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Buch: Neil Gaiman – Der Ozean am Ende der Straße

234 Seiten Poesie

Gaiman_Der_Ozean.indd„Als ich sieben Jahre alt wurde, kam niemand zu meiner Geburtstagsfeier.“ Das ist die erste Erinnerung, die zurückkommt, als der namenlose 49-jährige Mann in die Heimat seiner Kindheit zurückkehrt. Das Elternhaus wurde längst abgerissen, doch er fährt weiter die Straße entlang, bis hin zu einem uralten Gehöft, wo ihn die Familie seiner alten Freundin Lettie Hempstock so herzlich begrüßt wie eh und je. Um seine Gedanken zu sortieren, setzt er sich an den Ententeich, der gar kein Ententeich war – denn glaubte man Lettie Hempstock (und das tat er), dann war er ein Ozean. Und als er sich dieser Erinnerung bewusst wird, kommen auch alle anderen wieder und brechen wie die Brandung des Ozeans über ihn herein.

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Autorenportrait: Neil Gaiman

Der Herr der Träume

 

Wie oft führt man als Leseratte das übliche Gespräch über Lieblingsbücher und Lieblingsautoren, das ist nichts weiter Besonderes. „Welchen Autor magst du?“ Dann kommen die Standardantworten der modernen Fantasyliteratur: Tolkien. Rowling. Pratchett. „Und Gaiman! Ich liebe Neil Gaiman!“ Hier weicht das Gespräch vom Standard ab, indem mein Gegenüber fragt: „Wer?“ Mir entgleisen dabei vor Erstaunen die Gesichtszüge, und ich möchte mir vor Kummer die Haare raufen.
Obwohl viele seiner zahllosen Werke auf Deutsch (zumeist beim Heyne Verlag) erschienen, eine Handvoll sogar verfilmt worden sind, wird er in Buchhandlungen, Bestsellerlisten und dem gesamtdeutschen Literaturbewusstsein oft schändlich übergangen. Dabei hat sich der gebürtige Brite seinen wohlverdienten Platz ganz oben am Olymp der Fantasyautoren bereits früh erklettert:Im Jahr 1985 treffen sich zwei Männer in einem Restaurant in London. Der eine heißt Terry Pratchett, ist Autor und hat kurz zuvor sein Scheibenwelt-Debüt mit The Colour of Magic gegeben. Der andere ist ein junger Journalist und soll den aufstrebenden Autor interviewen. Sein Name? Neil Gaiman.
Ganz im Stil eines Schmalzromans müsste man diesen Moment wohl als „Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ bezeichnen, denn die beiden verstehen sich prächtig. Einige Jahre später entwickelte sich jedenfalls daraus eine
Zusammenarbeit, die den kultigsten Roman über das Ende der Welt
hervorbrachte: Ein gutes Omen (Good Omens).