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Wie eine Abrißbirne

Paranoid-OutRaisingHell_ALBUM-front_klein偏執症者 (Paranoid) aus dem schwedischen Frösön begeisterten mich bereits mit ihrem letzten Album Heavy mental Fuck-Up! (Link zur Rezension). Nur zu gern mache ich mich nun über ihr neuestes Werk, Out raising hell, her. Das Trio ist unverändert geblieben, dabei sind also Henrik Låsgård mit Gitarre und Gesang, Joakim Staaf-Sylsjö mit Bass und Gesang und Schlagzeuger Emil Bergslid, die vorher schon bei Bands wie Mob 47, Brottskod 11 und Warvictims gespielt haben. Der japanische Einfluss ist sofort auf dem Cover erkennbar: ein dämonischer Samurai-Krieger, der ein Nieten-Outfit wie von JudasPriest-Sänger Rob Halford trägt. Metal, Japan und Crust Punk – die dritte, bitte. Weiterlesen

Das große Kopfschütteln

Neck_Cemetery-BIACNeck Cemetery entstammen Köln und dem Ruhrgebiet und haben sich zwar erst 2018 gegründet, sind jedoch keine unerfahrenen Neulinge in der Musiklandschaft. Sänger Jens Peters war zuvor bei Aleatory und Season Of Flames aktiv, Gitarrist Boris Dräger bei Black Sheriff. Yorck Segatz spielt aktuell bei Sodom Gitarre und früher bei Beyondition, Bassist Matt Hauser ist auch bei Hornado aktiv und Drummer Lukas Strunck bei Black Sheriff. Gemeinsam frönen sie ihrer Leidenschaft für den guten alten Heavy Metal und agieren dabei so trve und authentisch, wie nur irgend möglich, und davon möchte ich mich mit Born in a coffin überzeugen. Gastauftritte liefern hierbei Chris Boltendahl (Grave Digger) sowie Gitarrist Michael Koch (Ex-Atlantean Kodex).
Das bemerkenswerte Albumcover stammt übrigens von Besil Wrathbone, der mit seiner Kunst auch schon für Sodom und die Kult-Skateboardmarke Koloss tätig war. Weiterlesen

BABYMETAL die dritte

BABYMETAL_Metal_Galaxy_Cover_4000pxNach dem selbstbetitelten Debüt und dem zweiten Album Metal Resistance steht nun mit Metal Galaxy das dritte Album der japanischen Überflieger BABYMETAL in den Startlöchern, die wie kaum eine andere Band die Metal-Gemeinde polarisieren. Lieben oder hassen, viel mehr Optionen scheint es nicht zu geben bei ihrem Kawaii Metal, der alle Genregrenzen sprengt. J-Pop wird mit Elementen aus Black, Death und Industrial Metal sowie Dance kombiniert und mit Gothic-Lolita-Outfits abgerundet.
Die als „Yuimetal“ bekannte Yui Mizuno (Tanz und Backgroundgesang) mußte letztes Jahr die Band aus gesundheitlichen Gründen verlassen, seitdem unterstützen verschiedene Tänzerinnen bei Auftritten Sängerin Suzuka NakamotoSu-Metal“ und die zweite Tänzerin und Backgroundsängerin Moa KikuchiMoametal„. Wie hat sich die Band also entwickelt? Weiterlesen

Wo das Tageslicht stirbt

Tulpa_a3204014035_10Tulpa ist eine italienische Viererband aus Parma, die 2017 von Sänger und Gitarrist Alessandro Coletta (Nocturnal Depression), Bassist Andrea Artusi (Arcana Liturgia) und Drummer Kyoo Nam „Asher“ Rossi (Forgotten Tomb, Caronte, Whiskey Ritual) gegründet worden ist. Der zweite Gitarrist Matteo Cordani ist nach dem ersten Auftritt dazugestoßen. Ihre erste EP Fear of fades ist 2017 erschienen, und diese machte mich nun mit ihrem Blackened Crust Punk auch neugierig, als die Rezensionsanfrage für das Debütalbum Unhealed in der Redaktion eingetrudelt ist.
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Set the spirit free

Indian Nightmare Bandcamp

Indian Nightmare Bandcamp

Die 2014 gegründete Band Indian Nightmare ist eine multinationale Truppe mit Musikern aus Indonesien, Italien, Mexiko und der Türkei. Neben den beiden Gitarristen Dodi Nightmare und Butch Fury steht Cedro am Bass, Lalo trommelt die Felle und Poison Snake steuert den Gesang bei. Sie haben sich einem Song nach selbst zu War-Metal-Punx ernannt und verarbeiten so auch folkloristische Einflüsse ihrer jeweiligen Heimatländer. Berlin ist jedoch die Basis, von der aus sie sich mit ihrem Debütalbum Taking back the land (2017) schnell einen Namen machten, sowohl im Underground Metal als auch in der Crust-Punk-Szene. Nun ist bei High Roller Records der Nachfolger By ancient force erschienen.
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Glam auf Speed

