Nach mehr als drei Jahren beehren Haggard endlich einmal wieder München mit einem Konzert, diesmal als Auftakt zu ihrer Symphonic Autumn Blast Tour mit Support von Sound Storm!

Haggard

Zu Beginn waren wir gleich mal etwas verwirrt. Irgendwie hatte keiner eine Ankündigung für eine dritte Band gesehen, und so fragten wir uns am Anfang, seit wann Sound Storm Violinen und ein Chello auf der Bühne haben. Kurz darauf stellen sich Remember Twilight vor, eine Band aus dem fernen Stuttgart die das erste Mal schon 2005 hier im Backstage mit Haggard auf Tour waren. Die doch schon gut gefüllte Werk-Halle im Backstage lässt sich auch sehr bereitwillig vom Sänger motivieren, und bald fliegen die ersten Haare.
Einige Überraschungen hat die Band noch zu bieten, vor allem ein Lied mit dem Text „[…]Ich habe den Mann mit dem Koks bestellt[…]“ hat für etwas Verwunderung und Belustigung gesorgt.

Eine sehr unerwartete und für mich erstmal etwas gewöhnungsbedürftige Band, deren Instrumentalpassagen aber doch sehr gut als Einstimmung für Haggard gepasst haben. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich auf ihrer Homepage selbst einen Eindruck verschaffen..

Remeber Twilight

Nach einer erstaunlich kurzen Umbaupause von nicht einmal 15 Minuten entern dann die Italiener von Sound Storm
voller Elan die Bühne. Auch diese Band kann schon auf einige Konzerte mit Haggard zurückblicken. Hier bekommt das Publikum zwar keine Violinen geboten, dafür aber sehr feinen Power Metal, der an Rhapsody of Fire erinnert (was vielleicht auch etwas daran liegt, dass beide Bands in Italien beheimatet sind). Sänger Valerio Sbriglione bringt die Energie der Band wunderbar rüber und wird auch vom Publikum dafür belohnt.

Gegen Ende meldet sich der Gitarrist auch noch einmal zu Wort: nach dem letzten Sängerwechsel war dies der erste Auftrifft mit der neuen Besetzung. Der neue Sänger hat schon länger Erfahrung mit Bands wie Aeternal Seprium und Bejelit. Allerdings hat man dem Auftritt nichts davon gemerkt, alles läuft perfekt und vor allem: sie haben Spaß. Und das kommt auch beim Publikum sehr gut an.

Sound Storm

Nach drei Jahren mal wieder eine Haggard-Show in München. Und gleich zu Beginn zeigt sich das Besondere der Band: hier kommt nichts vom Band. Weder die wirklich beeindruckenden Gesangseinlagen, noch die ganzen Instrumente wie Violinen, Oboe und Querflöte. Was aber auch dazu führt, dass die jetzt wirklich nicht gerade kleine Bühne im Backstage doch mehr als gut gefüllt ist: neben Sänger und Gitarrist Asis, einen weiterem Gitarristen, einem Bassisten und einem Drummer finden sich auch noch sechs weitere Musiker an eher klassischen Instrumenten auf der Bühne, dazu noch ein Pianist (der großartige Hans, der nun schon seit 1995 bei der Band spielt), zwei Sopranistinnen,darunter auch Janika von Molllust, und ein Tenor. Diese breit gefächerte Mischung führt auch zu für Metalkonzerte eher untypischen Sachen, wie z.B. tosender Applaus für die Sporanistinnen nach einer längeren, schwierigen Passage. Aber auch so ist das bestens aufgewärmte Publikum sehr schnell in Bestlaune und feiert die Band.

Vor „Final Victory“ singt Janika noch einmal den Refrain mit dem Publikum, damit nachher auch nichts schief geht. Zwar kann das Publikum nicht bei ihrer ausgebildeten Stimme mithalten, trotzdem überraschen Metalheads hier doch mit einer erstaunlich guten Gesangseinlage, die sich doch deutlich vom sonst üblichen Mitgröhlen abhebt. Die Band war auch sehr zufrieden mit dieser Darbietung, genau wie das Publikum, das nach dem Song gar nicht genug bekommen konnte und einfach weiter sang. Dabei stellte Asis erstaunt fest, dass hier sogar zweistimmig gesungen wurde. Ein absolutes Novum in der gesamten Geschichte dieses Songs, der nun doch schon seit dem „Awaking the Centuries” Album von 2000 zu eigentlich jedem Haggard-Konzert gehört.

Haggard

Als besonderes Schmankerl spielen Haggard auch noch einen bisher unveröffentlichten Song, allerdings erst nach langem Zaudern. Sänger Asis Nasseri ist wohl doch etwas nervös, ob auch alles wie geplant läuft. Immerhin hat er schon mal die Inspiration für „Seven from Afar“ dargelegt: er basiert auf einem Märchen der Gebrüder Grimm, Die sieben Raben. Wenn das neue Album von der Qualität her an dieses Song herankommt, wird uns wohl im Herbst wieder ein wunderbares Haggard-Album zuteil werden.

Was bei Haggard auch noch sehr positiv auffällt: alle Musiker bekommen Aufmerksamkeit, vor Allem gegen Ende bei Herr Manelig. Beide Gitaristen und der Bassist verschwinden im Hintergrund, dafür kommen alle anderen nun aus ihren Löchern und zeigen an vorderster Front, was sie können. Und bekommen dafür ihren mehr als verdienten Applaus.

Nach dem offiziell letzten Lied lassen sich die Musiker aber auch nicht lange bitten, bis sie zu (der bereits vorher mit einem Augenzwinkern angedeuteten) Zugabe wieder auf die Bühne kommen. Nach zwei weiteren Liedern ist dann aber auch dieses Konzert zu Ende. Haggard scheint von ihrem Heimpublikum (dem unter anderem auch noch die Mutter des Gitarristen und andere Leute, die seit nun fast 20 Jahren die Band unterstützen, angehören) doch sehr angetan zu sein, und auch in der Menge sieht man nur begeisterte Gesichter. Bei der nächsten Tour im Herbst nächsten Jahres (dann wohl schon mit neuem Album) werden wir auch wieder da sein.

Haggard

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(1933)