Hungrig: Omas Zitrus-Kürbis-Marmelade

Die etwas andere Marmelade

Wer einen Garten hat und Kürbisse anpflanzt, kennt das Problem vielleicht: Innerhalb weniger Wochen hat man zentnerweise Kürbisse, die alle reif sind und geerntet werden wollen. Im Keller kann man die orangenen Riesen zwar gut lagern, aber trotzdem: was tun mit so viel Kürbis? Wem Suppen, Gemüse und Röstis auf Dauer zu langweilig werden, und wer auch nicht davor zurückschreckt, mal was Neues zu probieren, dem kann ich Kürbismarmelade sehr empfehlen. Ingwer und Zitrusfrüchte verleihen der Marmelade einen leicht englischen Touch, und der Kürbis sorgt für die nötige Grundmasse und gibt einen angenehmen, nussigen Beigeschmack.

Zutaten:
1 kg Kürbisfleisch
2 Orangen (unbehandelt)
2 Zitronen (unbehandelt)
90 g Ingwerwurzel (frisch)
1 Zimtstange
1 Muskatnuss
10 Gewürznelken
1 l Cider (trocken)
Gelierzucker 3:1 (entsprechend der Gesamt Menge)
100 ml Rum oder Weinbrand

Das Kürbisfleisch schneidet man in handliche Stücke und gibt es in einen ausreichend großen Topf. Dazu kommen die in Scheiben geschnittenen Zitronen und Orangen. Da sie mitsamt der Schale verarbeitet werden, ist es unbedingt nötig, unbehandelte Früchte zu kaufen, denn wer will schon Insektenvernichter in der Marmelade haben? Der fein gehackte Ingwer und die anderen Gewürze kommen ebenfalls mit in den Topf, bevor man alles mit dem Cider (natürlich geht auch der französische Cidre) aufgießt und schließlich mit Deckel etwa eine Stunde kochen lässt.

Während dieser Stunde sollte man sich schon mal ausreichend leere Marmeladengläser besorgen und sie in heißem Wasser ordentlich ausspülen. Für diese Menge sollten etwa acht bis zehn Gläser ausreichen. Die Deckel werden zuerst in heißes Wasser gelegt. Die Gläser daraufhin ordentlich aufstellen, denn wenn die Marmelade erst fertig ist, muss es schnell gehen und alles sollte gut vorbereitet sein.
Jetzt kommt der Fitness-Teil. Wer keine tollen Küchengeräte wie eine „Flotte Lotte“ (Wikipedia:http://de.wikipedia.org/wiki/Flotte_Lotte) besitzt, muss jetzt mit einem großen Sieb ran und die Pampe ordentlich durchquetschen. Die Gewürze sollten natürlich nicht mit durchgerührt werden. Man erhält nun etwa 2,2 – 2,4 Liter flüssige, grell-orange Kürbismasse, die genau abgemessen werden muss, bevor sie in einen großen Topf kommt.

Pro Tipp 1: Der Topf kann im Grunde gar nicht zu groß sein. Da zur Gesamtmenge nämlich noch reichlich Zucker kommt, läuft einem sonst beim Aufkochen gern mal der Topf über. Am besten ist er mit der Kürbis-Rohmasse erst halb voll.

Zur Fitness jetzt auch noch Gehirn-Jogging: Mit Hilfe des guten alten Dreisatzes muss nun die richtige Menge Gelierzucker ermittelt werden.

Pro Tipp 2: Am gängigsten ist 2:1 Gelierzucker, das heißt auf zwei Liter Rohmasse kommt ein Kilo Gelierzucker. Weniger süß und etwas kalorienärmer wird es allerdings, wenn man stattdessen 3:1 Gelierzucker besorgt, der funktioniert genauso gut, aber man kann sich einbilden, dass die Marmelade gesünder wird.
Für den 3:1 Zucker benötigt man dann:
Gelierzuckermenge in kg = Menge Rohmasse in Liter / 3
Auf z.B. 2,4 l Marmelade kommen dann also nochmal 800 g Gelierzucker. Hier zahlt es sich aus, wenn man vorher genau die Menge abgemessen hat: Zuviel Zucker, und die Marmelade wird zu dick; zu wenig, und sie fließt euch vom Brot.

Den Zucker gibt man mit in den Topf, rührt kräftig um, damit er sich auflöst, und lässt das Ganze 4 Minuten sprudelnd aufkochen. Abschließend wird noch flott der Rum/Weinbrand dazugegeben, und dann muss es schnell gehen: Die vorbereiteten Gläser mit der heißen Marmelade befüllen, dann sofort alle Deckel drauf, kräftig (und zwar wirklich kräftig) zuschrauben und gleich zum Abkühlen auf den Kopf stellen. Nach einer Weile werden die typischen leisen Knack-Geräusche zu hören sein, die man auch vom Marmeladenglas-Aufmachen kennt. Das ist ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass sich beim Abkühlen im Glas ein Unterdruck bildet, der das Glas 100 % luftdicht verschließt. So ist die Marmelade im Keller jahrelang haltbar.

Dazu? Am besten kräftiges, dunkles Brot, aber auch Weißbrot schmeckt gut. Die ganz Harten können die Marmelade natürlich auch direkt aus dem Glas löffeln.
Getränk? Cider oder eine schöne Tasse Earl Grey
Musik? The Smashing Pumpkins – 1979

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