The Sun or the Moon – eine Band, die sich seit Gründung im Jahr 2019 stilistisch zwischen den Koordinaten Kraut Rock, Psychedelic Rock und Progressive bzw. Art Rock bewegt. Nun kommt ihr drittes Album Into the light, das eine fesselnde Weiterentwicklung ihres Sounds zeigt und sich auf die progressive und artrockige Dimension ihrer Musik konzentriert. Weiterlesen
Beiträge
Let’s kick ass – and some brain
Es ist heiß in München, sehr heiß. Außerdem liegt ein (hoffentlich) durchfeiertes langes Wochenende hinter Locations und Gästen. Zwar regnet es mittlerweile immer mal wieder und hat ein paar Grad abgekühlt, doch das trägt erst recht zur klamm-klebrigen Treibhausatmosphäre draußen wie drinnen bei. Nicht die besten Voraussetzungen für diesen Dienstag – Feiertag – und das von mir schon lange ersehnte Konzert mit Coltaine, Messa und Crowbar in der Backstage Halle. Bekanntermaßen sind die verschiedenen Backstage-Konzerträumlichkeiten Münchens größte Sauna, was manchmal durchaus anstrengend werden kann. Nachdem die drei angekündigten Bands aber alle eher im Mid- bis Slow-Tempo-Bereich unterwegs sind, wird die Luft schon zum entspannt-tiefergelegten Kopfnicken reichen. Oder? ODER? Weiterlesen
Eindrucksvolles Lebenszeichen
Das norwegische Metal-Progressive-Trio Communic gehörte Mitte der Zweitausenderjahre zu meinen Lieblingen, weil sie es auf ihren in dieser Zeit erschienenen vier Alben (Conspiracy in mind, 2005, Waves of visual decay, 2006, Payment of existence, 2008, The bottom deep, 2011) schafften, ultrapräzise Härte, progressives Frickeln und unvergessliche Melodien auf konstant hohem Niveau zu mischen. Dann wurde es plötzlich still um Oddleif Stensland, Tor Atle Andersen und Erik Mortensen aus dem südnorwegischen Mandal, und es sollte bis zum Jahr 2017 dauern, bis es mit Where echoes gather endlich wieder ein Lebenszeichen zu hören gab. Und da leider auch Schreiberlinge oft länger als geplant brauchen, gibt es erst jetzt eine Rezension zu der Scheibe. Mea culpa. Aber vielleicht mache ich damit ja noch ein paar Leute auf diese großartige Band aufmerksam. Weiterlesen
Großes Abenteuer auf kleiner Bühne
Dienstagabend, das Haar sitzt, der Herr Fotograf aka Elwood und ich kämpfen uns durch die Ansammlung von Baustellen, die bei mir im Kopf immer noch Kunstpark Ost heißt (ja, ich werde alt). Nach einer mittellangen Odyssee stehen wir im Technikum – ach ja, das war ja so klein, wie gemütlich. Auf dem Programm steht die Neal Morse Band mit ihrem neuen Konzeptalbum The Great Adventure, das ich hier schon rezensiert hatte.
Aus sicherer Quelle weiß ich, dass das Album von vorne bis hinten durchgespielt wird und dann noch Zugaben folgen, ich bin gespannt und voller Vorfreude. Das Technikum ist nach kurzer Zeit gut gefüllt, aber nicht gedrängt – ich schätze das mal auf 400 Leute. Weiterlesen
Feuer, Eis und Harmoniegesang
Die drei Isländer Daniel, Gunnar und Ragnar, ursprünglich in verschiedenen Genres unterwegs, entdecken 2008 ihre gemeinsame Liebe für Gesangsharmonien – so beginnt Árstíðir (Isländisch für „Jahreszeiten“) zunächst mit Coversongs, aber bald auch mit eigenen Kompositionen. Gerade einmal vier Monate nach ihrer Gründung kann die Band bereits mit „Sunday Morning“ den ersten Nummer 1 Hit im Nationalradio verzeichnen. Dabei lässt sich Árstíðir nicht eindeutig einem Genre zuordnen – sie bewegen sich irgendwo zwischen Indie-Folk, Progressive Rock und Neo-Klassik mit gelegentlichen minimalistischen Einflüssen. Ihre frühen Songs vermitteln Eindrücke der spektakulären Landschaft und der wilden Natur ihrer vulkanischen Heimatinsel. Während einer Deutschlandtour im Jahr 2013 gelingt den Isländern mit einer spontanen Gesangseinlage in einer Bahnhofshalle ein überraschender YouTube-Hit: “Heyr himna smiður” wurde mittlerweile über sechseinhalb Millionen mal angeklickt.
Jetzt bringt Árstíðir mit Nivalis ihr viertes Album auf den Markt. Hier finden sich nun mehr elektronische Einflüsse, die sich mit den akustischen Instrumenten nahtlos verbinden. Auch die Rhythmusabteilung mit vollem Schlagzeug-Einsatz unterscheidet dieses Album von seinen Vorgängern. Die Musik wird dadurch poppiger, verliert zwar ein bisschen den früheren eigenwilligen Charme, gewinnt aber Ohrwurm-Potenzial. Weiterlesen

