(Kneipen)-Kultur: Riffraff in Obergiesing

Einmal eine Rampensau sein

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Es gibt ja so viele tolle, coole Bars und Lokale in München, dass es einem manchmal schon reicht, diese virtuell besucht zu haben. Man geht dann doch wieder zum Italiener um die Ecke oder auf einen Wein im eigenen Viertel – weil’s so praktisch ist. Aber endlich habe ich es ins Riffraff geschafft! Rein in den Bus, ein paar Minuten später aussteigen in der Tegernseer Landstraße und hinein ins Riffraff, in eine Kneipe und Bar, die es in der Form seit Dezember 2016 gibt. Hier wird nicht nur sinniert und getrunken, es gibt auch coole Veranstaltungen wie die „Riffraff Rampensau – die Mixed Show in Giesing“. Einmal im Monat laden das Riffraff (Betreiber: Florian Falterer) und Bewie Bauer  Talente aus dem Kleinkunst-Comedy-Bereich ein. Dieses Mal sind Bastian Mahler, Die Puderdose, Claudia Pichler  und Phil Höcketstaller aka Hundling mit von der Partie.

Bevor die loslegen konnte man sich erst einmal mit Getränken versorgen, und der Wirt verteilte köstliches, kostenloses Popcorn. Gegen 20 Uhr geht’s los: Bastian Mahler, der Lehrer, der Handys super findet (weil die Schüler da beschäftigt und ruhig sind), legt los mit seinen Schwabenwitzen und ist richtig unterhaltsam.

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Claudia Pichler

Danach kommt Claudia Pichler auf die Bühne. Auf sie wurde ich in den Medien aufmerksam, weil sie über Gerhard Polt promovierte. Wenn dann noch eine mit einem Programm namens „Ned blöd … für a Frau“ auftritt: Das interessiert mich – ich wurde nicht enttäuscht. Schrebergartler, Veganer, Griller, Rasenroboterbesitzer: Alle nimmt sie witzig aufs Korn. Am Schluss kommt noch ein Lied über die Sehnsucht, Zeit zu haben und reich zu sein – damit man sich im Alter München auch noch leisten kann.

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Die Puderdose

Die Puderdose(n), zwei Ladies in red, waschechte Giesingerinnen, bringen „Kabarett mit Bums“ und sind vielleicht ein wenig sehr frivol – wobei, den Leuten gefällt‘s. Sie singen uns noch ein schlüpfriges Gute-Nacht-Lied, dann kommt schon der letzte Interpret: Hundling. „Wia schaut’s aus? Ois Chicago?“, wird man begrüßt. Ein Vollblutmusiker, der einem musikalisch auch ernste Themen schmackhaft macht. Der letzte Song macht richtig Laune, diese Hymne à la „Hey Jude“ – nur ohne Hey Jude.

 

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Hundling

Über zwei Stunden straffes, witziges Programm, kann man sich das vorstellen? Ohne Eintritt? Natürlich wird am Schluss ein leerer Sektkübel herumgereicht, mit der Bitte um Befüllung („Ihr wisst’s scho, dass Kleingeld scheppert und peinlich ist?“), und das gut unterhaltene Publikum gibt auch gern, was ich so gesehen habe. Ein schöner Abend!

Ach, und dass ich ins Riffraff eigentlich ursprünglich wegen der Graffitis gehen wollte, hätte ich fast vergessen. Es hat nämlich schwarze Wände, die genauer zu betrachten sich lohnen. Streetart-Künstler haben diese in Weiß und Hellgrau verziert. Der Giesinger WON hat beispielsweise Schmetterlinge an die Wand gesprüht, und irgendwo meine ich KÜRLS Signatur gesehen zu haben. Draußen, an einer Wand um die Ecke vom Biergarten, lohnt es sich auch nochmal die Augen aufzumachen:

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Die Location hat Probleme mit den Anwohnern, wegen der Lautstärke. Ich hoffe, diese brechen dem Wirt nicht das Genick. Es wäre jammerschade. Jeder liebt diese coolen Ecken – sie sollen nur nicht genau vor der eigenen Tür sein.

Die „Riffraff Rampensau – Mixed Show“ gibt es jeden Monat, das nächste Mal am 11. Juni.

https://www.facebook.com/events/2219767705020197/

Bar Riffraff
Tegernseer Landstraße 96
81539 München

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