HRR672 Cover.inddLeathürbitch wurde von Gitarrist Patrick Sandiford und Drummer Meshach Babcock gegründet, die weiteren Mitglieder sind Bassist Andrew Sylvia, Gitarrist Sebastian Silva und Sänger Joel Stair. Nach einer selbstbetitelten EP letztes Jahr ist nun auf High Roller Records das erste Full-Length-Album Into the night erschienen.
Leathürbitch, ein sehr plakativer Bandname, der zunächst Fragen aufwirft und klingt wie eine Kreuzung aus den wenig bekannten Leather Nun und der Band Bitch um Sängerin Betsy „Bitch“ Weiss, die jeweils Leder und SM-Elemente in ihr Bühnenimage aufgenommen haben. Dazu passen auch das Cover und die Bandfotos. Und weisen die ü-Tüpfelchen auf Glam-Bands wie Mötley Crüe hin? Tauchen wir in die Nacht ein und finden wir es heraus.
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Zwischen allen Stühlen

IdleHands_CoverDie EP Don’t waste your time von den jungen Idle Hands aus Portland, Oregon, hervorgegangen aus der traditionellen Heavy Metal Band Spellcaster, hatte ich bereits im Webzine vorgestellt (Link zur Review). Außerdem ließen sie als Vorband von Gaahls Wyrd (Link zum Bericht) die Münchener aufhorchen. Am 10.05.2019 ist nun bei Eisenwald das erste Full-Length-Album Mana erschienen. Hauptsongwriter und Rhythmus-Gitarrist Gabriel Franco wird vom zweiten Gitarristen Sebastian Silva, Bassist Brandon Hill und Colin Vranizan am Schlagzeug unterstützt. Die EP offenbarte einen starken Einfluss von The Cure, eine ungewöhnliche Zutat im klassischen Heavy Metal, die mir persönlich sehr gefallen hat. Daher bin ich gespannt, in welche Richtung sich Idle Hands mit Mana entwickelt haben. Weiterlesen

The Cure und Heavy Metal?

Idle_Hands_Cover[1]Nach dem Ende der traditionellen Heavy-Metal-Band Spellcaster hat deren Gitarrist Gabriel Franco nach einer neuen musikalischen Ausdrucksmöglichkeit gesucht, und das 2017 gegründete Projekt Idle Hands ist das Resultat davon. Er als Sänger schreibt die Songs und spielt Rhythmusgitarre und wird vom zweiten Gitarristen Sebastian Silva unterstützt. David Kimbro bedient den Bass, und Colin Vranizan an den Drums sorgt für die nötigen Rhythmen. Auf Youtube ist mir deren Song „Can you hear the rain“ aufgefallen, bei dem den Kommentaren nach nicht nur ich The Cure heraushöre. Und das in der Kombination mit Heavy Metal? Weiterlesen

Ride the Mustang, not the lightning

page1 album cover 3000x3000Wenn eine Band sich Skull Fist nennt, ist sie entweder komplett bescheuert oder sie meint es ernst und schreckt dabei nicht vor Klischees zurück. Für die aus Toronto stammenden Kanadier gilt zum Glück letzteres. Seit 2006 haben sie sich dem klassischen Speed und Heavy Metal der achtziger Jahre verschrieben und verfolgen kontinuierlich ihren Weg. Nicht umsonst heißt ihr zweites Album von 2014 Chasing the dream. Aber dann hat sich Mastermind Zach Slaughter nicht nur das Genick gebrochen, er musste sich auch noch einer komplizierten Stimmbandoperation unterziehen. Nach dem langen Genesungsprozeß paßt der Titel des neuen Albums Way of the road bestens ins Bild. Der Ausfall sorgte zwangsweise für die lange Verzögerung, aber hat sie sich nicht nur zeitlich, sondern auch musikalisch ausgewirkt? Nicht umsonst gilt das dritte Album oft als entscheidend für die Zukunft. Weiterlesen

Schwungrad

Slaegt_The_WheelDie Band mit dem ungewöhnlich klingenden Namen SLÆGT (dänisch für Gattung) wurde 2011 von Oskar J. Frederiksen in Kopenhagen gegründet und kann bereits eine EP und zwei Longplayer vorweisen, von denen man vor allem das letztjährige Werk Domus Mysterium hervorheben muss. Nun erscheint der neue Output namens The Wheel. Frederiksen singt und spielt Rhythmusgitarre, die weiteren Mitglieder sind Anders M. Jørgensen an der Leadgitarre, Bassist Olle Bergholz und Adam ‚CC‘ Nielsen am Schlagzeug. Die Wurzeln der Band liegen im Black Metal, und damit bin ich im Normalfall schon raus. SLÆGT halten sich jedoch nicht mit Klischees auf, sondern erweitern kontinuierlich ihren Sound, vor allem der klassische Heavy Metal hat es ihnen angetan, und durch diese Vorgehensweise werden sie für mich interessant. Weiterlesen