It is like it is


Höher, schneller, weiter: Dass das nicht immer so weitergehen kann, sondern dass auch mal plötzlich Stillstand herrscht, das sehen wir derzeit. Der Kölner Künstler Dennis Josef Meseg tourt seit April 2020 durch Deutschland. Im Gepäck hat er 111 Schaufensterpuppen, die in rotweißes Absperrband eingewickelt sind.

Mit diesem Band will er einerseits den Abstand der Menschen zueinander zeigen, den sie zwangsweise derzeit einhalten müssen. Andererseits will er mit diesem Klebeband auch die Menschen verbinden, in einer Zeit, in der man die Dinge, die man hat, die Ereignisse, die einem gegönnt sind, die Kontakte, die man pflegen darf, mehr wertschätzt als sonst. „It is like it is“, manches muss man einfach hinnehmen. Der eine will dies, der andere will das, manches ist verständlich, anderes kann man nicht mehr nachvollziehen. Warum Schaufensterpuppen? Der Künstler selbst beschreibt sein Werk folgendermaßen: „Schaufensterpuppen, zu Beginn des Jahres noch in den Auslagen der Geschäfte die überbordende Fülle lebensbejahender, bunter Kleidung präsentierend, stehen nun einförmig beieinander, nur noch unterscheidbar in ihrer Körpergröße und umgeben von einer Aura der Hoffnungslosigkeit.” Denn Abstands- und Hygieneregeln sind in Zeiten der Corona-Pandemie unerlässlich, und insbesondere in der Herbst- und Winterzeit ist „Social Distancing“ wichtig. Das darf jedoch nicht zu einer sozialen Distanz in unserer Gesellschaft führen.

Es gibt zu dieser Kunstaktion natürlich auch unterschiedliche Reaktionen, sagt Meseg. Die einen haben Tränen in den Augen, andere sind aggressiv, werfen die Puppen um, regen sich über den vielen Plastikmüll auf.

Es ist eben, wie es ist.

(Bild aus www.facebook.com/shopsmuenchen)

 

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