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Konzert: 22./23.07.17 – XIII. Amphi Festival, Tanzbrunnen, Köln – der Samstag

IMG_9745Mein Amphi-Samstag beginnt etwas später als geplant, die wunderbaren Empathy Test und die abkühlenden Eisfabrik hätte ich gern gesehen. Oder ein bisschen Postpunk mit den Lokalmatadoren Holygram im Theater? So richtig fit bin ich allerdings erst nach dem Mittagessen und starte den Tag gleich auf der Orbit Stage, also der MS RheinEnergie, die heute wie angekündigt wieder am anderen Rheinufer liegt, aber diesmal nicht an der Hohenzollern- sondern an der Deutzer Brücke. Das ist von meinem Hotel aus sogar sehr recht komfortabel, am nahe gelegenen Heumarkt hat man eine Fülle an Essensmöglichkeiten, weshalb ich dann gestärkt um drei auf dem Schiff zu Aeon Sable aufschlage. Letzten Herbst habe ich die Band, die Gothrock der alten Sisters– und Fields-Schule wiederaufleben lässt, bereits in Deutzen auf dem NCN gesehen, da haben sie mir gut gefallen, trotz prallem Tageslicht. Heute stimmen die Lichtverhältnisse, es ist schön düster und bandeigene Strahler sorgen für großartige Lichteffekte auf der Bühne. Sänger Nino und seine Kollegen geben alles, es ist wirklich schaurig-gothisch – mir aber fast einen Tick zu betont schwer und schleppend. Ein bisschen zäh kommt es mir zeitweise vor, vielleicht bin ich aber auch nur sehr ungeduldig, weil danach Henric de la Cour auf dem Plan steht … Songs wie „Hypaerion“, „Elysion“, „Dancefloor satellite“ oder „Praying mantis“ sind definitiv Perlen des gothischen Düsterrocks, und die Band erntet den verdienten Applaus.  Weiterlesen

Unser WGT 2017 – 03.06.2017

Tius: WGT-Ansager Oliver Klein lässt es sich nicht nehmen, Soviet Soviet aus Pesaro (Italien) zu ihrem WGT-Debüt selbst anzukündigen. Das fantastische neue Album Endless wird so gut wie ganz gespielt. Ich bin überrascht, welchen brachialen Sound dieses Trio ohne Rhythmusgitarre zusammenkriegt: Der Bass wird einfach Peter-Hooke-mäßig gespielt und in den Vordergrund gemischt. Irgendwie passt Postpunk nicht ganz zu dem Batcave/Horrorpunk-Abend im Täubchenthal, wird aber sehr gut aufgenommen.
Doommetal im Schauspielhaus mit Hamferð? Was haben sich die Organisatoren dabei nur gedacht? Anscheinend nicht viel. Bratgitarren und Geklampfe wechseln sich mit klarem Gesang und Wortgekotze ab. Mal langweiliger, mal weniger langweilig, wäre im Tittendom besser aufgehoben.
Spiritual Front spielen ein akustisches Best-of-Programm. Im Hintergrund gibt‘s einen Fassbinder-Film zu sehen. Bei den Schlachthausszenen mussten viele Leute wegschauen …

Bildquelle: Metal Music Archives

Annwn bieten Songs aus dem (späten) Mittelalter, vor allem aus der sephardischen Phase. Manche Adaptionen wie „Quen a omagen“ oder „El Rey Nimrod“, mit dem das Konzert beginnt, kenne ich schon von Estampie oder Almara. Oft mit Harfe begleitet, aber immer gut gemacht, vor allem vor dem Hintergrund, wenn man so wie ich gerade vorher auf dem Moritzbastei-Mittelaltermarkt unterwegs war und unfreiwilligerweise dem unkoordinierten „Musizieren“ von „Wyrdamur“ lauschen „durfte“. „Vänner och fränder“ wird auch gespielt, kommt aber leider nicht ganz an die Versionen von Folk & Rackare oder Garmarna heran.
Im alten Landratsamt höre ich mir das Deutschlanddebüt von Nicole Sabouné an. Sehr abwechslungsreiche Songs von ihrem zweiten Album, das erst dieses Jahr außerhalb Schwedens veröffentlich wurde, eine schöne Stimme und über das Madonna-Cover „Frozen“ regt sich keiner künstlich auf. Weiterlesen

Konzert: 10.03.17 Solar Fake Acoustic – Sedated Tour, Backstage Werk, München

Ein besonderer Abend, zauberhaft und menschlich

 

Solar Fake sind eine der besten Bands im Synthie-Elektro-Bereich und vor allem auch für ihre große Fan-Nähe bekannt. Solar-Fake-Konzerte sind immer voller Energie und machen glücklich – die Mischung aus Svens Stimme, Andrés Energie, höchst tanzbaren Rhythmen und bösen Ohrwurmmelodien ist für viele unwiderstehlich. Eine ganz andere Seite der Band gibt es allerdings heute Abend zu hören: Solar Fake akustisch und mit personeller Verstärkung auf der Bühne. Etwas ganz besonderes also, das Sven und André bisher nur bei sehr ausgewählten Auftritten darboten. Jetzt gibt es eine ganze Tour mit dem tollen Akustikprogramm, in besonders schönen Locations. Dazu gehört das Backstage Werk ja nun leider nicht, aber wir werden es uns schon gemütlich machen, oder?  Weiterlesen

