Unser WGT 2018: Donnerstag, 17. Mai

Unsere Forumsmitglieder und Webzine-Mitarbeiter/innen Ankalætha, littlenightbird, Mrs.Hyde, Phoebe und torshammare waren beim WGT 2018 und haben uns und euch ihre Erlebnisse und Eindrücke zu den verschiedenen Bands u.a. aufgeschrieben. Im Namen der Redaktion von SchwarzesBayern sage ich vielen Dank für eure Mühe, die Bilder und die Kooperationsbereitschaft! Aber jetzt lasse ich die Berichte für sich sprechen:

torshammare:

Die langen Monate des Wartens und der Vorfreude sind vorbei, am Donnerstag geht es wieder ins gelobte Land, sprich nach Leipzig. Das 27. WGT steht vor der Tür, die ersten Nervenzusammenbrüche wegen Bandüberschneidungen hatte man auch schon, der Zug füllt sich immer mehr mit aufgeregt schnatternden Gothen, die Konzertpläne und Outfits diskutieren, und in Leipzig angekommen laufen einem schon die ersten Reifrockdamen entgegen. Das alljährliche Familientreffen kann beginnen!

20180517_235638Nach der Anreise über die wirklich schön schnelle neue Bahnverbindung nach Leipzig geht es erst einmal in die Ferienwohnung (die lange Schlange an der Bändchenausgabe vor dem Hbf schreckt auch zu sehr ab), Gepäck abladen und Mitbewohnerinnen begrüßen, später dann einkaufen, was essen und überhaupt erst mal ankommen. Den Abend verbringe ich mit Mitbewohnerin 1 (unsere norwegische Korrespondentin Ankalætha) in der Moritzbastei, wo sich die Bändchenabholung auch maximal stressfrei gestaltet – es gibt zwar keine Programme mehr, aber dafür steht auch niemand an. Die MB selbst ist wie immer heillos überfüllt, die ungefähre Angabe „Ja, wir sitzen unten irgendwo“ führt aber irgendwann doch zu den Freunden, mit denen wir verabredet sind. Als unsere Gruppe dann immer größer und es immer schwieriger wird, sich zu unterhalten, seile ich mich ab und schaue mal, was die All Stars so in der Konzerttonne treiben. Ich erwische leider nur noch die letzten Darbietungen (ein erstaunlich gutes Elektro-Cover von „Jolene“ und einen Eurodance-Heuler aus den Neunzigern), aber der guten Stimmung nach zu urteilen, hatte das Publikum auch vorher schon Spaß. Die große Party spare ich mir dann, weil es mir überall zu voll ist, und fahre nach Mitternacht in die Wohnung zurück – es liegen ja noch diverse Festivaltage vor mir, für die Schlaf ganz nützlich sein könnte.

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Phoebe:

Ich läute das diesjährige WGT gemütlich mit Freunden auf der Gothic Pogo Party im Werk 2 ein. Eine Zeitlang frage ich mich, was die Barbie-Girl-mäßige Musik soll, bis plötzlich die ersten Klänge von Clash ertönen: Should I stay or should I go? – Ja, jetzt natürlich bleiben! Und tanzen!

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Mrs.Hyde:

Wir brechen schon früh auf, um in Leipzig noch Second-Hand-Läden durchstöbern zu können. Ich freue mich über eine original 80er-Jahre-Bluse, schwarz-weiß gestreift mit Fledermausärmeln und Schulterpolstern. Dann geht es weiter zum Bahnhofsvorplatz, wo die Schlange am linken Container der Bändchen-Ausgabe einmal durch den Park reicht. Uns ist das egal, denn wir gehen zum rechten Container mit der Wrist-Bands-Ausgabe, wo nur zwanzig Leute anstehen. Seltsam, dass uns das keiner nachmacht. Den Abend lassen wir traditionell mit Freunden in der Küche ausklingen.

