Film: Leberkäsjunkie

Die Work-Life-Balance vom Franz Eberhofer

leberkäsjunkieDiesmal lässt es der Eberhofer Franz arbeitstechnisch ganz schön langsam angehen. Abends möchte er am liebsten feiern und trinken, als gäb`s kein Morgen mehr, obwohl die anderen schon längst ans Heimgehen denken. Morgens kommt er schwer aus dem Bett. Und dann wird erst einmal bei der Oma gescheit gefrühstückt. Als ein Anruf dazwischenkommt, dass es in Niederkaltenkirchen brennt, lässt ihn das völlig kalt. Schließlich ist er bei der Polizei und nicht bei der Feuerwehr. Leider stellt sich heraus, dass es eine – verkohlte – Leiche gibt.

Also: doch ein Fall für den Eberhofer. So richtig reinhängen mag er sich aber eigentlich nicht, er hat auch wirklich viel auf dem Buckel momentan. Die Susi, die Mutter seines Buben Paul, bringt ihm den Kleinen für eine Woche, da muss er sich schließlich auch drum kümmern. Und so spannt er alle ein: Der junge Polizeikollege muss auf den Pauli aufpassen, und der Rudi Birkenberger, eigentlich ja nur ein Kaufhausdetektiv, arbeitet kräftig bei dem Fall mit. Der hat es nämlich in sich: Die tote junge Frau wirbelt den Ort und die Einwohner gehörig durcheinander. Die Vermieterin der Verstorbenen wird aufgrund des abgebrannten Hauses obdachlos und quartiert sich bei den Eberhofers ein, die Mutter der Toten weckt in Eberhofers Vater lang schon nicht mehr gehegte Gefühle, und die „Beziehung“ vom Franz und von der Susi ist zusätzlich manchmal ein bisschen anstrengend. Dann kommt auch noch dazu, dass der Eberhofer derzeit wirklich nicht gut in Form ist. Es kommt ihm nicht nur nicht zugute, dass er von allem zu viel isst, nein, er isst auch nicht das Richtige. Als er mittendrin einfach ohnmächtig wird, kümmert sich ein Arzt um ihn, und danach ist eigentlich nichts mehr wie zuvor: Eberhofer wird auf Diät gesetzt, das Cholesterin muss runter, Leberkäs und Bier müssen weg. Die Oma kocht so herrliche Gerichte wie Tofu an Spinat, was keiner mag, nicht mal der Hund, und der Vater kann es nur noch mit einem Joint ertragen. Eberhofer aber schafft es dennoch, dieser strengen Diät dann und wann zu entfliehen. So spielerisch, wie er seiner Krankheit habhaft wird, so spielerisch löst er auch wieder einmal den Fall. Es wird zwar gegen Ende arg knapp, grad weil er eben auch körperlich so unfit ist, aber es stellt sich heraus, er und der Birkenberger sind ganz einfach ein Ermittlungs-Dream-Team. Wenn nun auch er und die Susi zammkommen würden, nicht nur des Kindes wegen – sie bestätigen sich ja andauernd, dass sie nur die „Eltern vom Paul“ sind und sonst nichts miteinander langfristig am Laufen haben -, dann wären ich und die Oma glücklich.Dies ist nun schon der 6. Film der Krimi-Reihe um den Polizisten Eberhofer in Niederkaltenkirchen nach den Romanen von Rita Falk. Und noch immer ist die Luft nicht raus. Es macht Spaß, die Stammbesetzung in ihren gewohnten Rollen zu sehen, und sie sind wie immer großartig darin. Castro Dokyi Affum als Fußballer Buengo ist witzig und rührend, Eva Mattes ist mit dabei, die ja mit Sebastian Bezzel jahrelang im „Bodensee-Tatort“ spielte, und sogar für kleinste Rollen sind tolle Charaktere und große Namen gefunden worden: Christian Steiffen als Therapeut, Harry G. als durchgeknallter Patient, Klaus „Auge“ Augenthaler als Fußballtrainer, was sonst. Der perfekte Soundtrack von Martin Probst macht gute Laune. Ein perfekter Kinoabend!

Film: Leberkäsjunkie
Genre: Komödie
Regie: Ed Herzog
Produktionsland: Deutschland
Kinostart: 1.8.2019, 97 Min.

Cast: Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Sigi Zimmerschied, Stephan Zinner, Gerhard Wittmann, Eva Mattes, Robert Stadlober, Manuel Rubey, Anica Dobra u.v.m.

 

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