Buch: Tobias Keller – Morgens leerer, abends voller

Was nicht alles falsch laufen kann

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Tobias Keller, geboren 1989, studierte Deutsch und Pädagogik auf Lehramt, Morgens leerer, abends voller ist sein erstes Buch. In diesem erzählt er von Fabian Dreher, der Lehrer wurde, weil er dachte, dass der Job ganz entspannt wäre: bis zum Nachmittag etwas unterrichten, dann Freizeit, und die Ferien hat man dann ja eh Urlaub. Und so führt er sein Leben auch: unter der Woche abends mit den Kumpels saufen und dann verschlafen in der Schule hocken, wirklich unterrichten wird überbewertet, und beim Elternabend kann man nebenbei seine perfekte Nationalmannschaft aufstellen. Doch dann stellt Herr Direktor Kaiser ihm ein Limit, der Jahrgangsstufentest seiner neunten Klasse muss gut ausfallen. Damit rückt die Verbeamtung in weite Ferne, denn die Neunte ist wirklich nicht besonders gut, und dann schließt er auch noch eine Wette über diesen Test mit einem verhassten Kollegen ab, er muss also einfach gut ausfallen. Mit den Kumpels werden also abstruse Pläne geschmiedet, wie seine Schüler besser werden können. Und zu allem Übel kommt auch noch seine Freundin als militante Tierschützerin und Vegetarierin früher als erwartet aus dem Ausland zurück, noch dazu will sie ihm diesen Lebensstil auch aufzwingen.

Das Buch ist recht kurzweilig geschrieben, perfekt um mal zwischendurch ein bisschen zu lesen. Das Ende gefiel mir auch sehr gut, das weiterlesen hat sich also gelohnt.
Allerdings haben mir die vielen Klischees etwas missfallen, der faule Lehrer als erstes und dann die größtenteils ausländischen Schüler, die nur in ihrer Jugendsprache reden und keinen korrekten deutschen Satz rausbringen. Wem das aber nicht zu sauer aufstößt, der hat eine nette Unterhaltung mit diesem Buch.

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Tobias Keller: Morgens Lehrer, abends voller
dtv, 22.01.2016
330 Seiten
9,95 €

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