Konzert: 29.09.2016 Gutter Demons, Sunny Red (Feierwerk), München

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Psycho Lemmy

IMG_1988_SWDie Gutter Demons sind ein klassisches Dreiergespann aus Montreal, Kanada, mit TöxiK (Gesang und Gitarre), Gutter Flipper (Bass) und R-1 (Schlagzeug). Sie haben sich 2001 gegründet und bislang vier Alben veröffentlicht. Im Rahmen einer Europatour besuchen sie auch die bayerische Landeshauptstadt.
Es ist heute die zweite Veranstaltung von Psychobavaria, und als ich um 20:30 Uhr eintreffe, ist schon ordentlich was los. Das freut mich sehr, und vielleicht hat ja mein Konzertbericht der ersten Veranstaltung mit den slowenischen Clockwork Psycho (Link) auch dazu beigetragen, den Bekanntheitsgrad der Party zu steigern. Drinnen im Club ist die Band noch dabei, den Merchandise-Stand aufzubauen, und als gegen 21:00 Uhr das Konzert beginnt, haben sich ca. 60 Psychobilly Fans eingefunden. Einige sind sogar extra aus Österreich angereist. Damit ist das kleine Sunny Red zwar nicht ausverkauft, fühlt sich aber gemütlich gefüllt an. Dennoch vermisse ich wieder einige bekannte Gesichter, es ist also noch Luft nach oben.

Die Gutter Demons rocken direkt mächtig los und geben Vollgas, was einen direkt in den Bann zieht. Laut eigener Aussage ist es das erste Konzert für sie in München. Die drei sind bestens aufeinander eingestellt und verstehen sich quasi blind. Playlist? Das ist was für Anfänger! Es gibt kaum Pausen zwischen den Songs, und sie kommen mächtig ins Schwitzen. Dann aber greifen sie simultan zum Handtuch, und weiter geht die Sause. Mit Ansagen halten sie sich sehr zurück, lieber lassen sie ihre Musik für sich sprechen. Und die hat es wirklich in sich, denn die ruhigeren Momente kann ich wahrscheinlich an einer Hand abzählen. Etwa zur Hälfte des Konzerts versuchen zwei Psychos eine Wreckingeinlage, aber bei dem hohen Tempo geht ihnen schnell die Puste aus. Dennoch steht im Publikum niemand still.
IMG_1976_SWGitarrist und Sänger TöxiK überrascht mich gleich zweimal. Zum einen mit einer typischen Trashmetal-Gitarre, die man so beim Psychobilly eben nicht unbedingt erwarten würde. Zum anderen mit dem Gesang, denn bei manchen Songs ist seine Stimme clean, aber bei anderen ist sie tief und rauh, und sie klingt dann wie der legendäre Lemmy Kilmister von Motörhead. Man könnte fast meinen, ein Rinnstein Dämon sei tatsächlich in ihn gefahren. Nach ungefähr einer Stunde Spielzeit verabschiedet sich die Band, was natürlich sofort mit „We want more“-Rufen quittiert wird. Die Gutter Demons lassen sich nicht lange bitten und spielen noch vier Zugaben. Beim letzten Song bricht dann doch noch einmal die angestaute Energie aus einigen Anwesenden hervor, und es kommt zu einem heftigen Wreckingpit mit zehn Teilnehmern, sogar ein Mädel teilt ordentlich aus. Na bitte, ein gelungener Abschluss zu einem tollen Konzert.

Fazit: Wieder einmal eine gelungene Veranstaltung und eine tolle Show. Ich hoffe, Psychobavaria lassen sich von den Startschwierigkeiten nicht entmutigen und buchen auch weiterhin so gute Bands. Der heutige Abend hat gezeigt, dass Psychobilly in München nicht tot ist, und wir von Schwarzes Bayern werden auch nächstes Mal wieder gerne berichten.

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