Film: Sing

Wenn nichts mehr geht, sing!

Sing

Buster Moon ist pleite. Er leitet ein Theater, das sein verehrter Vater aufgebaut hat, aber nun schreibt es nur noch rote Zahlen, die Bank ist hinter ihm her. Aber der findige Koala hat eine Idee: Er ruft zu einer Castingshow auf. Unterstützt wird er dabei von seiner langjährigen Assistentin Miss Crawly, der über zweihundert Jahre alten Echse. Leider hat diese beim Layout der Flyer ein Problem mit ihrem Glasauge, was dazu führt, dass das Preisgeld für den Sieger nicht auf 1.000 sondern auf 100.000 Dollar dotiert wird, was wiederum zur Folge hat, dass enorm viele junge Einwohner der Stadt bei dem Casting mitmachen wollen. Ein riesiges Rudel Tiere steht vor dem Theater, und Buster lässt vorsingen. In die engere Wahl kommen der Gorilla-Junge Johnny, das Schwein Rosita, die Maus Mike, das Elefantenmädchen Meena und das punkige Stachelschweinchen Ash. Jeder der Aspiranten hat dabei auch noch ein persönliches Schicksal zu bewältigen: Johnny soll sich endlich in der Gangster-Gang seines Vaters beweisen, Schweinchen Rosita muss Außergewöhnliches leisten, um an dem Wettbewerb teilnehmen zu können, immerhin hat sie 25 Ferkelchen und einen Mann zu Hause zu versorgen, Maus Mike ist ein Großmaul mit Tendenz zu Betrügereien und daraus folgenden Problemen, Meena, die tapsige Elefantin, hat eine göttliche Stimme aber noch größeres Lampenfieber, und Ash erfährt, dass ihr Freund gar nicht begeistert davon ist, dass er nicht mehr die Sologeige spielt. Als sie beim Casting genommen wird, hat er schnell eine Neue, was das trotzige Punk-Mädchen seelisch etwas aus der Bahn wirft.

Buster jedoch schafft es jeden aufzumuntern und von sich zu überzeugen. Wenn er doch nur die reiche alte Dame, die Großmutter seines Freundes Eddie, dem Schaf, auch von sich überzeugen könnte. Sie war vor vielen Jahren ein Star am Theater seines Vaters und ist reich! Man muss sie mit einer grandiosen Vorab-Show bezaubern und für ein Sponsoring für das Theater und die Castingshow gewinnen.

Was hierbei an Katastrophen passiert, wie die Charaktere damit umgehen, wie es dazu kommt, dass das ungelenke Schweinchen tanzt, bis die Schwarte kracht und der schüchterne Elefant zur Rampensau wird – das ist noch eine lange Geschichte. Sie berührt einen so, dass man Tränen lacht und gleichzeitig weinen möchte. Man vergisst völlig, dass es sich bei allen Bewohnern dieser Stadt um Tiere handelt, obwohl es ausgesprochen skurril aussieht, wenn breitschultrige Gorillas, langhalsige Giraffen, kleine Mäuschen und noch kleinere Schnecken nebeneinander her leben. Aber es scheint zu funktionieren. Besser als in unserer Menschenwelt.

Natürlich muss man auch den Soundtrack erwähnen, es handelt sich ja um einen Musik-Film. Wenn die 25fache Schweinemama zu „Venus“ ansetzt, das schüchterne Elefantenmädchen sich unbeobachtet fühlend Leonard Cohens „Hallelujah“ schmettert, die völlig von sich überzeugte Maus Mike großkotzig „My Way“ zum Besten gibt … das ist ein Augen- und ein Ohrenschmaus. Es ist wundervoll und lustig und sehenswert. Ein Feel-good-Musical.

Meine Empfehlung: ansehen!

Sing (Im Original: The Show must go on)
Genre: Drama, Musical, Animation
Original: USA
Start in Deutschland: 8. Dezember 2016, 1 Std. 50 Min.
Regie: Garth Jennings
Musik: Joby Talbot
Sprecher:
Koala Buster Moon (Stimme im Original: Matthew McConaughey/dt. Stimme: Daniel Hartwich) Miss Crawly (Garth Jennings/Katharina Thalbach), Gorilla Johnny (Taron Egerton/Patrick Baehr), Schwein Rosita (Reese Witherspoon/Alexandra Maria Lara), Maus Mike (Seth MacFarlane/Klaas Heufer-Umlauf), Elefanten-Teenagerin Meena (Tori Kelly/Maximiliane Häcke), Stachelschwein-Weibchen Ash (Scarlett Johansson/Stefanie Kloß), Schaf Eddie (John C. Reilly/Olli Schulz), Nana Noodleman (Jennifer Saunders/Iris Berben)

 

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