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Festival: 15./16.04.17 – Dark Easter Metal Meeting, Backstage, München – Sonntag

Unheiliger Ostersonntag

Noch geplättet von einem grandiosen Festivalsamstag haben wir es irgendwie schon um 14 Uhr aufs Gelände geschafft, um uns einem Ostersonntag zu stellen, der in zehn Stunden siebzehn Konzerte für uns bereithalten wird. Wie das wohl diejenigen schaffen, die am Vortag noch zur After-Show-Party geblieben sind? Viel Zeit um nach einer Antwort auf diese Frage zu suchen, haben wir nicht, denn wie schon am Vortag geht es pünktlich los:

DSC_6612Den unheiligen Ostersonntagsreigen eröffnet um halb drei die Bonner Formation Valborg, die die Besucher mit ihrem spannenden progressiven Doom Metal weckt. Der ungewöhnliche Sound, der gekonnt tonnenschwere Riffs mit atmosphärischen, elektronischen Elementen mischt, lädt dazu ein, die verspannte Nackenmuskulatur durch sanftes Nicken mit geschlossenen Augen zu lockern, während man auf dem dichten Klangteppich davongetragen wird. (Nimm dies, Yoga!) Untermalt wird das Ganze von teilweise extrem knappen deutschen Texten, bei einigen Songs bestehen sie nur aus einem einzelnen Wort, mal gekreischt, mal clear gesungen. Obwohl Valborg sich vor allem auf ihr brandneues Album Endstrand (erschienen am 7. April) konzentrieren, von dem mir besonders „Stossfront“ in Erinnerung geblieben ist, und der Single „Werwolf“ vom letzten Jahr, werden auch ältere Stücke wie „Vampyr“ gegeben. Insgesamt ein gelungener Einstieg in einen langen Sonntag! Weiterlesen

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Bandporträt-Review/DEMM 2017: Mayhem: The Death Archives

MAYHEM-LOGO

Pure Fucking Mayhem in München!

Das Dark Easter Metal Meeting 2017 ist mit 25 Bands an zwei Tagen eine Herausforderung ans Durchhaltevermögen der Besucher – und auch im Vorfeld schon eine an die Vorbericht-Schreiber. In diesem konkreten Fall: Wie stellt man eine Band vor, die eigentlich nicht vorgestellt werden muss? Jeder Metalfan da draußen, selbst diejenigen, die vom Schwarzmetall sonst eher Abstand halten, hat schon von Mayhem gehört – von ihrem abgefuckten Bassisten Necrobutcher, der betrunken „Fuck you!“ in die Kamera grölt, von ihrem Sänger Dead, der sich 1991 das Gehirn weggepustet hat, von ihrem Gitarristen Euronymous, der Deads Leiche entdeckte, Fotos davon machte und einen Knochensplitter vom Schädel seines toten Freundes um den Hals trug, bis er von Burzums Varg Vikernes erstochen wurde … Mayhem ist umgeben von Geschichten, die längst zu Mythen geworden sind. Immer und immer wieder wurden sie erzählt, in Interviews, von Journalisten und Autoren, und immer ein wenig anders, sodass einige dieser Mythen inzwischen nichts mehr mit dem zu tun haben, was damals passiert ist. Weiterlesen

News: Dark Easter Metal Meeting am 15. und 16. April 2017 im Backstage (München)

Dark Easter Metal Meeting 2017 Flyer

Das Billing für das Dark Easter Metal Meeting 2017 am 15. und 16. April im Backstage in München ist komplett:

15. April 2017:

Memoriam
Death Metal (England)
(Erster Auftritt der Band in München)

Gehenna
Black Metal (Norwegen)

Deserted Fear
Death Metal (Deutschland) Weiterlesen

Editorial – 21. Ausgabe – 26.05.2014

Band der Woche

hailstone-logo

Hailstone sollten jedem Münchner, der sich intensiver mit Death Metal befasst, ein Begriff sein. Die fünf Herren hatten Darth Vader zum Kindheitsheld und hören die eigenen Platten, wenn das sexy Mädel von letzter Nacht noch im Bett liegt – und haben Pläne zur Ergreifung der Weltherrschaft. Alles nachzulesen im Interview!

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News: Mayhem veröffentlichen ersten Song aus dem neuen Album

Mayhem feiern dieses Jahr ihren 30. Geburtstag! Einen ersten Vorgeschmack auf das, was uns auf der Party erwartet, liefert die erste Auskopplung „Psywar“ aus dem kommenden Album Esoteric Warfare, das am 23. Mai bei Seasons of Mist erscheinen wird. „Esoteric Warfare“ ist das fünfte Studioalbum der berühmt-berüchtigen Black-Metal-Formation, die sich musikalisch – das zumindest lässt „Psywar“ vermuten – wieder ein bisschen mehr auf ihre Wurzeln besonnen hat. Weiterlesen

Buch: Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos

Der Versuch einer Rezension aus der zugegeben subjektiven Sicht eines bekennenden Nichtfans

 

Warum liest man ein Buch über Black Metal, wenn man die Musikrichtung nicht mag? Nun, einfach aus Interesse an einem der extremsten Auswüchse der Musikgeschichte und wie es zu solchen Auswirkungen wie Kirchenbränden und Mord kommen konnte.

Lords of Chaos wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren von 1994 bis zur ersten Veröffentlichung 1998 erarbeitet. Es setzt sich zu einem Großteil aus persönlich geführten Interviews, unter anderem mit einem der Hauptprotagonisten, zusammen, weitere Interviews mit vielen weiteren beteiligten Personen innerhalb und außerhalb der Szene wurden am Telefon oder per Post geführt; Zeitungsberichte aus den entsprechenden Jahren sind ebenfalls in das Buch eingeflossen. Insgesamt wird versucht, die Entwicklung des Black Metal und die Geschehnisse in seinem Verlauf und die Verbindungen zur politischen Rechten näher zu beleuchten. Auch das deutsche Kapitel des Black Metal mit dem Mord an Sandro Beyer durch Mitglieder der Thüringer Band Absurd wird dabei behandelt. Weiterlesen