Gedächtnisverschwund und große Leistungen

 

findet dorie

 

Seit Findet Nemo sind 13 Jahre vergangen. Findet Dorie knüpft nahtlos daran an, nur ein Jahr ist in der Unterwasserwelt vergangen. Seit Marlin seinen kleinen Nemo mit Hilfe der Paletten-Doktorfisch-Dame Dorie wiedergefunden hat, lebt diese mit ihnen an der Küste Kaliforniens. Jeder kennt und liebt sie, auch wenn es manchmal doch ein wenig nervig ist, dass sie alles immer gleich wieder vergisst. Wenn die Flunder sie beim Kinderfisch-Krippen-Ausflug als Begleitperson mitnimmt, ist sowieso allen klar, dass man im Prinzip auf Dorie mehr aufpassen muss als auf die Kleinen. Denn Dorie leidet nach eigenen Angaben unter „Gedächtnisverschwund“.

Dennoch lebt sie glücklich, geliebt und immer neugierig, bis irgendein Erinnerungsfetzen durch irgendetwas ausgelöst wird, und sie zu der Erkenntnis kommt, dass sie doch eigentlich auch Eltern gehabt haben muss. Die Erinnerungen kommen häufiger, und sie will unbedingt ihre Eltern finden. Mehr unfreiwillig machen sich Nemo und sein Vater auch mit auf die Suche, denn man kann sie einfach nicht allein lassen, das ist ihnen klar. Bei ihrem Unterfangen bekommen sie unter anderem tatkräftige Unterstützung von Hank, dem Oktopus mit nur sieben Armen – also laut Dorie eigentlich ein Septopus -, von einem schrägen Vogel, einem Belugawal, und Destiny, dem Walhai-Mädchen.
Die Story, Schauplätze und Charaktere sind so witzig und ausgetüftelt – zwei urige Seelöwen auf ihrem Felsen, die in breitem Bayrisch keinen Anderen neben sich lassen -, dass es keine Sekunde langweilig ist. Die Stimmen der Synchronsprecher passen so perfekt zu den Tieren, die Action und die Tricks sind so eingesetzt, dass sie an jeder Stelle zünden und nicht, wie in manchen animierten Filmen, zu aufgesetzt und unnatürlich wirken. Dorie, die man in Rückblenden als Baby mit ihren Eltern sieht, ist so ein süßes kleines Ding, dass man sie am liebsten in die Arme nehmen würde. Wie sie sich entwickelt hat, wie sie sich trotz ihrer Amnesie mit Ideenreichtum, Spontaneität und Wagemut durchs Leben schlägt, das muss ihr erst einmal jemand nachmachen.
So ist der Film nicht nur ein großartig gemachtes, kunterbuntes Abenteuer für Jung und Alt, er ist auch eine Parabel auf Liebe und Freundschaft, ein Hinweis darauf, dass man auch mit einem Handycap Großes leisten kann. Die kleine Doktorfisch-Dame mag vergesslich sein, aber sie ist unvergessen.

Der neu interpretierte Nat-King-Cole-Klassiker ‚Unforgettable‘ stimmt einen beim Rausgehen fröhlich und nachdenklich zugleich. Dieser Film wird ein Klassiker. Er ist witzig, packend, rührend: anschauen!

Es gibt übrigens einen kurzen, aber überaus putzigen Vorfilm (auch von Pixar) namens „Piper“. Auch ein kleines filmisches Juwel, man möchte mehr davon sehen:

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Findet Dorie
Genre: Animation von Pixar Studios, Verleih Disney
Regie: Andrew Stanton und Angus MacLane
Nationalität: USA
Start in Deutschland: 29.09.2016, 103 Min.
Synchronstimmen (deutsche Fassung): Anke Engelke, Christian Tramitz, Udo Wachtveitl
Synchronstimmen (Originalfassung): Ellen DeGeneres, Albert Brooks, Idris Elba, Kaitlin Olson, Ed O’Neill, Eugene Levy, Diane Keaton, Willem Dafoe

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