Aller guten Dinge sind vier

dmf2015_programmflyerZum vierten Mal findet dieses Jahr das Dark Munich Festival – kurz DMF – statt, an vier Tagen. Damit hat sich das Festival von den Jahren 2012 und 2013, in denen es jeweils eintägig war, und 2014, wo wir schon drei Tage am Stück feiern konnten, noch einmal ausgedehnt.
Nach den zwischenzeitlichen Turbulenzen im letzten Jahr und den Gerüchten, das DMF würde gar nicht mehr stattfinden, machten sich viele Sorgen, vier Tage könnten etwas zu viel des Guten sein. Vier Tage für eine Stadt, die alles andere als das Zentrum der schwarzen Szene in Deutschland ist, für ein Festival, das zwar in den letzten Jahren riesigen Spaß gemacht hat, aber insgesamt natürlich noch längst nicht so etabliert ist wie das Amphi oder das M’era Luna. Bald schon überwiegt dann allerdings doch die Vorfreude.


Die Bandauswahl ist auf jeden Fall schon mal vielversprechend, wenn auch für viele etwas elektrolastig. Zögern lässt allerdings viele der Ticketpreis von guten 100 Euro für vier Tage, bei denen im Vergleich zum WGT – selbe Länge, selber Preis – doch sehr viel weniger geboten wird. Auch herrscht zuerst Verwirrung, ob es denn Tages- oder Kombitickets geben wird. Letztendlich gibt es dann sowohl als auch, allerdings auch nicht ganz billig. Auf die einzelnen namhaften Bands heruntergebrochen, sind 60 Euro für ein Tagesticket oder die erwähnten 100 für vier Tage natürlich nicht mehr teuer, doch für manche ist das trotzdem viel Geld.
Bis zum ersten Tag stellt sich außerdem die Frage, in welchen Locations das Festival überhaupt stattfinden wird, da auf der Running Order nur „Stage 1“ und „Stage 2“ vermerkt sind. Wird es die Außenbühne vom letzten Jahr wieder geben, ebenso wie die kleine Händler- und Futterbudenmeile auf dem Optimolgelände, die dem DMF doch erhebliches Festivalfeeling verpasst hat? Wird man dieses Jahr auf die zwar gemütliche, aber eigentlich immer zu kleine Garage als Bühne verzichten? Wird es ausreichend Sitzplätze geben, vielleicht sogar eine Running Order auf Papier? Wie viele Besucher werden kommen?
Dass alles weitestgehend reibungslos ablaufen wird, ist eigentlich nach den Erfahrungen der letzten Jahre zu erwarten, da gab es wirklich nichts zu beanstanden. Was die letzten DMFs auch immer ausgezeichnet hat, waren das überaus nette und unkomplizierte Team aus Security und Helfern und die generell sehr entspannte und familiäre Atmosphäre auf dem ganzen Gelände.

Doch genug von den letzten Jahren, es geht ja schließlich um das DMF 2015, das bei aller Vorfreude leider mit einigen Enttäuschungen beginnt. Die Wettervorhersage ist für das Wochenende alles andere als gut, der Donnerstag ist zwar noch trocken, doch am Freitag regnet es in Strömen, dass man wirklich kaum aus dem Haus mag. Samstag und Sonntag ist es etwas trockener, aber auch nicht viel freundlicher, was natürlich auch die Styling-Lust des Publikums etwas dämpft. Insgesamt machen aber alle das Beste daraus und lassen sich die Laune nicht verderben.
Die zweite Enttäuschung ist die nicht vorhandene Außenbühne, auch sind weit und breit keine Stände zu sehen – die Freifläche vor der Theaterfabrik und der Garage wird als Parkplatz genutzt (was vielen Besuchern allerdings auch recht ist). Dieses Jahr gab es keine Genehmigung mehr für Freiluftaktivitäten, weshalb sich das DMF auf die Theaterfabrik und – ja, leider – die Garage beschränken muss. Hinter der Theaterfabrik sind unter einer Überdachung noch Tische und Stühle aufgestellt, die auch dankbar angenommen werden, auch wenn man hier wirklich komplett vom Festival abgeschnitten und äußerst ungemütlich sitzt. Aber besser als nichts, zumal eine der hinteren Treppen in der Theaterfabrik, auf denen man sich sonst auch noch niederlassen kann, diesmal komplett vom festivaleigenen Merch-Stand in Beschlag genommen wird, an manchen Tagen auch die zweite Treppe von einem anderen Stand.
Verpflegen muss sich das Publikum selbst, was aber dank eines guten Asia-Imbisses, einer Dönerbude und einem Pizzaladen in direkter Nachbarschaft ganz gut gelingt, zumal man sich so auch eigenes Essen mitbringen kann.
Etwas verwirrend ist zuerst die Einlassregelung, da bis zum Abend durch den vorderen Eingang der Theaterfabrik nur die Presseleute eingelassen werden, alle anderen werden durch den hinteren Eingang geschleust. Dabei findet man aber tatsächlich noch einige Stände (CDs und T-Shirts) im kleinen Anbau zur Theaterfabrik, die man ansonsten wohl nicht gefunden hätte, da sie nicht beworben oder ausgeschildert wurden. Sehr schade für die Standbetreiber!

Ja, ein bisschen mit gemischten Gefühlen beginnt das DMF schon, doch das Wichtigste fehlt ja noch: die Musik und das Publikum. Und da gibt es nun wirklich überhaupt nichts zu meckern. Jede Band liefert eine engagierte und sehr gute Performance ab, ob sie jetzt den eigenen Geschmack vollständig trifft oder nicht. Das Publikum ist immer mindestens wohlwollend, in den vorderen Reihen wird regelmäßig ausgerastet, in den hinteren raumgreifend getanzt, und nicht wenige Bands sagen nach ihrem Auftritt, dass das ein großartiges Erlebnis für sie war. Und darum geht es ja schließlich – gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten Lieblingsbands und Neuentdeckungen zuzujubeln. Also, packen wir’s an!rummelsnuff-packen-wir-es-an

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