CD: Mono Inc. – Together till the end (Vö.: 13.01.2017)

Volle Fahrt voraus!

mono-inc-together-till-the-ende-cover_1000x1000„Wir schreiben das Jahr 1722. Donner kracht, Wellen brechen, der Himmel weint. Mit Ihrem neunten Studioalbum nehmen uns die vier Hamburger von Mono Inc. mit auf große Fahrt! Dramatik, große Melodien, kolossale Orchestrierungen und bewegende Texte begleiten das Konzeptalbum auf der tragischen Seereise über die Weltmeere und der Suche nach rettenden Ufern. Vom sicheren (Hamburger) Hafen bis zum schicksalhaften Ende.“ Mit diesen Worten kündigen NoCut das neue Werk von Mono Inc. an und geben uns ein Gefühl dafür, was uns auf dem neuen Album erwarten wird. Das dazu passende sehr gelungene Cover macht neugierig. Aber wohin führt der Weg? Eine Runde mit dem Traumschiff oder auf abenteuerliche Fahrt mit Captain Sparrow? Wir werden sehen …

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Konzert: 25.-26. Juli 2015 – XI. Amphi Festival, Köln – Tag 2

img_8294Der zweite Festivaltag beginnt bedeutend entspannter und freundlicher. Die Sonne scheint, das ganze Gelände kann genutzt werden, beide Außenbühnen sind ab Mittag in Betrieb ([:SITD:] eröffnen schon um halb elf den Tag in der Halle), die Händler- und Futtermeile kann endlich in Augenschein genommen werden. Schon fühlt man sich viel eher wie auf einem Festival und nicht nur auf einem langen Konzerttag, und die gestern noch deprimierende Betonwüste um die Arena herum erscheint schon viel freundlicher. Weiterlesen

Konzert: 25.-26. Juli 2015, XI. Amphi Festival, Köln – Tag 1

Vom Winde verweht

img_8232Sommerzeit, Festivalzeit, und da ist das Amphi in Köln immer ein Jahreshighlight. Dieses Mal sollte sich einiges ändern: Das gewohnte Gelände am Tanzbrunnen steht nicht mehr zur Verfügung (das Staatenhaus wird umgebaut und war sowieso eine klimatische und bauliche Zumutung), die Veranstalter mussten sich also eine neue Bleibe fürs Amphi suchen. Da das neue Gelände genauso zentral und mindestens so groß sein sollte wie die alte Heimat, gab es da nicht so arg viel Auswahl. Man hat sich schließlich für die bis zu 20.000 Besucher fassende Eishockey- und Konzerthalle Lanxess Arena entschieden, zusätzlich zu einem großzügigen Außenbereich mit zwei weiteren Bühnen. Gute Erreichbarkeit mit den Öffentlichen und zu Fuß auf der Deutzer Rheinseite von Köln, große Parkhäuser und viel Platz – die Beweggründe sind gut nachvollziehbar, skeptisch waren im Vorfeld jedoch viele Besucher. Da half nur der Praxistest – und natürlich wollte ich mir ein liebgewonnenes Festival nicht entgehen lassen. Weiterlesen

CD: VNV Nation – Transnational (VÖ: 11.10.2013)

Never change a winning sound?

vnvWenige Wochen nach den schwedischen Futurepoppern Covenant hat nun mit VNV Nation eine weitere Speerspitze des Genres ein neues Album veröffentlicht. Transnational heißt es und steht seit dem 11.10. in den Läden – eine Woche später übrigens als ursprünglich angekündigt, weil Mastermind Ronan Harris die Vocals für einen Track noch einmal neu aufnehmen musste, und zwar auf dem Kreuzfahrtschiff während der „Gothic Cruise“, wie er im Rahmen seines Konzerts am 05.10. im Münchner Backstage erzählte.

Dies jedoch nur als Kuriosum am Rande – was aber erwartet den geneigten Hörer nun auf Transnational? Weiterlesen

Konzert: 05.10.2013 VNV Nation, Backstage Werk

Schweißtreibender Abend

Wie heißt es so schön: Alle Jahre wieder. Nun gut, nicht ganz, denn VNV Nation waren das letzten Mal 2011 in München zu Gast. Und wie es sich gehört, kamen sie wieder pünktlich zum Oktoberfest. Für viele ist es zum Ritual geworden, die Konzerte der Band zu besuchen, und so war es auch nicht verwunderlich, dass es ein paar Tage vor Beginn fast keine Karten mehr zu kaufen gab. Gespannt waren sicherlich viele auf die Stücke des neuen Albums Transnational. Leider konnte man sich nicht schon vorab darauf einstimmen, denn die Veröffentlichung musste auf den 11.10.2013 verschoben werden.
Das Backstage Werk füllte sich zusehends. Die guten Tribünenplätze waren schnell vergeben, die ersten Reihen vor der Bühne schnell gefüllt. Krischan von Rotersand versorgte als DJ die wartende Meute bis zum Auftritt mit elektronischen Klängen, die sofort ins Tanzbein gingen. Gegen 21 Uhr erloschen dann die Lichter, und ab da hieß es: Platz ja nicht verlassen und die Show genießen.

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