich für ihr Schicksal, für ein Gebrechen, unter dem sie leidet, und wohin sie all die geschenkten Lebensmittel und Schmerztabletten bringt. Und bald sieht er, dass es in diesem Leisureland nicht nur Wohlstand gibt, sondern auch große Armut und Kampf ums Überleben. Es ist, als habe er von Pleasantville in Mad Max reingeschnuppert, von cleaner Hochglanzwelt in eine schmutzige Dystopie. Nach und nach kommt heraus, dass das Verfahren, das die Menschheit und vor allem den Planeten retten sollte, durchaus auch missbraucht wird. Man kann zwangsverkleinert werden, lästige Gruppierungen werden geschrumpft oder Terroristen verkleinert, um unbesehen Grenzen überwinden zu können.

Interessant an dem Film ist, wie er spielerisch Genregrenzen überwindet. War es eben noch eine skurrile Komödie à la Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft (oder weniger albern The incredible shrinking man), so ist es plötzlich ein Zukunftsthriller – und auch ein romantischer Film.

Die Macher des Films konnten tolle, bekannte Schauspieler gewinnen, Matt Damon und Kristen Wiig in den Hauptrollen. Noch interessanter klingen fast die Namen der Nebenrollenbesetzungen wie Christoph Waltz, Udo Kier, Neil Patrick Harris und vor allem Rolf Lassgård. Sehenswert.

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Film: Downsizing
Genre: Drama, Komödie, Science Fiction
Drehbuch und Regie: Alexander Payne
Produktionsland: USA
Start in Deutschland: 18.01.2018, 135 Min.
Cast: Matt Damon, Kristen Wiig, Christoph Waltz, Hong Chau, Udo Kier, Rolf Lassgård, Neil Patrick Harris u.v.a.

 

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