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Konzert: 22./23.07.17 – XIII. Amphi Festival, Tanzbrunnen, Köln – der Sonntag

Kalt und windig begrüßt uns der Amphi-Sonntag – genau mein Wetter! Ich genieße die frische Brise über Mittag im Beach Club, denn das Festival-Rumgammeln ist bisher entschieden zu kurz gekommen. Von der Main Stage schallt derweil M.I.N.E. zu mir herüber, das Soloprojekt des Camouflage-Sängers Marcus Meyn. Ein bisschen zackiger als die oft sehr sanften Camouflage klingen seine Songs, auch die ewigen Hits wie „Shine“ und „The great commandment“ kommen ein wenig dynamischer rüber. Gefällt mir gut! Um kurz vor eins finde ich mich dann aber doch im Theater ein, denn einen Act aus Schweden, noch dazu von der Qualitätsplattenfirma Progress Productions aus Göteborg, möchte ich mir nicht entgehen lassen.

IMG_0069Das Ein-Mann-Projekt Lucifer’s Aid springt ein klein wenig auf die Dive-Schiene auf – ein Mann auf der Bühne, der parolenartige Lyrics ins Mikro brüllt und zwischen Nebel und Strobo kaum zu sehen ist -, hat aber so viel EBM-Schlag in der Musik, dass das Ganze sehr eigenständig ist. Auf ganze Konzertdauer tatsächlich auch ein wenig eintönig, aber es ist durchaus beeindruckend, wie Carl Nilsson die Bühne beherrscht und wie druckvoll minimalistische Songs wie „Control yourself“, „Deep inside“ oder „The taste“ durchs Theater schallen, das um diese Uhrzeit locker gefüllt ist. Lucifer’s Aid bringen die ersten paar Reihen zum Tanzen, der Rest applaudiert wohlwollend – ein sehr guter Auftritt, der der Band sicher ein paar neue Fans eingebracht hat! Weiterlesen

CD: Covenant – The Blinding Dark

Welcome to the Void

AlbumArt_{76D5C0C7-E721-49F9-92AF-745A7AE5A6E1}_LargeDie Turbulenzen der letzten Jahre, die immer komplexere und deprimierendere Weltlage gehen wohl an keinem spurlos vorüber, so auch nicht am schwedisch-deutschen Klangkollektiv Covenant. Eine reine Partyband waren sie noch nie, auch wenn viele Fans sie fälschlicherweise dafür halten, zu nachdenklich, zu tiefgründig war letztendlich dann doch jede ihrer Veröffentlichungen (zum Glück). Doch es gab definitiv schon positivere Zeiten (man denke nur an die Energie von Songs wie „Tour de Force“ oder „Ritual Noise“, die extreme Lässigkeit von „The Men“) für Covenant, für uns alle. Wie dann wohl das lang erwartete neue Album The Blinding Dark ausfallen würde? Die ersten Vorabinterviews deuten tatsächlich auf große Nachdenklichkeit hin, auf Frustration, auf das Verarbeiten von Rückschlägen – aber auch auf die Schönheit, die daraus hervorgehen kann. Ich bin sehr gespannt.  Weiterlesen

Konzert: 04.11.16 Covenant, Faderhead, Iszoloscope – Backstage Werk, München

United States of Mind

Endlich ist er da, der Abend, auf den ich mich seit seiner Ankündigung in den ersten Monaten des Jahres gefreut habe: Meine schwedischen Lieblinge Covenant sind nach drei Jahren mal wieder in München, im Gepäck haben sie wie auch damals schon ihr aktuelles Album The Blinding Dark, das just am heutigen Tag veröffentlicht wird. Die Spannung unter den Fans ist groß, was die Soundtüftler wohl diesmal für musikalische Welten erschaffen haben – und natürlich, wie die neuen Songs live wirken würden. Auf dem Amphi habe ich bereits „Sound Mirrors“ gehört, was sich gut in das bisherige Schaffen der Band eingereiht hat. Wie viele Tracks vom neuen Album man heute wohl präsentiert bekommt? Ich freue mich jedenfalls wahnsinnig auf den Abend, der mit den hochkarätigen Vorbands Faderhead und Iszoloscope zu einem richtigen Großereignis zu werden verspricht. Weiterlesen

Konzert: 23.-24.07.16, 12. Amphi-Festival, Tanzbrunnen, Köln – der Sonntag

IMG_8825-2Der Sonntag beginnt auch wieder elend früh, um elf eröffnen Beyond Obsession den Tag, und auch sie spielen erfreulicherweise vor einer großen Schar Frühaufsteher. Das Wetter ist im Vergleich zum gestrigen Waschküchentag (bedeckt, schwül wie Hölle, regnerisch) heute etwas erträglicher, weil trockener, es wird allerdings sehr, sehr heiß und sonnig – wie immer auf dem Amphi. Beyond Obsession habe ich erst ein paar Tage vorher in München gesehen, hier auf der größeren Bühne gefallen sie mir noch etwas besser, mehr Bewegungsfreiheit tut Nils Upahl gut, und Songs wie „Unwinnable War“ oder „Song for the Dead“ kommen noch mal eindringlicher rüber. Nils und André machen ihre Sache bei ihrem ersten Amphi-Auftritt als Tagesopener richtig gut und werden mit verdientem Applaus belohnt. Weiterlesen

Konzert: 18.09.13 – Covenant, Aesthetic Perfection, Backstage Werk, München

Elektro vom Allerfeinsten

Zwei absolute Hochkaräter der elektronischen Musik haben sich für diesen Mittwoch in München angesagt, die Amerikaner von Aesthetic Perfection und die schwedischen Gentlemen von Covenant, die ihr großartiges neues Album Leaving Babylon präsentieren. Aesthetic Perfection haben auch ein paar Lieder ihres Anfang 2014 erscheinenden neuen Albums im Gepäck, und alles in allem verspricht das ein ganz wunderbarer Konzertabend zu werden. Weiterlesen

CD: Covenant – Leaving Babylon

Die schwedischen Soundtüftler sind zurück

mind215-24erBooklet.inddLange mussten wir auf ein musikalisches Lebenszeichen warten, viel hat sich in der Zwischenzeit im Lager von Covenant getan. Joakim Montelius hat sich ganz von der Bühne verabschiedet, ist aber ein festes Mitglied der Band im Studio geblieben. Daniel Myer widmet sich mittlerweile wieder ganz seinen eigenen Projekten, hat zu dieser CD aber noch einiges beigetragen. Daniel Jonasson ist vom festen Live-Knöpfchendreher zum festen Bandmitglied geworden, und ganz neu dabei ist der Komponist und Soundwizard Andreas Catjar, ein langjähriger Freund der Band. Covenant sind nun also zu viert und wieder vollkommen schwedisch – und vielleicht kommt es nur mir so vor, aber schon klingt alles wieder organischer und kompakter. Nicht dass das Vorgängeralbum Modern Ruin schlecht gewesen wäre, beileibe nicht, doch die ganz großartigen Covenant-Momente fehlten darauf meiner Meinung nach. Weiterlesen