Tödliche Spiele

 

Wer die Serie Squid Game ertragen hat, kann ruhig auch Alice in Borderland wagen. Ähnliche Idee, ähnliche Umsetzung, ähnlicher Kulturkreis – und doch ganz anders.

Da ist der junge Gamer Arisu, der noch zu Hause bei seinen Eltern lebt und eigentlich den ganzen Tag mit Spielen verbringt. Auch seine beiden besten Freunde sind nicht viel anders, sie daddeln in den Tag hinein. Doch eines Tages passiert ihnen etwas höchst Seltsames: Auf einem turbulenten Platz mitten in Tokio ist plötzlich niemand mehr da, sie sind ganz alleine, es fahren keine Autos, es laufen keine Menschen, es gibt keine Geräusche.

Sie versuchen das zu begreifen, sie denken an eine Evakuierungsübung, sie erwarten jederzeit das Leben zurück, doch es kommt nichts. Bis sie an einen Ort gelotst werden, an dem Spiele beginnen. Es liegen Handys aus, eins pro Person, sie müssen sich einloggen, und sofort beginnt ein gefährliches Spiel. Arisu und seine Freunde Karube und Chota überleben das erste tödliche Spiel. Doch sie müssen leider sehen, dass der Alptraum damit nicht aufhört. Weder ist das Leben in Tokio zurück, noch können sie sich in Sicherheit wiegen. Sie bekommen höchstens ein bisschen Zeit, was sich dann „Visum“ nennt. Nach Ablauf dieser Zeit wird wieder gespielt, um Leben und Tod. Wer nicht weiterspielt, wird ausgelöscht. Unbedingt wollen die drei dieser Hölle entkommen und wieder ihr altes Leben zurück. Sie treffen dabei auf andere Mitspieler. Die meisten von ihnen meinen es nicht gut mit ihnen, doch alle wollen aus dieser mysteriösen Welt, diesem Boderland entfliehen. Wird es gelingen?

Die ersten Episoden sind unheimlich spannend, gegen Staffelende wird leider viel Potential verschenkt. Die mysteriöse Komponente der Geschichte leidet sehr unter immer mehr Action und Geballere. Ich war am Ende etwas übersättigt und teilnahmslos, es gab keine richtige Auflösung, und es war mir sogar egal.

Wer sich über den Titel wundert: Arisu heißt Alice auf Japanisch und ja: Ein Wunderland ist dieses Tokio wahrlich nicht, auch wenn es einige Anleihen bei Lewis Carroll gibt.
Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Manga von Haro Asô. Es wurde eine zweite Staffel angekündigt, das Release-Datum ist jedoch noch nicht bekannt.

:popcorn: :popcorn: :popcorn: :popcorn: :popcornsw:

Alice in Borderland
Produktionsland: Japan
8 Episoden (41–52 Min.) in 1 Staffel
Genre: Drama, Science-Fiction, Mystery, Thriller
Drehbuch und Regie: Shinsuke Sato
Erstausstrahlung in Deutschland: 10. Dezember 2020 auf Netflix
Cast: Kento Yamazaki, Keita Machida, Yûki Morinaga u.v.a.

 

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