Besser spät als nie
Tief aus dem Untergrund Berlins stammt die 2024 gegründete Band mit dem doch eher ungewöhnlichen Namen, und diesen könnte mensch durchaus so verstehen, dass die Mitglieder nun zusammen ausgezogen sind, um die Ehre des Gothic Rock zu retten. Robert Koric übernimmt dabei den Gesang, Sandy Pötzsch spielt Bass und Gianmarco Bellumori Gitarre. Alle drei haben langjährige Erfahrungen als Musiker und werden von einem Drumcomputer begleitet. Forest Lights ist ihr erstes Lebenszeichen als Sorry We Weren’t Here Before.
Kurz vor Ladenschluss erreichte uns die Nachricht, dass die EP um einen Song erweitert worden ist, was auch die Tracklist durchgeschüttelt hat. Dann also noch einmal ran ans Werk. Weiterlesen

Achtung, Verwechslungsgefahr. Es geht hier nicht um die schamanische Band Living Temples aus Klaipėda in Litauen, sondern um das Musikprojekt Living Temples des Schweden Kalle Fagerberg, manchen auch bekannt von Bootblacks, Liste Noire und The Blank VRS. Ursprünglich stammt er aus Stockholm, lebt mittlerweile aber in Berlin, dem Mekka der elektronischen Underground-Musikszene. Denn Kalleberg arbeitet unter anderem mit alten japanischen Synthesizern. Schon sein Debüt Against the day hatte mir gut gefallen, und mit Glass ist sein zweites Album bei Manic Depression Records erschienen.
Seit nun mehr 25 Jahren sind die Golden Apes aus Berlin nun schon aktiv und präsentieren über Icy Cold Records mit Our ashes at the end of the day ihr 13. Studioalbum. Neben Sänger und Keyboarder Peer Lebrecht sind sein Bruder und Bassist Christian Lebrecht und Gitarrist Gerrit Haasler mit von der Partie, und Salomon Bosse liefert mittels Schlagzeug und Percussions die Rhythmen. Somit hat es seit dem letzten Album From the sky (
Bereits 2005 wurde Varsovie im französischen Grenoble von Arnault Destal und Grégory Cathérina gegründet, Sänger und Gitarrist der Band, während Arnault sich für Texte und Schlagzeug verantwortlich zeigt. Dennoch ist bereits letztes Jahr erst ihr fünftes Album Pression à froid bei Icy Cold Records erschienen. Gut Ding will eben manchmal Weile haben.
Golden Apes sind mittlerweile ein echtes Urgestein der deutschen Untergrund-Szene, hatten sie doch seit ihrer Gründung in Berlin 1998 in wechselnden Besetzungen ganze zwölf Alben aufgenommen, wenn ich richtig gezählt habe. Die Konstanten im Bandgefüge sind die Brüder und Gründungsmitglieder Peer Lebrecht (Gesang und Keyboard) und Christian Lebrecht (Bass). Die weiteren Mitglieder sind aktuell Gerrit Haasler (Gitarre), Frank Flenz (Gitarre) und Joe Tyburn (Schlagzeug), mit denen zusammen das neue Album From the sky bei Icy Cold Records herausgebracht worden ist. Der Bandname ist übrigens einem Wortspiel aus Also sprach Zarathustra von Friedrich Nietzsche entlehnt.
Welcher (Alt-)Gothe kennt sie nicht, die einflussreiche, 1985 gegründete Band um Sänger und Gitarrist Mic Jogwer, die mit der Single „Michelle“ und deren Veröffentlichung auf dem ersten Zillo-Sampler einen Riesenszenehit landete, der bis heute gern in den einschlägigen Diskotheken gespielt wird. Pink Turns Blue jedoch nur auf diesen einen Hit zu reduzieren, ist ein fataler Fehler; von dem ein wenig an Cure erinnernden klagenden Sound der ersten Platten hat man sich im Lauf der Zeit enorm weiterentwickelt hin zu teils treibendem Postpunk, teils melancholisch-wavig angehauchten Songs, die an die Wurzeln von Pink Turns Blue erinnern. Trotz der zeitweiligen Auflösung der Band (1995–2003) waren sie nie wirklich weg aus der Szene, was der umjubelte Auftritt auf dem WGT 2003 – nach dem man beschloss, die Band wieder ernsthaft zum Leben zu erwecken – bewies. Nach Phoenix, Ghost und Storm ist das neue Album The Aerdt – Untold Stories das insgesamt vierte seit der Reunion. Lohnt sich der Kauf?
Pink turns Blue, The AERDT – Untold Stories, VÖ: 15.04.2016 (Orden Records)