München – Kunst – Franz von Stuck

Die Villa Stuck in München ist immer wieder in unserem Webzine vertreten, da das Gebäude Raum bietet für interessante Ausstellungen: M+M Fieberhalle (2019) – Manifesto (2017). Die im Stil des Neoklassizismus 1897/98 erbaute Villa war einstmals das Zuhause von Franz von Stuck. Der sogenannte Malerfürst und Bildhauer fertigte selbst die Entwürfe für die Villa, das nebenanliegende Ateliergebäude und den dazugehörigen Künstlergarten an.
Für die Öffentlichkeit wurde die Villa erst im März 1968 unter der Leitung des Stuck-Jugendstil-Vereins geöffnet, seit 1992 obliegt der Stadt München die Verwaltung des Museums.

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20190908_Raum1-Glaswand20190908_Raum3-02-TochterNach der großzügigen Halle im Gebäudeinneren betritt man auf der rechten Seite einen dunkel ausgekleideten Raum mit einer interessanten Glaswand. Beeindruckend ist auch das gegenüberliegende Zimmer mit der ins Auge fallenden Sternzeichen-Decke. Die fensterlosen Wände spielen vor, dass Sterne hereinscheinen, die Wandbilder und Skulpturen runden das Bild ab. Der nachfolgende Raum zeigt Bilder und Porträts (unter anderem der einzigen Tochter des Hauses), geschaffen vom einstmaligen Hauseigentümer.

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Im Obergeschoß wird es heller, hier befand sich einst von Stucks Atelier: viel Marmor, eine großartige Kassettendecke und ein sehr gut erhaltenes Intarsien-Parkett. Hier hängt auch mein Lieblingsbild des Malers: die „Sünde“, ganz im Zeichen des Symbolismus gehalten. Das Original findet man in der ca. drei Kilometer entfernten Alten Pinakothek (s.a. Wikipedia), zuhause hätte ich auch ein schönes Plätzchen dafür, vielleicht findet eine der verschwundenen vier Versionen mal den Weg …

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Über das überraschend lichte Treppenhaus gelangt man in eine kleinere Eingangshalle, nicht minder im Stil des Hauses und doch mit einer helleren Ausstrahlung. Nebenan befindet sich eine kleine Ausstellung, in der es um Entwürfe für den Bau der Villa Stuck und Originaleindrücke davon geht. Das Zentrum des Raums stellt eine Galvanoplastik des Wahrzeichen Roms dar: die Kapitolinischen Wölfin. Franz von Stuck drückte damit seine Italien-Sehnsucht und Antikenverehrung aus. Ursprünglich stand die Wölfin als Teil der Fassade am Ende der Pergola im Künstlergarten, anlässlich der Renovierung der Villa durch Hans Joachim Ziersch zwischen 1965 und 1968 wurde sie dort durch einen Abguss ersetzt.

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Zurück in die Eingangshalle geht es über eine Tür in der kleinen Halle, vorbei am Cafe kommt man nun in den schon erwähnten Künstlergarten, der von 2003 bis 2005 weitgehend restauriert wurde. Von hier aus hat man das Ateliergebäude an der Ismaninger Straße von der Rückseite aus im Blick, der ehemalige Dienstboten- und Garagentrakt wird heutzutage für die Verwaltung genutzt und ist nicht zu besichtigen.

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Im September 2019 ist es leider regnerisch, aber der Garten weiß durch die Skulpturen, die kunstvollen Wandbilder und die von Efeu verdeckte Terrasse und daneben gelegene römisch anmutende Pergola zu beeindrucken. Dieser Rahmen verspricht entspannte Erholung, wenn das Wetter es zulässt und die aufgestellten Sitzmöglichkeiten mit Bewirtung genutzt werden können. Beim nächsten Besuch dann …

Weitere Infos zum Gebäude und darüber hinaus gibt es unter

www.villastuck.de

Wikipedia (Villa Stuck)

Wikipedia (Franz von Stuck)

Wikipedia (Der Symbolismus)

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