CD-Review: Absent/Minded: Earthtone (VÖ: 12.07.2013)

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Erdige, dunkle Klänge aus Franken

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Absent/Minded ist ein Quartett aus Bamberg, das sich einer Musik verschrieben hat, die sehr eigenständig und ungewöhnlich ist. Die Mischung aus Sludge, Doom und Postcore Metal, die uns die Franken auf ihrem zweiten Album Earthtone bieten, ist aber dennoch richtiggehend organisch zu nennen, die Elemente greifen reibungslos ineinander und erzeugen eine düstere Stimmung, nicht unähnlich einer Sepia-Fotografie eines verlassenen Landstriches, einer Wiese vielleicht mit hüfthohem, verdorrtem Gras. Wie die vier Bandmitglieder Jürgen, Uwe, Stevie und Michael so ticken, haben sie uns bereits im Kurzinterview verraten, als wir Absent/Minded als Band der Woche vorgestellt haben. Genug der Vorrede, allerhöchste Zeit, ins aktuelle Album Earthtone reinzuhören! Weiterlesen

Band der Woche: Toys Get Lost

Alternativen Post NuRock bieten uns ein paar Jungs aus München in dieser Woche. Toys Get Lost überzeugen mit harten Gitarren und einem Rhythmus, der ins Blut und in die Beine geht. Seit 2007 teilen sie sich die Bühne mit Bands wie H-Blockx, Tenside, Mindjuice und vielen mehr.
Was die Band über sich verrät:

Wer verbirgt sich hinter Toys Get Lost?
Fabio: Michi (Gitarre), Fabio (Gesang), Franz (Drums) und Ken (Bass)
Franz: Hinter TGL verbergen sich vier Personen unterschiedlicher Genres und musikalischer Herkunft, unter denen sich nach Ableben Ihrer vorherigen Bands eine massive Freundschaft entwickelt hat, und die sich dazu bereit erklären, den Leuten vor der Bühne immer zu zeigen, wie viel Spaß wir an unserer Musik haben, und die immer erneut versuchen, den Leuten ein Grinsen aufs Gesicht zu zaubern.

Müsste man eure Musik in eine Schublade stecken und ein Genre-Etikett darauf kleben, welches wäre das?
Fabio: Alternative Rock
Franz: New Grunge Rock
Michi: Vorsicht Hochspannung Weiterlesen

Rezension: James Bowen – Bob, der Streuner

Echte Männerfreundschaft

James lebt mehr schlecht als recht in seiner kleinen Sozialwohnung in London. Sein tägliches Brot verdient er mühevoll als Straßenmusiker, lebt mit Pöbeleien und einer düsteren Zukunft: Drogenentzug läuft zwar, aber so recht Hoffnungen macht er sich nicht. Für James ist es nur eine Frage der Zeit, bis er sein Leben – mal wieder – vermasselt. Bis eines Tages ein ziemlich zerfledderter, roter Kater im Treppenhaus auftaucht und nicht mehr gehen mag. Diese wahrlich schicksalhafte Begegnung sollte das Leben der beiden vollkommen umkrempeln. Weiterlesen

Filmreview: Dampfnudelblues (Kinostart August 2013)

Der Blues

„Stirb Du Sau!“ steht in roten Buchstaben an der Hauswand des Schuldirektors Höpfl von Niederkaltenkirchen geschrieben. Er erstattet Anzeige und taucht für ein paar Tage ab. Kurz nach seiner Rückkehr wird der Direktor zerstückelt auf den Bahngleisen gefunden. An Selbstmord glaubt der örtliche Polizist Franz Eberhofer nicht und startet trotz Verbot seine eigenen Ermittlungen.

