Suizidalmusik
Coughin Wraught hat das Projekt Eclipsus 2018 gegründet und ist sonst im Raw Black Metal aktiv. Hier ist er jedoch solo unterwegs, um seine persönlichen Visionen und Emotionen uneingeschränkt auszuleben, und er spielt daher alle Instrumente selbst ein. Depression und Selbstmord sind ihm ein zentrales Thema, und diesem dunkelsten menschlichen Abgrund ist das Album Yūrei gewidmet, denn es folgt konzeptuell den einzelnen Schritten eines Selbstmörders im Wald Aokigahara in Japan. Der endlose Wald am Fuße des Fuji, auch Sea of Trees genannt, ist bekannt als Suicide-Spot, den vor allem Japaner aufsuchen. Aber auch Ausländer kommen hierher, um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Yūrei ist der japanische Name für die Geister der Verstorbenen, die man im Wald rufen hören kann. Auch ich habe sie schon vernommen, als ich den Aokigahara während einer Japan-Reise besucht habe. (Für die Neugierigen: Link zum Reisebericht) Daher bin ich besonders gespannt auf dieses Stück Suizidalmusik. Weiterlesen

… lautet der Untertitel, und passender könnte dieser wohl auch nicht sein. Ein schwarzes Skelett grinst mich bereits entspannt in coolem Prägedruck vom Cover aus an, aber auf gelbem Hintergrund. Gelb ist bei Schwarzes Bayern nun nicht unbedingt die favorisierte Farbe, aber sie symbolisiert die Sonne und ist die „Farbe des Todes und der Trauer in Ägypten“, klärt mich die Einbandklappe auf. Wieder etwas gelernt, und das schon mit dem Cover. Auch rot, violett, weiß und natürlich schwarz sind regional bedeutende Farben des Todes und der Trauer. Und je tiefer man in So stirbt man also eindringt, desto umfassender wird das Thema Tod, das zum Leben letztendlich final dazugehört. Auch, wenn man das nicht (wahrhaben) will.
Christopher Knight ist jung, hat eine Familie, einen Job und ein neues Auto, und dennoch spürt er, dass er nicht in die Gesellschaft passt. Die auferlegten gesellschaftlichen Rollenspiel-Schemata, das Agieren mit anderen Menschen fallen ihm schwer. Und so steigt der Zwanzigjährige 1986 eines Tages einfach in sein Auto und fährt los, ziellos. Am Ende seines Roadtrips fährt er immer tiefer in die Wälder, bis das Benzin zur Neige geht. Den Wagen lässt er einfach stehen und zieht zu Fuß weiter. Obwohl er keinerlei nennenswerte Outdoor- oder Survival-Erfahrung besitzt, richtet er sich am North Pond in Maine in einem unzugänglichen Waldabschnitt ein kleines Lager ein. Dieses ist vor der Welt geschützt durch dichte Bäume und große Findlinge, die das Lager umgeben und zugleich den Zugang verstecken. 