Street-Art mal ganz anders

Es begann mit einem Hakenkreuz

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Die kleine Barbara und ihr Opa sahen auf einem gemeinsamen Spaziergang ein Hakenkreuz an einer Wand. Opa war traurig, er kam einst aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und wusste nur zu gut, wofür die Schmiererei stand. Wegwischen mit Spucke und Taschentuch ging nicht. Also hat Barbara eine Sonne auf ein Stück Papier gezeichnet und es einfach darüber geklebt. „Barbara.“ war geboren.

Etliche Jahre sind mittlerweile vergangen, „Barbara.“ ist schon längst kein Kind mehr, mit dem Überkleben aber hat sie nicht aufgehört. Wenn ihr etwas auffällt, doofe Schmierereien, dumme Sprüche, strenge Verbotsschilder: Sie kontert mit Überkleben. Natürlich ist das illegal. „Barbara.“ aber meint, es sähe kein Mensch zu, alle seien doch mit ihren Smartphones beschäftigt.

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Nun ist es so, dass Kunst im öffentlichen Raum, Street-Art, vergänglich ist, gerade wenn es sich um Papier handelt. Deshalb hat „Barbara.“ vor einiger Zeit begonnen, über soziale Netzwerke ihre Kunst zu verbreiten. Sie ist sehr fleißig und veröffentlicht nahezu jeden Tag etwas. So ist auch ein Verlag auf das Schaffen von „Barbara.“ aufmerksam geworden und hat nun einen Fotoband mit dem Titel: „Dieser Befehlston verletzt meine Gefühle“ herausgebracht.

Niemand weiß, wer „Barbara.“ ist. Ein Mann, eine Frau, ein Künstlerkollektiv? Sie präsentiert sich im Internet und auf ihren Plakaten als Frau, und laut Medienberichten ist davon auszugehen, dass es sich auch tatsächlich um eine Frau handelt. Auf Facebook gibt sie Feedback, Live-Interviews per Live-Chat, ihr Autorenhonorar und die Zusammenarbeit mit dem Verlag regelt sie über eine Person ihres Vertrauens. Wer das ist? Es bleibt ein Geheimnis.

133.499 Menschen haben zum jetzigen Zeitpunkt die Facebook-Seite von „Barbara.“ geliked. Mit mir sind es soeben 133.500 geworden.

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Barbara. auf FB
Ihr Buch bei Bastei Lübbe

Quelle Bilder: testspiel.de
Copyright alle Bilder: Barbara.

 

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