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Katharina Nuttall – „Lethe“

Katharina Nuttall, gebürtige Norwegerin mit englischem Vater und Wohnsitz in Stockholm, komponiert Film- und Theatermusik, ist Produzentin (zum Beispiel von Ane Brun) und selbst auch Musikerin. Ihr letztes Soloalbum Turn me on ist bereits aus dem Jahr 2011, umso schöner ist jetzt ihr neuer Song „Lethe“ als Vorgeschmack auf das neue Album The garden, das nächstes Jahr beim schwedischen Label Novoton Records erscheinen wird. „Lethe“ ist ein faszinierendes, vielschichtiges Stück Dark-Indie-Pop-Musik, bei dem Katharina Nuttalls warme Stimme mal dominiert, mal mit den Instrumenten zu einer düsterschönen Melange verschmilzt. Ein betörender Ohrwurm, an dem unter anderem Christian Berg von Kite  mitgewirkt hat!

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Death Angel – „Under Pressure“

Death Angel haben „Under Pressure“ von Queen & David Bowie gecovert. Die Bay Area Thrasher überraschten am 09.10. mit einer neuen Version des Rock Klassikers, die Teil einer EP mit demselben Titel ist (erhältlich über Nuclear Blast). Diese enthält außerdem einen  weiteren neuen Song, „Faded remains“, sowie zwei neu aufgenommene akustische Versionen von „A room with a view“ und „Revelation Song“.

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Kite – „Teenage Bliss“

Nach der EP Tranås/Stenslanda haben Kite „Teenage Bliss“ am 05.06. veröffentlicht.  In Zusammenarbeit mit Benjamin John Power als Koproduzent erschien damit eine Vermischung von früher und heute, es steckt wieder einmal viel Nicklas Stenemo und Christian Berg drin, wenn auch der Text reduzierter erscheint.  Unter anderem hört man: “Teenage bliss, there ain’t no consequences in your life and you don’t know what tragedy is” – wir meinen: Und das ist auch gut so.

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KITE – „Tranås/Stenslanda“

KITE – da bedarf es bei uns nicht viel nachfragen, reinhören ist angesagt. Mit ihrer neuen Single „Tranås/Stenslanda + Hopelessly Unholy (orchestral version)“ (Vö. Februar 2020) lassen sie uns wieder in ihren KITE-Kosmos eindringen, viel Synthie gepaart mit Geschichten und Persönlichkeit. Marcus Malmström hat zu „Tranås/Stenslanda“ ein sehenswertes Video entworfen, inclusiver Liveaufnahmen vom KITE-Konzert in der Royal Opera in Stockholm.

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Vereinigung statt Teilung

2438191Aus Stockholm stammen die 2013 gegründeten A Projection, und damit befinden sich die Schweden in bester Gesellschaft, denn auch Henric De La Cour, Kite und The Exploding Boy stammen von dort. Deren Sänger Johan Sjöblom ist es auch, der mich letztes Jahr im Interview (Link) auf die Band aufmerksam gemacht hat. Das Debüt Exit stammt von 2015, Framework erscheint zwei Jahre später, und mit ihrem deutlich 80er-inspirierten Post Punk haben sie mich direkt begeistert. In der Zwischenzeit gab es gesundheitliche Probleme und Besetzungswechsel, Sänger Isak Erikson stieg aus. Doch nach einer schwierigen Zeit ist nun das neue Album Section bei Metropolis Records erschienen, für das Bassist Rikard Tengvall ans Mikro gewechselt ist. Linus Högstadius, Jesper Lönn und Gustav Forneus vervollständigen das Line-Up. Weiterlesen

Svensk synthmagi – schwedische Synthmagie

20190331_230840Kite – das sind Nicklas Stenemo und Christian „Kitte“ Berg. In Schweden seit Langem durch verschiedene Bands bekannt, seit elf Jahren zusammen als Kite aktiv und mit Kultstatus. Durch diverse Festivalauftritte und ein paar Einzelkonzerte hat sich das Duo auch in Deutschland einen fast schon legendären Ruf erspielt und mit ihren magischen Shows viele Fans gewonnen. Die Freude war groß, als im Jahr 2017 eine Deutschland-Tour angekündigt wurde, die dann allerdings erst einmal verschoben und schließlich ganz abgesagt werden musste. Sänger Nicklas hatte einen veritablen Burn-out und musste sich dringend erholen. Wie lange die Zwangspause andauern würde, war nicht abzuschätzen, und umso größer war der Jubel, als vor einigen Monaten wieder ein Konzert in Stockholm angekündigt wurde. Der Ansturm auf die Tickets hat jede Rammstein-Tour in den Schatten gestellt, in zehn Sekunden war das Venue ausverkauft, sodass die Veranstalter einen zweiten Termin für den Vortag organisierten. Auch hier: Nach zehn Sekunden waren die Tickets weg und das Wehklagen unter den leer ausgegangenen Fans groß. Die Konsequenz? Ein dritter Termin am selben Wochenende Ende März, und dieses Mal hatte ich nach zwei vergeblichen Versuchen Glück und konnte Tickets für mich und zwei Freunde ergattern. Umgehend wurden Hotel und Flug gebucht, und dann begann das lange Warten auf Kite und ein phänomenales Wochenende in der schönsten Stadt der Welt. Weiterlesen

Wissenswertes über Erlangen

Im Gespräch mit Johan Sjöblom (The Exploding Boy)

