The Glass Beads – „Imaginary friend“

Neues von The Glass Beads! Das Duo aus der Ukraine war schon unsere Band der Woche (hier), und das Debüt-Album Therapy (Vö. 2020) war absolut fesselnd. Dementsprechend groß ist die Freude über das neue Album Time to time, das Marina Rublevskaya und Mark Arshynnikov kürzlich bei Fabrika Records veröffentlicht haben.

„Imaginary friend“ ist der Opener des Albums – ein Song aus elektronischer Düsternis, analoger Wärme und Melancholie. Es sind Marinas Stimme, das hoffnungsvolle Geschichtenerzählen und die Schönheit der Einfachheit, die dem Song so viel Tiefe und Faszination verleihen. Streicher und Klavier waren schon auf dem Vorgängeralbum zu finden. Bei den Musikstücken auf Time to time haben sie eine größere Bühne und mehr Raum, eine nebelverhangene und melancholische  Stimmung aufzubauen – mit still(ere)en Momenten, die nach innen führen.

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O+Her – „Nothing like midnight“

O+Her ist das Elektro-Projekt von ABU NEIN-Sängerin Erica Li Lundqvist und Tobias Bernstrup, der seit zwei Jahrzehnten als Solokünstler aktiv ist. Nach „Brave bodies burn“ (Vö. Januar 2022) ist „Nothing like midnight“ die bereits dritte Single, die das schwedische Darkwave-Duo in diesem Jahr veröffentlicht hat.

Dieser „Midnight-Song“ mit seiner tranceartigen Melodie wirft uns mühelos um Jahrzehnte in die späten 80er Jahre zurück und fesselt sofort – ein toller Song für durchtanzte Nächte in der von Nebelschwaden und flackernden Stroboskoplichtern umgebenden Dunkelheit. O+Her kreieren damit einen wunderbar dunklen und sehr sinnlichen Sound, der von Ericas und Tobias kontrastreichem Gesang getragen wird und uns in eine mysteriöse Atmosphäre führt, die unglaublich tanzbar ist. Ich bin verliebt in diesen seltsam süchtig machenden Song. Sehr gerne mehr von diesen großartigen Klängen! 

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Spammerheads – „Noir de blanc“

Kreative Pausen scheint es für Spammerheads, die wir euch schon als Band der Woche vorgestellt haben (hier), nicht zu geben. Zwei Alben hat das spanische Elektro-Duo aus Valencia im letzten Jahr veröffentlicht: Espai, Temps i Matèria und Bricks for Reconstruction – zwei  Alben, die unterschiedlicher nicht sein können und Anas und Davids Gespür für facettenreiche Soundtüfteleien zeigen. Für Mitte September haben Spammerheads ihr neues Album Tar Blood / Cement Skin  angekündigt, das bei Soil Records erscheinen wird.

spammerheads

„Noir de blanc“ ist der erste Track der B-Seite und klingt nach rauer Dunkelheit und industrieller Kälte. Unerbittlich dunkle und hämmernde Klänge erzeugen ein stetiges rhythmisches Rückgrat und malen Schwarz-Weiß-Bilder einer pulsierenden und ächzenden Großstadt.

Ana Escudero und David Garrid beschreiben den Sound von Tar Blood / Cement Skin als „… the sound of the Great Machine of Industry in full performance. We feel very satisfied with the work because we believe that the album conveys that strange energy typical of today’s big cities, shrouded in smog, pollution air and decadence.“

„Noir de blanc“ macht Vorfreude auf den Herbst und neugierig auf das Album – ich freue mich schon!

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