Film: Joy – Alles außer gewöhnlich

Phantasien beim Putzen

joy

Die kleine Joy hat in ihrer Kindheit gerne gebastelt und war sehr kreativ. Sie hatte eine große Zukunft vor sich als Jahrgangsbeste an der Schule und mit einem guten Studienplatz. Leider hat das Leben aber einen anderen Plan für sie vorgesehen. Sie bleibt nach der Scheidung ihrer Eltern zu Hause, kümmert sich um ihre Mutter und führt die Buchhaltung im Geschäft ihres Vater (Robert De Niro als schrulliger Vater, wie immer großartig). Einige Jahre später ist sie eine geschiedene Mutter mit zwei Kindern, die eigene Mutter sitzt in ihrem Zimmer auf dem Bett und schaut den ganzen Tag Fernsehserien, der geschiedene Mann ist im Keller untergebracht, der Vater wird von seiner Freundin verlassen und braucht auch noch einen Platz im Haus. Mit Arbeit und Geld sieht es nicht rosig aus, und überhaupt ist Joy, obwohl immer noch eine junge Frau, aufgearbeitet, gestresst, müde. Aber plötzlich kommt ihr da beim Putzen diese Idee:

Früher hatte sie doch auch gebastelt und Sachen erfunden! Sie zeichnet Entwurf für Entwurf, dann wird gebastelt und ein Prototyp entworfen: von dem ultimativen Wischmopp überhaut, dem Miracle Mop, der ein unglaubliches Saugvermögen hat, leicht in der Hand liegt, und den man nicht auswringen muss. Nur, keiner will ihn ausstellen, bewerben, kaufen. Die ganze Familie wird eingebunden in die Akquisition, in die Finanzierung (herrlich, Isabella Rossellini als neue, reiche Freundin des Vaters) und in die Produktion. Sie kommt sogar ins Fernsehen zu einem bekannten Shopping-Sender. Nach anfänglichem Scheitern hat Joy bald Erfolg mit ihrem Mopp. Aber Missmanagement, Lug und Betrug bringen sie an den Rand des finanziellen Ruins. Doch Joy wäre nicht Joy – und noch dazu mit diesem Namen – wenn ihr da nicht etwas einfallen würde.

Die wahre Geschichte der Unternehmerin Joy Mangano, die in bescheidenen Verhältnissen in den 70er Jahren in den USA aufgewachsen ist und in den 90ern mit ihrem Wischmopp den Grundstein für ihr Imperium legte, ist ein Feel-Good-Movie mit toller zeit-typischer Musik. Es ist ein großer Spaß, dem zuzusehen. Der Flair dieser Zeit ist gut eingefangen, die Schauspieler haben Freude am Spiel, und allen voran ist Jennifer Lawrence, immerhin erst 25 Jahre alt, wieder einmal herausragend. Sie verkörpert einfach immer eine Kämpferin, nicht nur in den Tribute von Panem Filmen. Zu Recht ist sie wieder einmal für den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle nominiert.
Oh Herr, lass sie ihn gewinnen! Es wäre sicher wieder ein Spaß auf dem Weg zum Siegertreppchen.

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Joy – Alles außer gewöhnlich
Produktionsland: USA
Start: 31. Dezember 2015, (2 St. 4 Min.)
Regie: David O. Russel
Cast: Jennifer Lawrence, Robert De Niro, Bradley Cooper, Isabella Rossellini

 

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