Exploding Boy Tour of AlarmsIm Vorfeld des Konzerts von The Exploding Boy im Münchener Backstage Club (Link zur Review) vereinbarten wir mit Sänger Johan Sjöblom ein Interview, irgendwann zwischen Soundcheck und Show, am liebsten „in a nice pub“. Das ist im Umfeld vom Backstage eine zwar kaum lösbare Aufgabe, aber nun denn. Ein Facebook-Post zeigt uns am Nachmittag, dass The Exploding Boy die lange Fahrt aus Wien überstanden haben und im Backstage eingetroffen sind. Also machen wir uns [torshammare und Mrs. Hyde] auch auf den Weg und treffen um 18 Uhr ein. Das Backstage wird in langen Schlangen geradezu belagert von Minderjährigen, die im Nieselregen teilweise heftig am Vorglühen sind und auf Yung Hurn warten. Wir dürfen noch nicht aufs Gelände – und keine Nachricht von Johan. Der Soundcheck scheint sich hinzuziehen. Um 18:30 Uhr öffnet sich endlich das Tor, die Kids stürzen rein, und wir schieben uns außen rum vorbei Richtung Club. Johan treffen wir dort vor der Tür, wo er etwas verloren dasteht. Wir begrüßen uns erstmal, er stellt uns kurz Les Andersson und Matthias Svensson vor, die gerade rauskommen. Johan schlägt uns für das Interview spontan den Reitknecht vor, die kleine Kneipe vom Backstage, denn bei dem mistigen Wetter mag er ebenso wenig woanders hin wie wir. Aber die Räumlichkeit erweist sich als ungeeignet. Mangels Alternativen in der Nähe verschieben wir das Interview erstmal, das wird wohl doch per Email ablaufen. Dafür unterhalten wir uns einfach total nett und entspannt. Weiterlesen

Ausdrucksstark und elektrisierend

VISo mitreißend, diese Farbenfreude und Ausdruckskraft in ihren Videos. Erst seit kurzem begeistert mich das Duo, aber das vom ersten Electronic-Pop-Ton an. Am 19. Oktober sollten sie im Backstage auf der Bühne stehen, leider wird daraus nichts. Von wem ich rede? Von KITE! Die Schweden reißen mich jedes Mal mit, vielleicht kann ich euch auch infizieren? Hört mal zum Beispiel in die EP VI rein: Weiterlesen

Schwedische Fundgrube

Progress ProductionsSchweden – Land der Elche und der Mitternachtssonne, Heimat von Astrid Lindgren, IKEA und der Kanelbullar, den unwiderstehlichen Zimtschnecken. Musikalisch vor allem mit ABBA und Roxette weltweit bekannt, doch das Faszinierende an dem Land ist unter anderem, dass aus nahezu jedem Genre absolut hochkarätige Bands kommen. Egal ob Metal, Rock ’n’ Roll oder Punkrock – mit gitarrenlastigen Bands aus Schweden kann man eigentlich nichts falsch machen.
Doch in den letzten Jahren hat sich auch die (schwarze) Synth-Szene des Landes international einen Namen gemacht, und immensen Anteil hat daran eine kleine, unabhängige Plattenfirma in Göteborg, Progress Productions. 2004 von Torny Gottberg gegründet, beherbergt sie so renommierte Künstler wie Henric de la Cour, Agent Side Grinder, Kite oder Spark!. Außerdem haben die Labelmacher ein hervorragendes Händchen für neue Talente aus allen Bereichen des schwarz-elektronischen Kosmos.
Mit ihrem diesjährigen Label-Sampler We are progress, den es exklusiv und kostenlos als CD auf Festivals und Konzerten gibt, stellen Progress Productions ihre derzeit wichtigsten Künstler vor. Weiterlesen

IMG_9745Mein Amphi-Samstag beginnt etwas später als geplant, die wunderbaren Empathy Test und die abkühlenden Eisfabrik hätte ich gern gesehen. Oder ein bisschen Postpunk mit den Lokalmatadoren Holygram im Theater? So richtig fit bin ich allerdings erst nach dem Mittagessen und starte den Tag gleich auf der Orbit Stage, also der MS RheinEnergie, die heute wie angekündigt wieder am anderen Rheinufer liegt, aber diesmal nicht an der Hohenzollern- sondern an der Deutzer Brücke. Das ist von meinem Hotel aus sogar sehr recht komfortabel, am nahe gelegenen Heumarkt hat man eine Fülle an Essensmöglichkeiten, weshalb ich dann gestärkt um drei auf dem Schiff zu Aeon Sable aufschlage. Letzten Herbst habe ich die Band, die Gothrock der alten Sisters– und Fields-Schule wiederaufleben lässt, bereits in Deutzen auf dem NCN gesehen, da haben sie mir gut gefallen, trotz prallem Tageslicht. Heute stimmen die Lichtverhältnisse, es ist schön düster und bandeigene Strahler sorgen für großartige Lichteffekte auf der Bühne. Sänger Nino und seine Kollegen geben alles, es ist wirklich schaurig-gothisch – mir aber fast einen Tick zu betont schwer und schleppend. Ein bisschen zäh kommt es mir zeitweise vor, vielleicht bin ich aber auch nur sehr ungeduldig, weil danach Henric de la Cour auf dem Plan steht … Songs wie „Hypaerion“, „Elysion“, „Dancefloor satellite“ oder „Praying mantis“ sind definitiv Perlen des gothischen Düsterrocks, und die Band erntet den verdienten Applaus.  Weiterlesen