Interview mit Vadot

Düsterer Synth- und Electropop erklingt, wenn man die Musik von „Vadot“ hört. Das Berliner Trio hat vor zwei Jahren die Neun-Track-EP „In Gottes Namen“ veröffentlicht und damit auf sich aufmerksam gemacht und arbeiten fleißig am nächsten Album. Sie haben sich die Zeit genommen, ein paar Fragen zu beantworten, um sich vorzustellen.


Vadot – Gegen inhaltliche Verflachung von Songtexten
Quelle: Vadot

Kyra Cade: Wer steckt hinter Vadot?
Vadot: Beate von Shuffle – am Schlagzeug; Skeet – an den Maschinen; Vadot – zuständig für Gitarre und Gesang besetzen die Band.

K. C.: Welchem Genre kann man euch zuordnen?
Vadot: Electro, Rock, Alternativ, um es in eine Schublade zu packen. Wir haben uns jedoch nie Gedanken um ein bestimmtes Genre gemacht. Wir sind alle große 80´s Fans. In den 90ern haben wir die „Pumpkins“, „Metallica“ und „Fünf Sterne Deluxe“ durch unsere Boxen gejagt. „Vadot“ liegt mit all den Einflüssen irgendwo dazwischen.

K. C.: Seit wann macht ihr Musik?
Vadot: Wir haben uns als Band Ende 2008 gefunden. 2009 spielten wir die ersten Konzerte zusammen. Aber natürlich gab es für uns alle einen großen Amöbensumpf an musikalischem Schaffen vor „Vadot“.

K. C.: Welche musikalischen Vorbilder waren prägend?
Vadot: DAF, Depeche Mode, The Cure, Smashing Pumpkins.

K. C.: Was macht „Vadot“ aus?
Vadot: Wir gehen alle sehr respektvoll miteinander um. Die Meinung des Anderen ist uns allen sehr wichtig. Die Band ist in gewisser Form für uns alle Zuflucht und Ruhepol. Das ist etwas sehr Kostbares.

Inspirieren kann alles

K. C.: Auf eurer CD „In Gottes Namen“ (2010) schlagt ihr ernste und auch sehr kritische Töne an. Habt ihr eine Message?
Vadot: Es gab in vielen Zeiten oft nur die Kunst oder die Musik als Zuflucht für eine freie, eigene Meinung. Ich vermisse diese Stimmen heute manchmal. Es gibt doch in unserer Welt mehr zu kritisieren denn je. Natürlich brauchen wir alle mal eine Auszeit. Feiern ist wichtig. Die zunehmende inhaltliche Verflachung jedoch nervt. Ich finde, das eine muss das andere nicht ausschließen. „Guten Tag, ich will mein Leben zurück“ von „Wir sind Helden“ ist für mich das beste Beispiel gegen den Stumpfsinn. Tanzbare Kritik üben, mit positivem Statement zum Leben.

K. C.: Gibt es Themen, über die ihr nie singen würdet?
Vadot: Das kann ich so nicht sagen. Man sollte niemals „nie“ sagen. Wer weiß, was das Leben noch für uns bereithält. Falls mich morgen ein Hamster inspiriert, bekommt er vielleicht auch eine Textzeile geschenkt.

K. C.: Wer oder was inspiriert euch?
Vadot: Hamster, Primeln und Elefanten ;) .

K. C.: In „Scheit Für Scheit“ zitiert ihr aus dem Märchen „Der junge König“ von Oscar Wilde. Warum hat euch gerade der dort beschriebene Traum von Tod und Habgier angesprochen?
Vadot: Ich fand die Geschichte einfach sehr passend zum Songthema. „Du wirst verglühen in den Flammen Deiner selbst“.

K. C.: Ihr bringt demnächst ein neues Album raus. Was erwartet uns?
Vadot: Es ist so ziemlich das Aufwendigste, was wir bisher produziert haben. Im Vorfeld gab es an die 30 Songs. Unzählige Textideen. Ganz zu schweigen von den nicht enden wollenden Versionen der einzelnen Lieder. Das Album wird wärmer und facettenreicher als sein programmatischer Vorgänger. Wir haben Stück für Stück zusammen erarbeitet und unseren gesamten Schweiß dort hineingegossen. Ich freue mich riesig auf die Veröffentlichung.

K. C.: Gibt es Autoren oder literarische Werke, die euch besonders am Herzen liegen?
Vadot: Hermann Hesse, Herta Müller, Sven Regner.

K. C.: Welche Musik hört ihr gerne?
Vadot: Krawall und Remmidemmi.

„Enthusiasmus auch noch in zehn Jahren“

K. C.: Mit wem würdet ihr gerne mal zusammenarbeiten – und warum?
Vadot: Uns würden sicher drei Seiten mit Namen einfallen. Keine Frage. Mit wem ist aber eigentlich gar nicht so spannend. Es gibt viel mehr Ideen für Songs und Platten, als sich momentan aus Zeitgründen umsetzen lassen. Sollten wir auch nur ein Drittel unserer Ideen verwirklicht haben, können wir ja mal über eine Kooperation mit „The Cure“ nachdenken.

K. C.: Wo würdet ihr gerne mal auftreten?
Vadot: Im Bällchenparadies von IKEA… Nein, im Ernst! Wir sind da leidenschaftslos und hart im Nehmen. (lacht)

K. C.: Welche Wünsche habt ihr für die Zukunft?
Vadot: Wir möchten das Ganze in zehn Jahren noch mit dem selben Enthusiasmus machen wie heute. Das würde uns wirklich sehr glücklich machen.

K. C.: Ein paar Worte zum Abschluss?
Vadot: Vielen Dank für das nette Interview. Es ist toll, dass es immer wieder engagierte Leute wie Euch gibt. Ihr macht die eigentliche Basisarbeit. Die Profis bedienen sich nur mittels „Copy & Paste“ .
Vielleicht noch etwas in eigener Sache…
Wir gehen für zwei großartige Festivals in diesem Monat mittels Online-Wahl ins Rennen. Wenn Ihr uns unterstützen möchtet, dann stimmt auf „Rock im Stadtpark“ für „Vadot“ mit „Gefällt mir“ + VADOT in „Berlin umsonst und draußen?“. Wir brauchen auch hier Eure Unterstützung per Mausklick. Hier geht es zu der Abstimmung:
03.08.2012 – ROCKIMSTADTPARK / Magdeburg
29.06.2012 – ROCKIMGRÜNEN / Berlin – Umsonst und Draußen

K. C.: Vielen Dank für das Interview!


Vadot – Noch viele Ideen in petto
Quelle: Vadot

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