Hoch die Hände! An die Wände!

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Ein Frauen-Graffiti-Festival? Warum das? Die österreichische Künstlerin Chinagirl Tile hat „Hands off the wall“ ins Leben gerufen und erklärt gleich die Frage: „Gender-Ungleichheit ist leider eine traurige Realität in der Kunstwelt. Frauen sind oft unterrepräsentiert und werden erst gar nicht bei Festivals oder in Ausstellungen gezeigt. Manchmal muss man daran erinnern, dass es tatsächlich sch**ß viele großartige Künstlerinnen da draußen gibt, die, einfach nur weil sie Frau sind, nicht sichtbar sind.“ Darüber hatte ich mir selbst noch gar keine Gedanken gemacht, ich selbst kenne und verehre einige Frauen in der Street-Art-Szene.

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Erfreulicherweise waren diese Damen und etliche andere Künstlerinnen, 17 insgesamt, eingeladen worden, sich vom 21.-27.9.2020 hier in München an der 100 Meter langen und insgesamt 600 Quadratmeter umfassenden Wand an der Rückseite von WERK9 (Zündappbogen, 81671 München) auszutoben. „Hands off the wall“ fand zwei Jahre hintereinander in Wien statt, dieses Jahr nun in München.

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Mitinitiator des diesjährigen Festivals neben Chinagirl Tile war Loomit, Kurator der Street Art im Werksviertel. Bei der Planung und Durchführung wurde das Festival durch das Werksviertel-Mitte und die whiteBOX unterstützt.

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Hands off the wall, so lautet zwar das Motto dieses fantastischen Festivals, gemeint ist aber genau das Gegenteil: Frauen, Mädels, Girls und Damen, ran an die Wände und die Farben! Zeigt was ihr könnt!

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Ich war in der Mitte der Woche, am letzten schönen Spätsommertag, noch vor Ort und konnte viele Bilder machen und Eindrücke sammeln. Es war irgendwann schon fast dunkel, und die Damen hatten schon Prosecco und Sekt offen, waren aber immer noch fleißig.

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Loomit wuselte mittendrin herum, und es herrschte eine entspannte Stimmung.

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Außerirdisch wirkte das Ganze dann zusätzlich, weil auf dem Werksviertel derzeit das „Trachtival“ stattfindet, eine entzerrte Corona-Alternative zur Wies’n. Es waren nicht viele Trachtler unterwegs, da, wo ich war.

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Die „Wilde Maus“ war gleich neben den Graffiti-Damen installiert, und die schrillen Farben dieses Fahrgeschäfts und einiger anderer neben den dreiviertelfertigen Bildern auf der Mauer und den danebenstehenden Farbdosen – das war irgendwie bizarr, aber schön.

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Ich hoffe, die Künstlerinnen haben sich dann in den letzten Tagen bei dem schlechten Wetter nicht runterziehen lassen und sind vor allen Dingen nicht krank geworden.

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(dieses Foto von: Facebookseite „Hands off the Wall“)

Ich werde auf jeden Fall sehr bald nachsehen, wie die fertigen Kunstwerke aussehen. Drei Jahre habt ihr Zeit, euch das anzusehen, dann wird die Mauer abgerissen.

Die Künstlerinnen:
Hera (GER),
illuinis (AT),
Diya Pinto (IND),
Eulen Heulen (CH),
Siuz (AT),
Chinagirl Tile (AT),
Video Oner (AT)
Taina (CH)
Anna T-Iron (GER),
Sigma (GER),
Beastiestylez (GER),
Musivaria (I)
Ju Mu (GER),
Aura (GER),
Hello The Mushroom (UK),
Caro Pepe (GER)
Roo (UK)

Noch mehr Details hier Werksviertel Mitte Infos  und hier https://www.handsoffthewall.com​,

jeweils mit Links zu den einzelnen Künstlerinnen.

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