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Next stop Krakow

MekongMekong, da denke ich sofort an den großen Fluss, der nacheinander durch China, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam fließt, sich also einmal quer durch Südostasien schlängelt. Und da es sich hier ja aber um eine Band handelt, kommt mir zwangsläufig die französische New-Wave-Rock-Band Indochine in den Sinn. In diesem Fall weist Mekong allerdings ins polnische Krakow und ist das musikalische Projekt des in Portugal geborenen Renato Alves. Der Gesang ist aber im international verständlichen Englisch gehalten. End of the world ist sein Debütalbum und im Mai auf Icy Cold Records erschienen. Weiterlesen

Harte Sprache, weicher Kern

dogs-in-treesHeute möchte ich noch einen Nachzügler präsentieren, denn manchmal passt es zeitlich einfach nicht, und dann bleibt schon mal etwas liegen, dem man sich trotzdem hätte widmen wollen.
Ob Hunde nun wirklich auf Bäume klettern, sei einmal dahingestellt. dogs in trees aus dem polinschen Gdynia können jedenfalls so einiges. Die Band besteht seit 2010 und hatte nach einigen EPs 2015 ihr erstes Studioalbum pióra mew veröffentlicht. Seit letztem Sommer ist auch ihr aktuelles Album echo erhältlich, das in einer Zusammenarbeit von Icy Cold Records und Alchera Visions erschienen ist. Sänger Paveł Goździewicz, der auch Gitarre und Synthesizer übernimmt, Arkusz Książczak am Bass und Schlagzeuger Tymek Lasota haben sich ganz den dunkleren Emotionen verschrieben, die atmosphärisch umgesetzt werden. Weiterlesen

Willkommen in der Hölle!

Vor sieben Jahren erblickte Chanid in Polen das Licht der Welt. 2014 folgte dann eine beachtliche Demo (Misterium), danach herrschte erst einmal Grabesstille. Doch wer den Fünfer als Totgeburt abtun wollte, sah sich im Mai diesen Jahres eines Besseren belehrt, denn da ließen Chanid ihr Debütalbum Lucifer auf die Welt los: Eine halbe Stunde knüppelharten, eiskalten, bitterbösen Black Metal, der sich in acht blasphemischen Tracks ganz Oldschool mit dem Finsteren Fürsten befasst. Weiterlesen

Robert, wir fahren nach Lodz!

Das waren noch Zeiten, als man mit einem gepackten Rucksack in Konzerthallen durfte. Vielleicht ein Fläschchen Wasser dabei, eine belegte Semmel, Streichhölzer und Feuerzeuge für die ganz großen Momente.

Die Feuerzeuge waren aber ohnehin endgültig vorbei, als die Handys mit ihren blinkenden Bildschirmen aufkamen. Doch diese werden ja nicht nur benutzt, wenn uns die Götter auf der Bühne zu ergreifenden Gesten animieren und unisono die Arme geschwungen werden, die Handys ein Meer aus Lichtern bilden. Nein, die Konzertbesucher fotografieren und filmen, was das Zeug hält, sodass man meist das Konzert auf dem Handy des Vordermannes mitverfolgen kann. So war es auch 2016 bei The Cure. Auch ich war letztes Jahr im Oktober in der Olympiahalle, auf einem Sitzplatz in der drölfzigsten Reihe. Hatte die Wahl, mir Robert Smiths Vogelnest auf dem Kopf in Stecknadelgröße anzusehen, oder auf den Leinwänden links und rechts, oder auf den verschiedenen Handys davor.

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Fünf Jahre Blasphemie am Ostersonntag

Ostersonntag in München. Die Sonne scheint zum ersten Mal seit Tagen, es weht ein laues Lüftchen, die Vögelein singen, und an der Isar tummeln sich Familien komplett mit Hund und Offroad-Kinderwagen in der fast schon ländlichen Idylle mitten in der Stadt. Klingt zum Kotzen, oder? Wie gut, dass es das Dark Easter Metal Meeting gibt! Bereits zum fünften Mal liefert Münchens eigenes grandioses Ein-Tages-Festival jedem Fan der etwas schwärzeren Spielarten der metallischen Klänge die perfekte Ausrede, sich nicht am Ostersonntagsspaziergang mit der Familie beteiligen zu müssen! Das Line-up dieses Jahr lässt keine großen Wünsche offen: Neben altbekannten Genre-Größen wie God Dethroned, The Vision Bleak und dem Headliner My Dying Bride werden (noch) nicht ganz so bekannte Acts in drei verschiedenen Konzerthallen im Backstage präsentiert. Und wie auch schon in den vergangenen Jahren macht sich das dynamische Trio Nekrist, torshammare und The Doc auf zum fast zwölfstündigen Musik-Marathon. Weiterlesen

Sauber!

northern-plague-manifesto-front

Ein Manifest ist eine Absichtenerklärung, meistens politischer, aber seit der Jahrhundertwende auch künstlerischer Natur. Ein solches kommt jetzt aus Polen: Das Debütalbum des Quartetts Northern Plague. Die vier Herren um Sänger Fenris können immerhin bereits auf eine fünfjährige Bandgeschichte und eine 2011 veröffentlichte EP, Blizzard of the North betitelt, zurückblicken, sowie auf etliche Konzerte (unter anderem mit Vader) und haben sich live einen guten Ruf erspielt. 2014 lassen sie ihren ersten Silberling Manifesto auf die Menschheit los, und wer auf eine amtliche Breitseite Hass, Wut und Chaos wartet, die dennoch technisch einwandfrei sitzt und ins Schwarze trifft: Hier ist sie! Weiterlesen