Konzert: 24.10.14 – Stoneman & Megaherz, München (Backstage)

„Wir wollen alles oder nichts“

 

stoneman-10München, Backstage (Werk), 20.15 Uhr. Nach einer unendlichen musikalischen Einleitung erklingen Hörner, der Boden bebt, das wäre der Anfang des Stoneman-Konzerts gewesen, wenn denn die Technik funktioniert hätte. Aber das Publikum ist geduldig, und nach dem zweiten Anlauf stehen die vier Schweizer auf der Bühne. Allerdings ist die Bühne spärlich beleuchtet, was für die im Graben versammelten Fotografen sicherlich kein optimales Auftreten ist. Der Sänger Mikki Chixx ist an einem lila leuchtenden Mal an der Stirn zu erkennen, die Gitarristen Jadro und Dee sowie der Schlagzeuger Rico H sind in schwaches, weißes Licht getaucht. Ihr 45-minütiger Auftritt ist ein sich immer wiederholendes Abspulen von gleichen Rhythmen und Gesangsstücken. Das Motto der Dark Rocker scheint zu lauten: „Wir sind böse!“ Und genau das spiegelt sich auch in der tiefen, rauen Stimme des Sängers wieder. Für mich ist es schwer, die Songtitel zu erkennen, dafür jubeln die Fans ihrer Band immer wieder zu. Die Jungs nicken vor sich hin, einige wenige Mädels tanzen. Der Auftritt war okay, aber nicht herausragend.

 

megaherz-03In der darauf folgenden Pause laufen Soundcheck und Umbauarbeiten für Megaherz auf Hochtouren. Vor einer zuerst weißen, roten und schwarzen Videoinstallation erscheint als erstes der Schlagzeuger Jürgen „Bam Bam“ Wiehler und gibt durch ein Solo den Startschuss. Danach kommen die drei Saitenexperten auch klanglich dazu: Christian „X-ti“ Bystron, Christoph „Chris“ Klinke und Bassist Werner „Wenz“ Weninger. Der große Auftritt von Sänger Alexander „Lex“ Wohnhaas lässt nicht lange auf sich warten. Von Anfang an ist dieser in Bewegung, läuft von einer Bühnenseite zur anderen und motiviert das Publikum zum Mitsingen und Mitklatschen. Als Einstieg hat sich die Band den Song „Zombieland“ aus der heute erschienenen gleichnamigen CD ausgesucht. Das Werk ist nach Stoneman vor allem im tiefer gelegten Tanzbereich näher zusammengerückt, ist aber trotzdem nicht überfüllt. Als nächstes folgt der Song „Fanatisch“. Im Hintergrund kann man dank der textlichen Einspielungen mitsingen, die Zuhörerschaft interagiert mit Lex. Nachdem der Frontmann das Publikum begrüßt hat gibt es Musik aus der Vergangenheit der Band, u.a. „Dein Herz schlägt“ und „Blender“. Die Menge wogt, springt und lässt sich mitreißen, egal ob Jung oder Alt. Aus dem letzten Album Götterdämmerung wird der „Mann im Mond“ besungen, das Publikum feiert, die Band genießt den Auftritt und motiviert sich gegenseitig. Zumeist spielen die zwei Gitarristen links und rechts von Lex auf niedrigen Podesten und wechseln sich bei der Bewegung im vorderen Bereich der Bühne mit Lex ab. Bei „Lieblingsfeind“ und „Hurra wir leben noch“ (beide aus der neuen CD) und „5. März“ hält mich auch nichts mehr, jetzt wird getanzt und mitgesungen! Rockiger geht es bei „Unter Strom“ zu, Lex ist immer noch in Bewegung, er fegt mit seinem blutigen Baseball-Mikro über die Bühne. Der „Schwarze Engel“ und „Augenblick“ bringt ein Stocken in die Bewegung und Begeisterung der Zuhörerschaft. Die zwei, drei kuschelnden Pärchen können sich daran erfreuen, vereinzelt sieht man erhobene Hände, die sich im Takt bewegen. Der Applaus ist bei beiden Stücken zurückhaltender. „Gegen den Wind“, „Heuchler“, „Jordan“ und „Es ist nicht leicht ein Gott zu sein“ lassen wieder den Boden unter den Füßen erbeben, die Begeisterung des Publikums ist zurück. Damit ist Teil 1 des megaherzlichen Abends erfüllt. Die Zugabe-Rufe und das Klatschen bringen die Band wieder zurück auf die Bühne. Beim Song „Jagdzeit“ pogt der hintere Teil der Tanzfläche, die Headbanger in den ersten Reihen sind in ihrem Element. Die folgenden „Himmelsstürmer“ und das in meinen Augen unsägliche „Für immer“ lassen nur einen verhaltenen Applaus erklingen. Dafür reißt das „Miststück“ wieder das Ruder herum, und die vergangenen eineinhalb Stunden klingen positiv aus.

megaherz-20Fazit: Die vier ach so harten Jungs von Stoneman waren ein Zeitvertreib, die musikalische Einförmigkeit wenig überzeugend. Megaherz waren das Warten wert. Die Show und die Darbietung haben überzeugt. Es scheint, dass sie mit ihrer Neuausrichtung, hier beziehe ich mich auf „Für immer“ und „Himmelsstürmer“, wie in „Unter Strom“ besungen, alles oder nichts wollen. Es bleibt abzuwarten, wie das ausgeht.

 

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Vielen Dank an Tommyknocker für die Bilder!

 

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