Im Netz der Spinne
Aux Animaux ist ein Underground-Musikprojekt von Gözde Duzer, einer schwedischen Künstlerin aus Stockholm mit türkischen Wurzeln. Mit ihrem Album Body Horror bin ich bereits auf sie neugierig geworden (Link zur Review). Daher bin ich auch mehr als gespannt, wie das Ganze in der Live-Erfahrung ausfällt. Im Vorprogramm tritt XTR Human auf, der schon lange nicht mehr in München zu Gast war und auf jeden Fall auch eine eigene Fangemeinschaft hat. Als lokale Vorband sind Dürre Ringer engagiert worden, von denen wir noch nie etwas gehört haben. Der Name klingt aber schon mal ungewöhnlich, sodass wir uns da einfach mal überraschen lassen.

The Sex Organs haben sich 2014 in Zürich gegründet und avancierten schnell zum Geheimtipp und zur Kultband im europäischen Garage Underground. Letztes Jahr ist das zweite Album We’re fucked – the ultimate Soundtrack to the downfall erschienen. Doch in dieser Rezension geht es noch einmal um das viel zu schnell vergriffene 2016 veröffentlichte Debütalbum Intergalactic sex tourists von der Schweizerin Jackie Brutsche und dem Niederländer Bone, das von Voodoo Rhythm Records frisch neu aufgelegt worden ist.
Zugegeben, es ist der etwas bekloppte Bandname, der mich aufhorchen ließ. Vor allem, wenn die Mitglieder aus dem französischen Rennes stammen. Viel mehr gibt die Internet-Recherche nicht her, da die Suchergebnisse nur ertrinkende Kleinkinder ausspucken. Ein tragisches Thema, und langsam dämmert mir, dass der Bandname doch nicht so willkürlich gewählt ist. Lassen wir also die Musik des gleichnamigen Debütalbums von Allein In Der Badewanne auf uns wirken, das über Icy Cold Records erschienen ist.
Die Bandgründung des Wiener Duos Laut Fragen geht auf ein Filmprojekt über Obdachlosigkeit zurück, bei dem sich Maren Rahmann und Didi Disko 2016 getroffen hatten. Multiinstrumentalist Didi spielt auch bei Collapsing New People, und Maren hat sich als Chanson-Sängerin auch mit Textvertonungen beschäftigt. Dabei gehen sie experimentell vor und erweitern so ihr musikalisches Spektrum, das sich grob zwischen New Wave und Post Punk bewegt. Nach zwei Alben und zwei EPs (
Deutscher Underground in den Achtzigern lautet der Untertitel des von Xaõ Seffcheque und Edmund Labonté herausgegebenen Buches. Damit ist eigentlich schon alles gesagt, und doch wiederum gar nichts. Beide waren damals mittendrin: Seffcheque gründete unter anderem zusammen mit Peter Hein (Fehlfarben) die Band Family*5 – der Mann hinter dem etwas geheimnisvoll klingenden ar/gee gleim (eigentlich Richard Gleim) ist kein Fotograf im herkömmlichen Sinne, sondern ein Zeitzeuge, der die Aufbruchstimmung im deutschen Underground in den Achtzigern instinktiv gespürt und zum Glück auf zahllosen Parties und Konzerten mit seiner Kamera festgehalten hat.
Mit dem langersehnten dritten Album Bitchlifecrisis waren The toten Crackhuren im Kofferraum erst kürzlich zu Gast im Münchener Backstage (Link zum Bericht), und nun möchte ich es näher vorstellen. Nach dem Debütalbum jung, talentlos und gecastet (2010) und dem Nachfolger Mama ich blute (2013) war es etwas still um die Crackhuren. Die Zeit wurde für andere Projekte genutzt, so z. B. für Lulu und die Einhornfarm, dem Punk-Nebenprojekt von Sängerin Luise „Lulu“ Fuckface. Des Weiteren singen Doreen K. Bieberface, Ilay Newman und Kristeenager, und die Jungs an den Instrumenten sind Thomas Echelmeyer am Bass, Schlagzeuger Daniel Reuschenbach und Gitarrist Mötley Chrü Funface.
Im Gegensatz zur Electronic Body Music, die stets mit textlichen Inhalten kombiniert ist, konnte ich mit der Techno-Bewegung nie etwas anfangen und empfand diese immer als monoton und inhaltsleer, ganz zu schweigen von ihren Anhängern. Selbstverordnete Pseudohappiness dank Pillen sind nicht mein Ding. Um so mehr bin ich von HC Baxxter aus Hannover überrascht (der auch mit SNARG unterwegs ist), dessen Name bereits perfekt zusammenfasst, was einen musikalisch erwartet. Hardcore Punk meets Techno. Kleben wir also wahlweise Rave-Punk oder Technocore auf die Schublade und ziehen diese ganz weit über alle Genregrenzen hinweg auf.