Wer, so wie ich, die liebenswerten Geschichten des jungen Dorfpolizisten Franz Eberhofer von Rita Falk gelesen hat, der kann es sich einfach nicht entgehen lassen, sich die Verfilmung des zweiten Teils „Dampfnudelblues“ im Kino anzusehen.
Natürlich interessierte mich brennend: Wie wurden die Charaktere besetzt? Sind sie authentisch? Habe ich sie mir während des Lesens schon so vorgestellt? Und muss ich genauso oft lachen und schmunzeln? Weiterlesen

Filmreview: The Conjuring – Die Heimsuchung (Kinostart: 01.08.2013)

Heimsuchung

Carolyn und Roger Perron ziehen mit ihren vier Töchtern in ein Häuschen auf dem Land. Doch die ruhige und idyllische Atmosphäre trügt, denn die Mädchen werden nachts von Erscheinungen heimgesucht. Das Haus erwacht zum Leben, und der Wahnsinn sucht auch bald Carolyn heim. Die bekannten und berühmten „Geisterjäger“ Lorraine und Ed Warren nehmen sich des vermeintlichen Dämons an und kommen selbst an ihre Grenzen.

Ich muss ja etwas gestehen: Noch vor ein paar Jahren hätte mich keiner in so einen Film gebracht, war ein Angsthase hoch zehn. Doch seitdem ich mir fast ausschließlich nur noch Horror- und Thrillerliteratur einverleibe, musste ich diesen Film unbedingt sehen, zumal er auch noch auf einer wahren Begebenheit basieren soll. Und verstecken kann ich mich immer noch hinter den starken Schultern meines Freundes.
Mit Spannung und leichter Gänsehaut ging es auch gleich los. Die Geschichte um die Puppe Annabelle versprühte Schauder und Grusel und verwirrte zunächst ein wenig. Der Zusammenhang zur restlichen Story wurde aber recht schnell hergestellt. Weiterlesen

CD-Review: InfiNight – The Vision

In der Kürze liegt die Würze oder
das powermetalische Appetithäppchen

Die fünf Saarländer von Infinight, einer Powermetalband, die 2001 gegründet wurde, haben ihre neue EP The Vision vorgestellt. Eine EP ist ein Zwischending aus Single und Album. Hier besteht sie aus fünf Titeln, wobei es eigentlich nur drei „richtige“ Songs sind, die zwei verbleibenden gehen wohl eher als Intros oder Lückenbüßer durch, ohne das abwertend zu meinen. Dachte sich wohl auch die Band und hat sie deshalb nicht an den Anfang bzw. das Ende gestellt, sondern als zweites und als drittes Stück platziert.

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Rezension: Erik Larson – Isaacs Sturm

Ein aussichtsloser Kampf

Amerika auf dem Weg in ein neues Jahrhundert: Im Jahr 1900 glaubt Isaac Cline, Meteorologe in Galveston, Texas, noch uneingeschränkt an das – seiner Meinung nach – allumfassende Verständnis der Menschen für Natur und Naturgewalten. Als eines Nachts ungewöhnliche Wellen die aufstrebende Küstenstadt erreichen, verwundert ihn das zwar, doch alle Instrumente verhalten sich normal, und auch der Wetterdienst ist nicht im Mindesten beunruhigt. Schließlich wurde gerade erst herausgefunden, dass schwere tropische Stürme diese Gegend gar nicht erreichen könnten. Außerdem sei der tropische Sturm, der gerade die Karibik überquert hatte, sowieso nicht ernst zu nehmen und würde bald nach Norden abdrehen.
Am 8. September 1900 brach die Hölle in Gestalt eines Hurricanes der Kategorie 4 über Galveston, Texas, herein. Weiterlesen

Rezension: Markus Heitz – Totenblick

„Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters“

Ein Serienmörder treibt in Leipzig sein Unwesen. Seine Opfer werden so positioniert, dass sie berühmte Gemälde darstellen, auf das kleinste Detail wird geachtet. Am Tatort werden die Polizisten durch Zettelchen vor dem „Totenblick“ gewarnt. Zunächst werden diese belächelt und ignoriert, doch als die ersten aus den eigenen Reihen ums Leben kommen, nehmen ihre Kollegen die Spur auf und versuchen die Frage zu beantworten: Wie kann der Mörder wissen, wer den Totenblick zuerst auf sich zieht?

Bis jetzt habe ich Markus Heitz immer gemieden. Fantasy, Orks und Zwerge sind Dinge, mit denen ich nicht viel anfangen kann, außer bei Herr der Ringe. Doch ein Thriller darf es gern sein. Weiterlesen