Dallas in Deutschland
Niedersachsen, Lüneburger Heide vor 150 Jahren. Das Land war arm, vielmehr waren die meisten arm, andere aber steinreich. Doch Johanna Lambert (Harriett Herbig-Matten) gehört mit ihrer Familie zu den Ersteren. Sie haben einen kleinen Schafhof, und Johanna muss auswärts auf einem Kartoffelacker malochen. Als sie sieht, dass eine andere Feldarbeiterin vor Erschöpfung zusammenbricht, will sie ihr helfen. Als der Bauer diese auch noch schlägt, fällt sie ihm in den Arm, um ihn daran zu hindern. Blöd für sie, denn danach „darf“ sie noch ohne Hilfsmittel drei Kartoffelfurchen ziehen, bekommt aber kaum Geld dafür und wird gekündigt. Zu Hause ist sie nicht willkommen.
Die fiktive Miniserie hat einen realen Hintergrund, und das macht es so authentisch und spannend. Sie spielt wenige Jahre nach der ersten realen, erfolgreichen Bohrung durch den Geologen Konrad Hunäus, der 1858 bei Celle Braunkohle suchte und dabei auf Erdöl stieß – rund 40 Jahre vor dem ersten Ölrausch in Texas. Auch das Dorf ist nicht real. Doch es wurde alles so real dargestellt, wie nur möglich. Das Museumsdorf Hösseringen südlich von Uelzen stand dazu zur Verfügung. Geschichte wurde damit erklärt: 80 Prozent der Ölarbeiter kamen als Wanderarbeiter aus anderen Regionen in Deutschland und Europa. Kinderarbeit war an der Tagesordnung. Gesetze zur Einschränkung gab es erst ab 1903. Frauen und Rechte? Da war die Gattin des reichen Bauern eine Ausnahme, die dort die Hosen anhatte.
Ganz besonders hervorzuheben sind zu dem tollen Cast ein paar außergewöhnliche Namen für eine deutsche Produktion: Harriet Herbig-Matten (Ruby Bell in der Serie „Maxton Hall“), Marton Csokas („Herr der Ringe“), Gwendoline Christie (Brienne von Tarth in„Game of Thrones“), Jessica Schwarz als strenge, aber doch liebevolle Mutter Johannas, Peter Schneider als ihr Vater Georg. Henny Reents, Lena Urzendowsky und nicht zuletzt Tom Wlaschiha, der in „Game of Thrones“ den Jaqen H’ghar gab, den geheimnisvollen gesichtslosen Mann, der Arya Stark zur Seite stand und markante, unvergessliche Sätze wie „Ein Mann hat keinen Namen“ von sich gab. Die Filmmusik von Oscar-Preisträger Hans Zimmer und dem Geiger Aleksey Igudesman rundet das Ganze ab. Eine wirklich feine Sache!
Schwarzes Gold
6 Folgen à 45 Minuten seit 29. Dezember 2025 in der ARD Mediathek abrufbar.
Mit Harriet Herbig-Matten, Rinat Khairullin, Aaron Hilmer, Lena Urzendowsky, Henny Reents, Jessica Schwarz, Slavko Popadic, Merlin Sandmeyer, Peter Schneider, Marton Csokas , Tom Wlaschiha, Gwendoline Christie u.v.m.
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