Ich war eine Granatapfel-Jungfrau

Schon oft bin ich um diese schöne Frucht herumgeschlichen, sieht sie doch einfach toll aus, bloß, was damit und daraus machen?
Nachdem ich vor kurzem bei einer Freundin eine tolle Vorspeise mit Granatapfelkernen gegessen hatte, wollte ich das für Freunde nachkochen. Meine Freundin hatte mich gewarnt: „Entkern im Waschbecken, es wird eine Sauerei!“ Okay, das ist doch mal ein Hinweis. Meist steht in den Rezepten nur „Granatapfel aufschneiden und dann die Kerne rausklopfen.“ Was für eine bekloppte Anweisung.

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Man schneidet den Apfel in Viertel – „blutige“ Angelegenheit – und sieht dann, dass das Innere der Frucht von weißen, schwammigen Wänden in einzelne Fächer unterteilt ist, in deren Kammern die essbaren Granatapfelkerne liegen. Diese muss man dann herauspulen. Nach einer halben Stunde hat man immerhin so viele Granatapfelkerne geerntet!

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Dann werden Feldsalat geputzt und zurechtgezupft, ein paar Tomaten geschnitten, mit dem Sparschäler von einem Stück Parmesan ein paar Streifen heruntergehobelt und Pinienkerne im Topf bereitgestellt – es muss kein Öl rein, sie werden einfach nur ganz leicht braun geröstet.

Während sich die Gäste vom ersten Gang erholen, röste ich die Pinienkerne an, bereite auf den einzelnen Tellern aus dem Feldsalat, den Tomatenstückchen und den Parmesanstreifen ein schön anzusehendes Potpourri zu, das ich salze und pfeffere, mit Himbeervinaigrette beträufle und mit den warmen Pinienkernen bestreue. Und jetzt kommt der Auftritt der Granatapfelkerne. Ich streue sie einfach flockig über den Salat und sehe dabei: Das vermeintlich kleine Schälchen reicht leicht für fünf Portionen – toll!

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Sieht doch lecker aus, oder?

Getränk: ein Schlückchen Weißwein mit Pfirsichlikör
Musik: Es ist zwar schon Samstag, aber „The Cure: Friday I’m in Love“

Zutatenliste für 5 Portionen:
1 Granatapfel
1 Stück Parmesan
3 Handvoll Feldsalat
Ein paar rote und gelbe Cherry-Tomaten (wegen der Farbvielfalt)
50 g Pinienkerne
Salz, Pfeffer, Himbeervinaigrette

 

Nachtrag zum Rezept:
Könnt ihr euch vorstellen, dass ich einen Tag NACH meiner ersten unheimlichen Begegnung der dritten Art mit einem Granatapfel wertvolle Tipps bekam, wie man ihm sehr viel leichter Herr wird?

Hier:

Viel Spaß beim Nachmachen!

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