Konzert: 27.03.2014 Combichrist – Rabia Sorda – Miss Construction, Kantine Augsburg

Qualmende Zombieköpfe in Augsburg

Wohin an einem Donnerstagabend, wenn man Lust hat zu tanzen und sich richtig gute Musik anhören möchte? Am 27.03.2014 führten mich diese Bedürfnisse in die Kantine nach Augsburg. Die Bands Miss Construction, Rabia Sorda und Combichrist sollten meinen Abend lebendiger machen. Anscheinend nicht nur meinen, denn vor den Türen des Clubs hatten sich ca. 200-300 Leute versammelt.

Vor der Bühne wurde es recht schnell kuschelig, alle starrten gebannt und fasziniert auf das Bühnenbild der Berliner Band Miss Construction. Es qualmte aus Zombieköpfen, die an verschiedenen Stellen positioniert waren und ziemlich gruslig ins Publikum glotzten. Recht schaurig war auch das Auftreten der Bandmitglieder. Wie Zombies geschminkt, mit blutigen, löchrigen Gesichtern standen sie auf der Bühne. Das düstere, unheimliche Licht gab noch den zusätzlichen Kick. Für Outfits und Show gab es von mir schon mal Höchstpunktzahl.
Musikalisch konnten sie die Anwesenden mit knalligen, flotten und harten Elektroklängen mitreißen. Stillhalten konnte man auf keinen Fall, und zu „Kunstprodukt“ herrschte eine ausgelassene Stimmung.

Rabia Sorda brachten Licht, noch mehr Hitze und noch mehr Stimmung in die ersten Reihe vor der Bühne. Die Mexikaner hatten es nicht schwer, mit ihren vor allem neuen Titeln die Fans und Zuschauer zu begeistern. Gleich bei dem zweiten Song „Deaf“ kochte die Menge und feierte ausgelassen. In kleineren Hallen ist die Stimmung einfach ansteckend, auch wenn die hinteren Reihen vor der Bar eher still genießend dem ganzen Treiben zusahen. Rabia Sorda waren gewohnt stark und wussten zu gefallen.

Seit dem 21.03.2014 ist das neue Album We Love You von Combichrist auf dem Markt. Lange hatten die Fans auf neue Stücke warten müssen. Umso mehr waren alle gespannt und standen unter Strom, als das Intro ertönte. Dieses schien nicht enden zu wollen, und ungeduldig wippte man von einem Bein aufs andere. Die Band betrat selbstsicher die Bühne. Sänger Andy versteckte sich zunächst unter einer rot-beleuchteten Skimaske, die leider die Stimme ebenfalls verbarg, doch die Technik hatte das schnell im Griff, und den Fans wurden die aggressiven Texte gnadenlos um die Ohren gehauen. Die neuen Songs wie „We were made to love you“ sind wesentlich härter und metallischer als die alten Stücke, mit nur geringem Electro-Anteil. Die Fans störte das nicht. Sie tanzten, jubelten und feierten, waren absolut ausgelassen. Die neue Seite der Band ist für mich allerdings noch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die Härte muss man erst einmal aufnehmen und verarbeiten. Auf der Bühne gab die Band alles. Schlagzeuger Joe überzeugte mit seinen Kunststücken an den Drums, Gitarrist Abbey Nex bearbeitete sein Instrument gekonnt und gelassen, demolierte jedoch halb das Equipment. Ein Mikrofonständer fiel ins Publikum, und um die herunterhängenden Boxen musste man ebenfalls Angst haben, dass sie durch das Gerüttel zu Boden fallen könnten. Sänger Andy tobte sich auf der verbleibenden Bühnenfläche aus. Mit seiner kraftvollen, aggressiven Stimme gab er den Songs das, was sie brauchten. Sympathisch und locker stand er seinen Fans gegenüber.

Fazit: Der Besuch hatte sich wirklich gelohnt. Die drei Bands gaben alles, jede auf ihre Art und Weise. Es hat absolut Spaß gemacht, auch wenn die neuen Stücke von Combichrist mich noch überzeugen müssen.

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