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Salute, ragazze!

Die goettliche Ordnung großSchweiz, 1971: Nora Ruckstuhl ist jung, weitestgehend glücklich mit dem Schreiner Hans verheiratet und hat zwei entzückende kleine Söhne. Sie ist Hausfrau und hilft nebenher noch auf dem Hof ihres Schwagers Werner. Sie kennt kein anderes Leben, doch so langsam macht sich ein klein wenig Unzufriedenheit in ihr breit. Sie will wieder arbeiten, halbtags, in ihrem alten Beruf als Sekretärin. Hans ist jedoch strikt dagegen. Ob ihr denn die Arbeit wichtiger als die Familie sei? Wie er denn vor seinen Kollegen dastünde, wenn die Frau arbeiten gehen müsse? Und überhaupt – ohne seine Erlaubnis darf sie überhaupt keine Stelle annehmen (dieses Gesetz hat übrigens bis 1988 Bestand). Das ist für Nora eine Art Erweckungserlebnis, und sie stürzt sich in den Kampf um die bevorstehende Abstimmung zur Einführung des Frauenwahlrechts. In ihrem kleinen Ort findet sie nur in der alten Vroni, der italienischen Gastwirtin Graziella und schließlich ihrer Schwägerin Therese Verbündete, die erste große Rede vor der versammelten Dorfgemeinschaft endet desaströs. Sogar ein Großteil der Frauen ist gegen das Frauenstimmrecht, das gegen die „göttliche Ordnung“ verstoße. Doch Nora gibt nicht auf und setzt damit eine ganze Reihe von unerwarteten, schockierenden und befreienden Ereignissen in Gang … Weiterlesen

Weite Landschaften

TBOG_COVER_MINORSUN_500Zehn Jahre Bandbestehen, sechs reguläre und einige besondere Alben, unzählige umjubelte Auftritte in ganz Europa, regelmäßiger Gast auf den ganz großen Goth-Festivals – das sind die Schweizer The Beauty of Gemina um Sänger und Bandchef Michael Sele, der ursprünglich aus Liechtenstein stammt. Musikalisch festlegen will und kann man sich nicht, und das ist das Wunderbare an TBoG – mal düster-elektronisch wie noch auf den ersten Alben, mal Americana-lastig und etwas folkig wie auf Ghost Prayers oder gleich ganz akustisch wie bei dem auf CD und DVD festgehaltenen faszinierenden Auftritt im Moods in Zürich vor zwei Jahren. Überhaupt die Live-Qualitäten der Band, ein ganz eigenes Kapitel! Vor kurzem waren TBoG in München und haben ihr neues Album Minor Sun vorgestellt, ein selten intensiver Abend, der noch lange nachwirkt. Daheim kann man sich ja zum Glück alle Alben anhören, vor allem natürlich die aktuelle Veröffentlichung, die einen wieder auf eine spannende Reise durch das Gemina-Universum führt. Weiterlesen

Fünf Jahre Blasphemie am Ostersonntag

Ostersonntag in München. Die Sonne scheint zum ersten Mal seit Tagen, es weht ein laues Lüftchen, die Vögelein singen, und an der Isar tummeln sich Familien komplett mit Hund und Offroad-Kinderwagen in der fast schon ländlichen Idylle mitten in der Stadt. Klingt zum Kotzen, oder? Wie gut, dass es das Dark Easter Metal Meeting gibt! Bereits zum fünften Mal liefert Münchens eigenes grandioses Ein-Tages-Festival jedem Fan der etwas schwärzeren Spielarten der metallischen Klänge die perfekte Ausrede, sich nicht am Ostersonntagsspaziergang mit der Familie beteiligen zu müssen! Das Line-up dieses Jahr lässt keine großen Wünsche offen: Neben altbekannten Genre-Größen wie God Dethroned, The Vision Bleak und dem Headliner My Dying Bride werden (noch) nicht ganz so bekannte Acts in drei verschiedenen Konzerthallen im Backstage präsentiert. Und wie auch schon in den vergangenen Jahren macht sich das dynamische Trio Nekrist, torshammare und The Doc auf zum fast zwölfstündigen Musik-Marathon. Weiterlesen

Ursprüngliche Mystik und Brachialität aus der Schweiz

Bölzer sind DER – eigentlich schon nicht mehr – Geheimtipp des Death-Metal-Untergrunds und eines der absoluten Highlights des Dark Easter Metal Meetings 2016. Roh, intensiv, wild, mystisch – eine ganz eigene Welt kreieren die zwei Schweizer Okoi Thierry „KzR“ Jones (Gitarre, Vocals) und Fabian „HzR“ Wyrsch (Drums) mit ihrer Musik. Seit 2008 existiert das Duo, das bisher nur ein Demo (Roman Acupuncture) und zwei EPs veröffentlicht (Aura, Soma) und sich seinen exzellenten Ruf vor allem als Live-Band erspielt hat. Weiterlesen

Aufs Beste reduziert

live-at-moods-a-dark-acoustic-nightViel muss man zu The Beauty of Gemina nicht mehr sagen, seit Jahren schon sind die Schweizer fester Bestandteil der schwarzen Szene. Zuerst noch mit einem sehr düster-rockigen Sound mit elektronischen Einflüssen, wie an ihrem Hit „Suicide Landscape“ wunderbar zu hören ist, mittlerweile mit einigen Ausflügen in Folk- und Americanagefilde haben sich The Beauty of Gemina stetig weiterentwickelt. Einige alte Fans hat die Band dadurch vielleicht verloren, aber sicher auch viele neue dazugewonnen, denn die Qualität der aktuellen Veröffentlichungen (z.B. das Album Ghost Prayers) sowie der mitreißenden Live-Auftritte ist unverändert hoch. Besonders auf der Bühne und im direkten Kontakt mit den Fans entfaltet die Musik eine ganz besondere Faszination, die schon lange nach einem Live-Album verlangt hat. Weiterlesen

Die Schweizer Melodic Deather Arcturon haben den ersten Trailer zu Ihrer kommenden Jubiläums-EP Expect Us online gestellt: Weiterlesen

Baseler Metal a la Pantera

Die Baseler Formation Coilcry besteht seit fast zehn Jahren. Wenn es Black Sabbath und Led Zeppelin nicht gegeben hätte, dann würde es auch diese Band nicht geben. So steht es auf ihrer Homepage geschrieben. Als Flash Metal bezeichnen sie ihre Musik, die sie jetzt auf ihrer zweiten Scheibe Strength beyond Fear unter das Volk bringen wollen.

Packend und rhythmisch beginnt das Werk der Schweizer. Gitarren, Bass und Drums sind zunächst sehr dominant, aber sehr stimmig, und die Riffs haben es in sich. Als Alex Stimme einsetzt bin ich zunächst ein wenig überrascht, hatte ich doch gleich mit tiefen, harten Growls gerechnet. Die kommen später auch noch! Doch zunächst werden meine Ohren mit rauchigen, melodischen und rockigen Tönen verwöhnt, die jedes folgende Lied zu etwas ganz besonderem machen, auch wenn sich instrumental nicht viel verändert. Ein wenig Langeweile macht sich breit. „Wisdom tells you Lies“ holt mich aus dem Halbschlaf wieder zurück, es entwickelte sich nach mehrfachem Hören zu meinem Lieblingslied des Albums. Weiterlesen