Halloween-Special: Crimson Peak

Fast ein Edgar Allan Poesches Geisterhaus

crimson_peak_1sht_ukDie kleine Edith kann schon mit zehn Jahren Geister sehen, nämlich den ihrer Mutter, in der Nacht nach ihrem Tod. Das ist ziemlich gruselig für sie, wenngleich es die Geister-Mutter wohl gut mit ihr meint: Sie soll bloß nie nach Crimson Peak gehen, so lautet die Botschaft.
Etliche Jahre später, Edith ist Anfang 20 und dabei, einen Roman zu schreiben, der von Geistern handelt, lernt sie über ihren Vater den charismatischen, hübschen, aber verarmten Baronet Sir Thomas Sharpe kennen. Dieser ist auf Tour mit einer Erfindung, er sucht zusammen mit seiner Schwester Lucille nach Investoren. Edith verliebt sich, ohne es eigentlich zu wollen. Dem Vater kommt der Hype um den Bettel-Baronet und seine Schwester seltsam vor, und er beauftragt jemanden damit, Nachforschungen über das Geschwisterpaar anzustellen.

Ihm wird dann schnell klar, dass man es mit seiner Tochter nicht so gut meint, wie es erscheint. Er kommt aber ganz plötzlich zu Tode, und Edith hat nur noch Thomas, dessen Liebe und seine Schwester. Sie gibt ihr vorheriges Leben völlig auf und zieht nach Allerdale Hall, einem düsteren Anwesen, wo aus dem Wasserhahn Wasser kommt, das rot ist wie Blut, und der Boden ziegelrot gefärbt ist. Das kommt von der Ziegelei, die die Sharpes aufrechterhalten wollen, in Wirklichkeit lässt es einen aber unwillkürlich an Gemetzel mit blutigem Ausgang erinnern. Haus und Hof sind morbide und skurril. Es schneit in die Eingangshalle, manche Stockwerke sind gänzlich unbewohnbar, im Keller gibt es riesige mit Initialen gekennzeichnete Gefäße, und es kommt kaum zu privaten Zärtlichkeiten, weil immerzu die Schwester des Gemahls mit dabei ist, mitsamt ihrem scheußlich schmeckenden Geheimtee. Doch Edith würde sich sogar arrangieren mit dem garstigen Anwesen, weil sie ihren Mann trotz alledem liebt, bis sich herausstellt, dass dieses von der Bevölkerung Crimson Peak genannt wird. Ist sie ohne es zu ahnen in ihr Verderben gerannt?

Crimson Peak ist ein Schauermärchen, ein Geisterfilm, ein Gruselfilm der gepflegten Art und Weise. Ausstattung und Szenerie sind fantastisch gewählt, die Atmosphäre ist absolut stimmig. Guillermo del Toro (Pans Labyrinth oder auch die Serie The Strain, die derzeit im Fernsehen bei uns läuft) ist mit diesem Film eine moderne Fortsetzung von ganz alten Streifen wie Gas Light, Das Haus der Lady Alquist oder Poes Geschichte vom Untergang des Hauses Usher gelungen.
Und mit seinen Darstellern hat er in die Wundertüte gegriffen: Ich meine, wer – und vor allem, welche Frau – kennt nicht Tom Hiddleston, bekannt aus Thor oder dem Vampirfilm Only Lovers left alive, schön und melancholisch wie immer, oder Mia Wasikowska, die wieder sehr an ihre Rolle in Alice im Wunderland von Tim Burton erinnert, zart, blondlockig , wunderschön, und doch eine Heldin.

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Crimson Peak
ET: 16.10.2015
Produktionsland: USA
Genre: Horror, Liebes-Drama
Regisseur: Guillermo del Toro
Cast: Tom Hiddleston, Jessica Chastain, Mia Wasikowska, Charlie Hunnam, Jim Beaver
1 Std., 59 Min., ab 16 Jahren

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