Film: Willkommen bei den Hartmanns

willkommen bei den hartmannsRefugees welcome!

Angelika Hartmann (Senta Berger) ist im Ruhestand, ihr Arzt-Gatte Richard (HeinerLauterbach) noch nicht. Er operiert noch zu gerne und fühlt sich wichtig, weswegen Angelika sich eine andere Aufgabe sucht. Sie ist ein guter Mensch und fühlt im Flüchtlingslager vor. Letztendlich führt das dazu, dass die Familie den Nigerianer Diallo für einige Zeit, bis sein Asylverfahren durch ist, bei sich aufnimmt. Er wohnt im Keller und macht sich tagsüber nützlich. Ganz schnell ist er die Hauptperson im ganzen Umkreis. Für Angelika, die leicht unausgelastet ist und tagsüber schon gerne das eine oder andere Gläschen Wein trinkt, ist er ein wichtiger Gesprächspartner, wie auch für Tochter Sophie, die ewige Studentin, und erst recht für Angelikas Enkel, der recht alleingelassen wird von seinem Vater Philip, weil dieser ein Workaholic ist. Doch was hier noch vernünftig, ruhig und übersichtlich klingt ist in Wirklichkeit ein Tohuwabohu von Missverständnissen, nicht erfüllten Ansprüchen, Irrungen und Wirrungen.

Angelika ist unzufrieden mit ihrem Mann, ihr Mann ist unzufrieden mit seinem Alter, Sophie mit ihrem Studium, Philipp mit seinem Sohn, und dieser ist unzufrieden mit der Gesamtsituation. Seltsamerweise ist niemand unzufrieden mit Diallo. Im Gegenteil: Er rettet manche Situation. Kann die Familie Hartmann auch Diallo retten?

Diese kritische Komödie von Simon Verhoeven (Senta Bergers Sohn) hat eine erstklassige, launige Schauspielerriege versammelt. Senta Berger ist und bleibt einfach Deutschlands „Grande Dame“, Lauterbach und Ochsenknecht nehmen sich herrlich selbst auf die Schippe, die zweite Generation bestehend aus Fitz, M’Barek und Rojinski spielt bezaubernd wie eh und je, Eisi Gulp anzusehen ist immer wieder ein Vergnügen, und die Kriener genoss es sichtlich, auch einmal komisch zu sein. Von Eric Kabongo (übrigens Belgier) möchte ich gerne mehr sehen.

So verpackt nimmt man sich an einem Sonntagnachmittag gerne sozialkritischer Themen wie Flüchtlingsproblematik, Angst vor Islamisierung und auch das Zerbrechen von Familien wegen Karriere- und Jugendwahn an. Sehr gerne sogar.

Willkommen bei den Hartmanns
Regie: Simon Verhoeven
Nationalität: Deutsch
Filmstart: 3. November 2016, 113 Min.
Cast: Senta Berger, Heiner Lauterbach, Elyas M’Barek, Florian David Fitz, Palina Rojinski, Ulrike Kriener, Uwe Ochsenknecht, Eric Kabongo, Eisi Gulp, Marinus Hohmann

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