„Immer nur junge Bengels“

 

haarmannIn der Leine werden sauber abgeschabte Menschenknochen und skelettierte Köpfe aufgefunden, die Bevölkerung Hannovers ist entsetzt. Fritz Haarmann ist einer der Bewohner der niedersäschsichen Stadt, doch ihn bedrücken die Funde nicht. Er ist ein „Kriminaler“, der von der örtlichen Polizei unter anderem als Spitzel eingesetzt wird, und der seinen Dienstausweis für eigene Zwecke nutzt. Für welche? Es gibt da zwischen 1918 und 1924 Jugendliche, die als vermisst gelten. Alle waren in Hannover unterwegs und alle trafen auf Fritz. Den ach so hilfsbereiten Menschen, der so mancher armen Familie oftmals zu äußerst günstigen Preisen Fleisch verkauft hat.

Der Klappentext des Buches lässt bereits einiges erahnen. Der Einstieg in die Geschichte ist fast harmlos, aber baut sich durch den Auftritt der Hauptperson schnell auf. Es wird nicht jeder Mordfall erzählt, vor allem der Fall des ersten Opfers wird aufgrund der Kriminalakte in den Vordergrund gestellt und beschrieben.
Durch die sehr gut gezeichnete Graphik Novel, die mit viel Gespür für die Zeit entwickelt wurde, oder auch die Gesichter von Haarmann und seinem Komplizen Grans ziemlich genau wiedergibt, wird die Geschichte perfekt abgerundet.

Am Ende des Buches finden sich einige interessante Informationen und Originalbilder zu einem der grausamsten Kriminalfälle Deutschlands.
Peer Meter hat dieses Buch für seine Serienmörder Trilogie entwickelt.
Isabel Kreitz wurde 1997 als beste deutsche Comiczeichnerin ausgezeichnet.
Der Verlag hat zu diesem Buch ein youtube-Video eingestellt.
Die Verbrechen des Fritz Haarmann dürften vielleicht einigen bekannt sein; Götz George verkörperte 1995 den Protagonisten in dem Film „Der Totmacher„.

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Peer Meter / Isabel Kreitz: Haarmann
 Carlsen Verlag, graphic novel, Okt. 2010
 175 Seiten
 € 19,90
 Carlsen
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