Kultur: Artding in Erding

Was für’n Ding?

 

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Ein ziemlich cooles Ding! Der gemeine Münchner meint ja, München sei der Nabel der Welt. Gut, ist es irgendwie schon, aber es gibt auch sehr viele andere coole Städte und Städtchen, in denen es Sachen gibt, die man nicht für möglich halten würde! Im kleinen Erding zum Beispiel fand vom 10. bis 16. Juni 2019 das Artding-Festival statt. Einige der gefragtesten Streetart-Künstler der Welt verewigten sich auf Erdinger Wänden, im Stadtteil Klettham.

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Wie das kam? Mr. Woodland, eigentlich Daniel Westermeier, ist ein sehr bekannter und renommierter Streetart-Künstler. Westermeier, geboren in Altenerding, kennt natürlich Erding, auch Klettham. Er war zu Schulzeiten, als er auf die Herzog-Tassilo-Realschule ging, dort oft zu Besuch bei Freunden, hing mit denen auf der Straße herum. Dort begann das Skizzieren und Sprühen. Mr. Woodland ist heute eine Marke und ein arrivierter Streetart-Künstler. Er hat sich an mehreren Stellen in Erding verewigt.

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Klettham wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hochgezogen, um billigen Wohnraum zu schaffen. Ein bisschen billig ist es angeblich bis heute geblieben. Doch dann kam Herrn Westermeier aka Mr. Woodland die Idee, nicht nur einige Fassaden zu verschönern, sondern damit gleich ein ganzes Viertel aufzuwerten. Das hat dem Stadtrat eigentlich ganz gut gefallen, aber international angesagte Künstler machen es auch nicht für umsonst, und dann wurde es wieder zum Problem. Gottseidank gab es eine Lösung: Ein Großteil des Geldes kam aus einem Fördertopf des Bundes. Im Gegenzug ging die Straßenkunst in ein Viertel, dessen Bewohner sich besonders nach Farbe und vielfach auch nach Perspektiven sehnen: in Mr. Woodlands Klettham. Er, der die Idee für Artding hatte, wählte zusammen mit den Verantwortlichen der Stadt fünf Häuserfronten zur Bemalung aus.

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Auf jeder von ihnen konnten sich die Auserwählten vom 10. bis zum 16. Juni austoben. So lange dauerte das Festival. Leider war ich zum Zeitpunkt des Festivals nicht vor Ort. In den sozialen Medien kann man aber sehen, dass es sehr gut angenommen wurde. Zum Teil wurde live zugesehen, wie die Murals entstanden sind, Leute sind gekommen und haben gemeinsam davor gepicknickt. Ich war ein paar Tage später da und bin alles abgelaufen und –gefahren, habe Bilder gemacht.

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Klettham, so könnte man aus diesem Beitrag meinen, wäre irgendwie das Hasenbergl oder Neuperlach Süd Erdings, meilenweit von der City entfernt. Weit gefehlt. Es liegt in Fußweite zu einer entzückenden, belebten kleinen Innenstadt, der Innenstadt Erdings. In der „Langen Zeile“, die ich aus Cappuccino-Durst-Gründen nach dem Fotografieren aufgesucht habe, gibt es alles, was das Herz begehrt, vor allem freundliche, fröhliche Erdinger, die sich an einem Freitagnachmittag einen Kaffee, einen Spritz, ein Weißbier gegönnt haben. Eine Empfehlung von mir an euch! Erding besteht nicht nur aus der Therme! Es hat historische Gebäude, Buchläden, Kneipen – und Murals von weltbekannten Künstlern!

 

Bilder:

1) „Captivation“ von @telmomiel, Franzensbacher Str. 6

2) „Bring it with you“ von der australischen Künstlerin @georgiahill, Riverastraße 4

3) „Wild Life“ von @Mr. Woodland, Dr.-Ulrich-Weg 1

4) „Ein wunderschönes Blumenmädchen“ von @sidas_ate und @esze_ate von der ATE Crew, Stefanstraße 15

5) „Aqua Alta“ von @zoerism, Gießereistraße 1

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