Planet der Affen – Revolution

Affe versus Mensch

unbenannt

Planet der Affen, grob basierend auf dem Roman La Planète des Singes von Pierre Boulle, wurde 1968 das erste Mal verfilmt, prominent besetzt mit Charlton Heston. Danach gab es eine Reihe von Fortsetzungen in den 70er Jahren und einen Film von Tim Burton im Jahr 2001. 2011 kam die Vorgeschichte zu diesem Film heraus: Planet der Affen – Prevolution – dessen Fortsetzung Revolution, die derzeit in den Kinos zu sehen ist, unmittelbar darauf aufbaut.

Der junge Wissenschaftler Will entwickelt in San Francisco ein Virus, das Alzheimer heilen soll. Es wird an Affen getestet und schlägt besonders gut an einer Schimpansin an: Sie wird auffallend intelligent. Es kommt aber zu einem Zwischenfall, wonach alle Affen getötet werden. Nur das Baby der Schimpansin bleibt am Leben, weil Will es mit zu sich nach Hause nimmt. Er nennt es Caesar, Jahre danach muss er ihn aber in einen Zoo abgeben. Als er später sieht, dass es Caesar dort gar nicht gut geht, möchte er ihn wieder zu sich holen. Aber der Schimpanse, der allen anderen Primaten überlegen ist, will seine Artgenossen mittlerweile anführen und befreien. Er holt sich aus Wills Haus das weiterentwickelte Alzheimer-Mittel, das den Primaten zu fast menschlicher Intelligenz verhilft. Er befreit die Affen und will sie über die Golden Gate Bridge in einen Wald führen. Auf der Brücke kommt es aber zu einem erbitterten Kampf zwischen der Polizei und den Affen, den die Primaten gewinnen und sich in den Wald zurückziehen. Will hat Angst um Caesar, weil die Menschen mit Verstärkung wieder kommen werden. Er geht ihm nach und möchte ihn zu sich holen, doch Caesar bedeutet ihm, dass er „zu Hause“ angekommen ist – mittlerweile kann er sogar sprechen. Soweit die Vorgeschichte.

2014: Planet der Affen – Revolution

Die Entwicklung des Heilmittels gegen Alzheimer ist vor 10 Jahren total entglitten. Das Virus hat sich weiterentwickelt und zu einer sogenannten Affengrippe geführt, der annähernd alle Menschen zum Opfer gefallen sind. Der Rest, der nicht daran gestorben ist, hat sich fast gänzlich gegenseitig ausgerottet. Die wenigen Menschen, die noch auf der Erde leben, vegetieren im Gerümpel vor sich hin.
Die Affen hingegen, unter der Führung von Caesar, haben sich in der Nähe von San Francisco eine richtige Zivilisation aufgebaut. Sie haben sich weiter entwickelt: sie gehen aufrecht, reiten auf Pferden, haben Häuser und Schulen für ihre Kinder, ihre Frauen tragen Schmuck.

Eine kleine Gruppe von Menschen bildet im verfallenen San Francisco eine Kolonie. Sie müssen mit ihrer restlichen Energie haushalten. Einer von ihnen sagt wehmütig: „Beneidenswert, die Affen brauchen keinen Strom, kein Licht, keine Heizung.“ Die Menschen wollen ein Wasserkraftwerk im Wald instand setzen. Ein kleiner Trupp stößt auf dem Weg dorthin auf die Affen. Diese sind schockiert, sie denken doch, dass die Menschen schon längst nicht mehr existieren. Einer der Menschen schießt auf einen der Primaten. Die Affen sind entsetzt darüber, Caesar aber lässt die Menschen nach langem Überlegen gehen. Er will keinen Krieg. Er und seine Artgenossen rücken aber zu der Menschenkolonie vor und bieten ihnen Frieden an, unter der Bedingung, dass die Menschen niemals wieder kommen.

Nun, sie tun es doch. Es kommt zu einem großen Kampf, und es läuft auf einen Showdown in einem dritten Teil der Reihe hinaus – für 2016 geplant –, in dem es gar nicht gut für die Menschheit aussieht.

Dieser Film hat großartige Szenen: Bilder der zerstörten Zivilisation der Menschen und im Gegensatz dazu die neu entstandene Welt der Affen; Hunderte von Affen im Wald von Baum zu Baum springend oder in atemberaubendem Tempo einen Baum hinaufkletternd; die Affen hocherhobenen Hauptes auf ihren Pferden sitzend, vor sich das verängstigte Häuflein Menschen. Und letztendlich ist der Film – man glaubt es kaum bei einem so großen amerikanischen Blockbuster – ein Antikriegsfilm. Man stellt sich wirklich die Frage, wieso können hier Menschen und Affen nicht friedlich, wenn schon nicht miteinander, dann zumindest nebeneinander koexistieren?

Angesichts des momentanen politischen Irrsinns auf unserer Welt ist das eine gute Frage. Vielleicht gibt Teil 3 Antworten. Es heißt warten auf 2016.


 

:popcorn: :popcorn: :popcorn: :popcorn: :popcornsw:

Titel: Planet der Affen – Revolution
Produktionsland: US
Länge: 130 Minuten
Im Kino seit: 7.8.2014
Regie: Matt Reeves
Besetzung Menschen:
Jason Clarke: Malcolm
Gary Oldman: Dreyfus
Besetzung Affen:
Andy Serkis: Caesar
Toby Kebbell: Koba

(1006)