Hungrig: Bayerischer Zwetschgendatschi

Zu preußisch „Pflaumenkuchen“…

(Anmerkung der Redaktion: Wir dürfen unseren Lesern heute unsere neue Bloggerin vorstellen, Calacirya!
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Endlich ist wieder Zwetschgenzeit! Und was gibt’s besseres, als zum Nachmittagskaffeetscherl a guads Stückerl Datschi? Naja, vielleicht zwei Stückerl Datschi …

Als Bayer ist einem der Ausdruck „Zwetschgendatschi“ natürlich geläufig. Wer hierzulande einen „Pflaumenkuchen“ bestellt, outet sich stante pede als von jenseits des Weißwurst-Äquators stammend. Aber woher kommt er denn eigentlich, der Datschi? Der Begriff wird auf das bayerische „detschen“ oder „datschen“ zurückgeführt, was so viel bedeutet wie „hineindrücken“. In den Teig gedrückte Zwetschgen, für den Bayern also ganz klar ein Zwetschgendatschi! Die Augsburger beanspruchen das Urrezept des Datschis für sich, fertigen den schmackhaften Kuchen allerdings mit einem Mürbteig an. Weiter verbreitet ist der Hefeteig als Untergrund für die saftigen Früchtchen. Der Mürbteig kommt allenfalls als Streusel noch obendrauf! Und wie ein saftiger Hefeteig gelingt, erfahrt ihr hier!

 

Zwetschgendatschi

 

Für ein Blech Zwetschgendatschi wird benötigt:

350 g Mehl
½ Würfel Frischhefe
125 ml lauwarme Milch
50 g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
50 g weiche Butter
ca. 1,5 kg Zwetschgen
Zimtzucker zum Bestreuen

Und so wird´s gemacht:

Mehl in eine große Schüssel geben und eine Mulde hineindrücken. Hefe hineinbröckeln, mit 1 El Zucker bedecken und mit einem Teil der lauwarmen Milch übergießen. Den Vorteig gehen lassen, bis die Hefe Blasen wirft und sich auflöst. Hier nicht an Zeit sparen, dieser Schritt ist essentiell für das Gelingen eines Hefeteigs! Anschließend Butter, Eier, die restliche Milch, Salz und den restlichen Zucker zugeben und alles mit dem Knethaken gut verrühren bis eine geschmeidige Masse entsteht. Mit den Händen geht´s natürlich auch, gibt kräftige Oberarme. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen; bei Bedarf noch Milch oder Mehl zugeben. Anschließend den Teig zugedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen, bis er etwa die doppelte Größe erreicht hat.

In der Zwischenzeit die gewaschenen und geputzten Zwetschgen entsteinen. Ofen auf 160 bis 170°C Umluft oder 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Den aufgegangenen Hefeteig nochmals kurz durchkneten – das geht am besten mit eingefetteten Händen! Anschließend auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech ausrollen und in die Ecken ziehen. Die entsteinten Zwetschgen auseinanderklappen, und dicht an dicht (wie Dachziegel) mit dem Fruchtfleisch nach oben auf dem Teig verteilen. Dünn mit Zimtzucker bestreuen und anschließend ca. 35 Minuten im Rohr backen. Übrig gebliebene Zwetschgen aufessen, um die Wartezeit zu verkürzen! Wenn gewünscht, den fertigen Datschi nochmals mit Zimtzucker bestreuen und servieren. Schmeckt warm und kalt, mit Schlagsahne oder auch Vanilleeis.

Guten Hunger!

Und hier noch ein musikalischer Anspieltipp, um die nötige, bayerische Gmiatlichkeit zu erlangen:

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