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Synthesen

Ein bisschen ist es ja ein zweites Jubiläumsalbum, oder man könnte diesen Eindruck haben: Zehn Jahre musikalischer Output von Phasenmensch, Material von fünf Alben, zuletzt das 2019 erschienene Haunted (The gentle indifference of the world) (Review), wurde für dieses Remix-Album von einer Schar Mitmusiker*innen umgeschrieben, umgespielt und gefeiert. Über zwanzig Titel, über zwei Stunden Spielzeit, da muss man gar nicht erst versuchen, einen Track-by-track-Durchgang zu schreiben. Darum zuerst nur kurz die Zahlen: Von den 22 Titeln sind 21 Remixe, 20 davon von Kolleg*innen unterschiedlicher musikalischer Ausrichtung, einer ist ein Eigen-Rework in bewährter Zusammenarbeit mit ICD-10. Dazu kommt als Opener ein neuer Track, der in Zusammenarbeit mit Antoine Saint-Martin entstanden ist. Und ich bin froh, dem Einzeldurchgang schon durch diese schiere Fülle von der Schippe zu springen; er könnte einem Album ohnehin nicht gerecht werden, bei dem die Beziehung der Stücke zueinander und zum jeweiligen Original fast ebenso tragend ist wie die musikalische Qualität der einzelnen Tracks.
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Klanggewordene Stille

phasenmensch_haunted_coverZehn Jahre Phasenmensch: Seit 2009 erkundet Wolfram Bange mit diesem Projekt den Bereich zwischen Industrial, Rhythm&Noise, Downbeat und Dark Ambient, mal allein, oft in Kollaborationen. Mit den Kollegen von ICD-10 und dem 2017 gemeinsam veröffentlichten Divinity/Unity/Nothingness war er vor Kurzem in München zu Gast (zum Konzertbericht hier entlang), zugleich konnte der Release des Phasenmensch-Jubiläum-Solo-Albums Haunted [The gentle indifference of the world] gefeiert werden. Mit Ine-San und Ein Profil haben auch hier Gastmusiker Sounds und Ideen beigesteuert, allerdings nur bei einem bzw. zwei Tracks.
Zehn Jahre Phasenmensch sind mehr als „nur“ zehn Jahre des Entwickelns und Auslotens eines eigenen musikalischen Stils, der auf dem Jubiläumsalbum entsprechend rund und vollkommen konsequent wirkt, als sei er schon immer so da gewesen. Die Musik ist hier Hauptträger eines intermedialen Ansatzes, dessen inhaltliches Anliegen sehr tief geht, einer intensiven Beschäftigung mit Nihilismus und buddhistischer Philosophie, die in Klänge, Rhythmus und Zeit, Textfragmente, Bilder gefasst wird. Die Tracklist sagt es explizit: Haunted ist, mehr noch als seine Vorgänger, eine Einladung, mit auf eine Wanderung zu gehen, die vor allem nach innen führt.

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The sound of noise

Seit der ersten Party im Januar 2017 ist die Dark Infection zu einer liebgewonnenen Einrichtung im Münchner Veranstaltungskalender geworden, bedient sie doch die etwas extremeren elektronischen Geschmäcker, die auf „normalen“ schwarzen Partys oft nicht oder nur sehr wenig berücksichtigt werden können. Hier darf es rumsen, wummern und scheppern, was die Anlage so hergibt, und nach Hause gegangen wird erst, wenn die Socken in den Schuhen qualmen. Dafür hat bisher immer zuverlässig Udo Wiessmann (Winterkälte, Hands) in Kombi mit DJ Mephi gesorgt, heute wird uns DJ Hells aus Leipzig (auch als Sans-Fin auf dem Hands-Label vertreten) an seiner Stelle einheizen; natürlich wieder mit DJ Mephi zusammen. Nach der letztjährigen Konzertpremiere auf der Dark Infection (Winterkälte und PAL) wird es auch heute wieder zwei Live-Acts für die nach rhythmischem Lärm ausgehungerte Meute geben: Phasenmensch + ICD-10 und Proyecto Mirage. Weiterlesen