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He’s lost control

John-SavageJoy Division sind eine der wichtigsten subkulturellen Musikbands, deren Einfluss für Bands in den Bereichen Post Punk, Dark Wave, Gothic und Indie Rock bis heute ungebrochen ist. Und deren Sänger Ian Curtis wurde durch seinen Selbstmord zum Mythos. Eine Woche vor seinem 40. Todestag halte ich das Buch in meinen Händen, und so beschließe ich noch zu warten. Der 18. Mai erscheint mir nur allzu richtig, um mit dem Lesen zu beginnen.
Im vorliegenden Buch handelt es sich mitnichten um eine Biographie, auch wenn die Bandkollegen Peter Hook, Bernard Sumner und Stephen Morris natürlich eine prominente Stellung haben. Stattdessen kommen außer ihnen eine Menge weiterer Zeitzeugen zu Wort, die zum Teil aus dem engsten Umfeld von Joy Division stammen. Darunter sind unter anderem die beiden Frauen in Curtis‚ Leben, Deborah Curtis und Annik Honoré, Manager Rob Gretton und Tony Wilson, gemeinsame Gründer des Independent-Plattenlabels Factory Records, Tourmanager Terry Mason sowie Produzent Martin Hannett. Und so wird man auch als langjähriger Fan mit Einblicken überrascht, die man so noch nicht kennt. Weiterlesen

Kälte, Nebel, Tanzfläche

Raskolnikov-Lazy-people-will-destroy-youDie Jungs von Raskolnikov haben sich 2015 in Genf kennengelernt, haben sich aber mittlerweile auch nach Konstanz, Paris und Reims verbreitet. Nichtsdestotrotz haben sie fleißig an ihrem zweiten Album Lazy people will destroy you gearbeitet, das nun bei Manic Depression Records erschienen ist. Was also haben sich Sänger und Bassist Mathieu Pawełski-Szpiechowycz, die Gitarristen Pablo Garrido und Quentin Allamand, der zusätzlich den Synthie bedient, und Schlagzeuger Jérôme Blum musikalisch einfallen lassen? Nachdem ich sie letztes Jahr im Rahmen einer Decadance-Party live erleben konnte, was ja derzeit nicht möglich ist, freue ich mich um so mehr auf die neue Scheibe. Weiterlesen

Vereinigung statt Teilung

2438191Aus Stockholm stammen die 2013 gegründeten A Projection, und damit befinden sich die Schweden in bester Gesellschaft, denn auch Henric De La Cour, Kite und The Exploding Boy stammen von dort. Deren Sänger Johan Sjöblom ist es auch, der mich letztes Jahr im Interview (Link) auf die Band aufmerksam gemacht hat. Das Debüt Exit stammt von 2015, Framework erscheint zwei Jahre später, und mit ihrem deutlich 80er-inspirierten Post Punk haben sie mich direkt begeistert. In der Zwischenzeit gab es gesundheitliche Probleme und Besetzungswechsel, Sänger Isak Erikson stieg aus. Doch nach einer schwierigen Zeit ist nun das neue Album Section bei Metropolis Records erschienen, für das Bassist Rikard Tengvall ans Mikro gewechselt ist. Linus Högstadius, Jesper Lönn und Gustav Forneus vervollständigen das Line-Up. Weiterlesen

So now it’s time to meet the sundown

EB_A_1500x1500Fünf Jahre haben sich The Exploding Boy, Schwedens bester Musikexport seit ABBA, mit dem fünften Album Alarms! Zeit gelassen. Einiges ist in der Zwischenzeit passiert, so hat die Band, die im Kern aus den Sängern Johan Sjöblom (Akustikgitarre) und Stefan Axell (E-Gitarre), Lead-Gitarrist Les Andersson sowie Keyboarder Nicklas Isgren besteht, Zuwachs bekommen. Bassist Mattias Svensson ist neu an Bord, Richard Ankers hat den vakanten Posten am Schlagzeug eingenommen und ersetzt den bisher meist zum Einsatz gekommenen Drum-Computer, und ABBA haben kürzlich zwei neue Songs angekündigt – das ist The Exploding Boy zum Glück zu wenig, also ist es höchste Zeit Alarms! zu schlagen oder besser anzuhören. Die Wartezeit wurde nur durch ein ausschließlich online veröffentlichtes Live-Album At The Dress Circle – Live NYC und das wunderschöne Soloalbum 6 von Sänger Johan Sjöblom (Link zur Review) verkürzt. Der Titel deutet es schon an, dass etwas überhaupt nicht stimmt, das Cover mit dem subtil angedeuteten Radioaktiv-Symbol räumt die letzten Zweifel aus. Weiterlesen

Neue Perspektiven

CoverAsh Code aus dem italienischen Neapel haben sich 2014 gegründet und bestehen aus Sänger Alessandro Bellucio, Keyboarderin und Sängerin Claudia Nottebella und Bassist Adriano Belluccio. Mit ihrem Auftritt beim WGT 2015 haben sie sich direkt einen festen Platz in meiner Playlist gesichert. Zuletzt waren sie mit ihrem 80er-Jahre-lastigen Dark Wave Sound zu Gast im Münchner Katzenclub (Link zum Bericht) und treten mit ihrem dritten Album Perspektive auch beim diesjährigen WGT auf, das zum Todestag von Ian Curtis am 18. Mai erscheint. Darin geht es darum, Sachverhalte bewusst aus allen Blickwinkeln zu betrachten, auch aus den des Gegners – einander zu respektieren, ohne den eigenen Standpunkt dafür aufgeben zu müssen. Mix und Mastering hat dabei übrigens Doruk Ozturkcan von She Past Away übernommen. Weiterlesen

Pimmel Fotze Hodensack!

P1100603Isolation Berlin sind endlich wieder in München zu Gast, nachdem es zur Lesung im Rahmen des Literaturfestes letztes Jahr zumindest im Anschluss ein paar akustische Lieder gab. Mit ihrer Show im Feierwerk vor zwei Jahren (Link zum Bericht) katapultierten sich Isolation Berlin für mich ad hoc an die unangefochtene Spitze aktueller deutschsprachiger Bands. Heute präsentieren sie ihr aktuelles Album Vergifte dich (Link zur Review).
Als Vorband sind die Staatsakt-Labelkollegen Swutscher am Start. Klingt merkwürdig? Ist es auch, denn Swutscher ist ein Begriff aus dem Plattdeutschen und bezeichnet Herumtreiber und liederlich lebende Menschen. Die Mitglieder, die Gitarristen Sven Stellmach und Velvet Bein, Sänger und Gitarrist Sascha Utech, Drummer Martin Herberg, Bassist Mike Krumhorn und Keyboarder Sebastian Genzink, stammen aus dem sagenumwobenen Rehn (wenn Google Maps nicht lügt) irgendwo an der A7 zwischen Hamburg und Neumünster. Weiterlesen