Was ist denn plötzlich im Münchner Osten los?

9Der Leuchtenbergtunnel: ein Graus für jeden Autofahrer. Die Treppe zum Leuchtenbergtunnel: Bonjour Tristesse! Und plötzlich gibt es hier Farbe? Viel Farbe! Denn da gibt es auch Wände mit menschlichen Böhnchen, mit Riesenhänden, die ein Brot kneten, überdimensionale, leuchtende Tomaten und Weintrauben, resche Brezen und andere (kulinarische) Schmankerl. Das Gewerbegebiet rund um die Neumarkter Straße mutiert gerade zum Munich Art District, zu einem Stadtviertel, in dem Kunst im öffentlichen Raum für jeden erlebbar ist. Gleich eine S-Bahnhaltestelle nach dem Ostbahnhof ist das. Dass dort Street Art-mäßig was los ist, weiß man, aber dass sich fast einen Steinwurf weiter auch etwas entwickelt, wissen die Wenigsten. Begleitet mich doch auf meinem kleinen Kunst-Spaziergang!

Geparkt habe ich in der Neumarkter Straße, gleich ganz am Anfang. Denn hier geht’s zum Kunstwerk „Eine Stadt läuft über“.

2

Janine Mackenroth hat hier viele Farbtöpfe wild über die Mauern gekippt, oben an der Treppe kann man das sehen, die Farbe läuft nach unten, sie bereichert ein Stück Leuchtenbergring und die Einfahrt in den Tunnel, das macht die Welt gleich bunter. Ein paar Gehminuten in die Neumarkter Straße rein sieht man ein gigantisches Kunstwerk: Loomit hat der Fassade der Baustoff + Metall Handels-GmbH ein gigantisches Kunstwerk verpasst, es heißt „senkrecht“ und ist 14 Meter hoch und über 20 Meter lang. Ein paar Meter weiter, man muss genau schauen, weil Bäume und Sträucher davor sind, versteckt sich das Mural „The Painter“ vom Londoner Street-Artist Dave the Chimp mit seinen „Human Beans“ in leuchtenden Farben.

14

Er hat mit seinen Bohnenmännchen eine Allegorie aufs Leben geschaffen, das nur funktioniert, wenn es im Gleichgewicht ist. Unweit davon sieht man bald das riesige „Hands“, das der Argentinier Alan Myers sehr passend für die Brotmanufaktur Schmid geschaffen hat.

12

Riesenhände kneten Brotteig. In der Weihenstephaner Straße am Lidl-Gebäude entdeckt man die unglaublich realistischen Graffitis mit dem Namen „Die einfachen Dinge“ von Loomit & bert_mta. Milch, Käse, Honig, Alltagsessen, fast greifbar echt erscheinend. „Freude finden wir in den kleinsten Dingen.

13

Ein gutes Essen, eine strahlende Farbe. Dieses wollten wir mit unserem Werk zum Ausdruck bringen.“ So steht es geschrieben auf der Infotafel. Danach kommt man zu „Fruits“ von Christian Hundertmark, an der Kaufland-Fassade, die nun in kräftigen Farben strahlt. Seit Mitte 2020 ca. gibt es diese Street Art.

Neu hingegen ist das, was an der Neumarkter Straße vor kurzem entstanden ist, von der Initiative des @munich_art_districts und den Künstler*innen von @broke.today (auch das Bild am Anfang):

11

10

8

7

5

6

7

Fast ein ganzer Straßenzug auf einer Seite voll mit feinster, bunter Kunst! Man sieht also, Street Art ist nicht immer nur vergänglich, oft kommt auch Neues hinzu. Ein trostloses oder graues Viertel kann bunter werden, zu sehen eben hier im Munich Art District. Viele weitere Malereien, Graffitis und Installationen sind bereits in Planung. Ich bin gespannt darauf!

Munich Art District
Leuchtenbergring/Neumarkter Straße

https://munichartdistrict.com/

https://www.instagram.com/munich_art_district/?hl=de

(459)