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littlenightbird:

Hier mein versprochener Bericht vom Wave-Gotik-Treffen 2018: Wobei es für mich eher ein „Wave-Gotik-Verpassen“ war, das schon auf der Autobahn begann, da die drei PKWs mit Freunden diesmal nicht zeitgleich losgekommen sind und uns mit einer halben bis ganzen Stunde Abstand folgten, die leider zu groß war, um an den Raststätten (wie sonst üblich) aufeinander zu warten. Mein Freund drängte nach Leipzig. Ich hatte auch noch die Karten für zwei Freunde im Gepäck, die ich dann auch erst in Leipzig treffen musste. Auch an der Moritzbastei ging‘s dann weiter mit dem „Verpassen“ beim Bändchen abholen, da wiederum die ersten Freunde gerade damit fertig waren, als wir uns anzustellen begannen und sie nicht mehr oben im Freien auf uns warteten. Als wir dann die heiligen Gewölbe der MoBa endlich betreten konnten, musste ich wiederum auf die Nachzügler warten, die ihre Karten in Empfang nehmen wollten … und so ging das noch ein paarmal weiter. SITD habe ich verpaßt, Death in Rome fast … aber der Reihe nach. Wir verbringen die ersten Stunden des WGT in der Moritzbastei, bevor uns ein DJ aus den betischten und bestuhlten Gewölben abrupt vertreibt.

Am Donnerstagabend sind wir im Felsenkeller und lauschen Thorofon. Eine nette Location, wenn nur der Krach nicht gewesen wäre. Ich muss gestehen, mangels Alternative haben wir uns dort getroffen, aber mich befremden die hektischen Gebaren des glatzköpfigen Mannes in Weiß auf der Bühne eher, und mir gefällt seine Art der Kontaktaufnahme mit dem Publikum auch nicht. Aber gut, ich bin ja nicht als Fan hier, sondern wir wollen nur einen netten Abend verbringen. Und der Felsenkeller wäre eigentlich ganz schön, wenn es nur im Hauptsaal nicht so heiß wäre und die Toiletten in einem gepflegteren Zustand wären.

© Thorofon-FB

© Thorofon-FB

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Ankalætha:

Im Vergleich zu den Vorjahren reise ich diesmal relativ früh am Tag nach Leipzig – so früh, dass nicht nur Leipzig noch gar nicht so arg schwarz ist, als ich ankomme, sondern ich auch als erstes Mitglied unserer WGT-WG vor Ort bin. Das bedeutet, ich darf den Schlüssel zur Ferienwohnung abholen und dabei gleich mal feststellen, dass es in Leipzig tatsächlich immer viel wärmer ist, als der Wetterbericht behauptet. Besonders, wenn man einen 20 kg schweren Rollkoffer hinter sich her übers holprige Gehsteigpflaster zerrt. Dementsprechend gebe ich meinen ursprünglichen Plan, gleich noch eine Runde durch die regulären schwarzen Shops zu drehen, um mir eine Jacke zu kaufen, gleich wieder auf. Wer braucht denn schon eine Jacke? Oder noch mehr Gepäck …
Auch die Pläne für den Abend unterliegen – typisch für mich auf dem WGT – einer konstanten Anpassung an die eigene Faulheit: Eigentlich möchte ich gerne in die Absintherie Sixtina zur „Lovecraft vs. Poe”-Gedichtelesung, aber dann wird es irgendwie immer später, und ich beschließe, doch lieber gleich mit zur Moritzbastei zu fahren. Hier können wir ohne jede Wartezeit die Bändchen abholen, draußen ist es – bei jetzt doch etwas frischeren Temperaturen – relativ leer, dafür aber unten umso voller. Dank der Ortskenntnis von torshammare gehe ich glücklicherweise nicht im Gewühl verloren, sondern finde erstaunlicherweise sogar relativ rasch die Freunde, mit denen wir verabredet sind, bei einer der Bars. Da bleibe ich auch, als torshammare sich verabschiedet, bis ich nicht nur jegliches stattfindende Programm, sondern auch die letzte Tram nach Hause verpasst habe. Also laufe ich dann nachts um halb drei die zwei Kilometer zu Fuß nach Hause – bei trockenem und nicht zu kaltem Wetter keine schlechte Art, wieder „runterzukommen” nach dem sehr lustigen und lauten Abend.

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