Botanischer Garten München: Sonderausstellung „Tropische Schmetterlinge“

Alle Jahre wieder … kommen die Schmetterlinge!

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Der Botanische Garten München feierte 2014 seinen 100. Geburtstag. Man sieht, dass die Mauer, der Eingang sowie die Gewächshäuser alt sind, das ist imposant. Schon der Zugang zu diesen und die Kasse sehen irgendwie altertümlich aber gemütlich aus. Momentan, also im Winter, blüht kaum etwas, und noch dazu ist alles mit dickem „Zuckerguss“ überzogen, man kann natürlich von den Außenanlagen nicht so viel sehen, aber unser Ziel sind ohnehin die Gewächshäuser. Denn seit Freitag, 19. Dezember 2014, wird im Wasserpflanzenhaus wieder die Ausstellung „Tropische Schmetterlinge“ gezeigt: Bis Sonntag, 22. März 2015, fliegen dort tropische Schmetterlinge frei herum.

Öffnet man die Tür zu diesem Gewächshaus geht man erst noch durch eine Plastikvorhangschleuse, damit auch wirklich während des Öffnens der Tür kein Viecherl nach draußen gelangt. Ist man dann drin – vielleicht auch noch das erste Mal – ist man erstmal überrascht von so viel Schönheit und Lieblichkeit: Wann sieht man heutzutage in einer Stadt noch Schmetterlinge, noch dazu in diesen Farben und Formen? Man duckt sich unwillkürlich, denn dort am Eingang schwirren sie einem regelrecht um den Kopf.

Links vom Eingang ist ein Stück Holz aufgehängt, an dem mit Stecknadeln Schmetterlingspuppen angebracht sind, nach dem Schlüpfen hängen dort dann die leeren Larven. Laufend schlüpfen Schmetterlinge, ungefähr 400 Stück entpuppen sich gerade oder schwirren schon herum. Da die Lebensdauer nicht so lang ist, kommt ungefähr alle zwei Wochen Nachschub in Form von Schmetterlingspuppen von den Farmen, mit denen der Botanische Garten seit ca. zehn Jahren zusammenarbeitet.

Es wird mit wenigen gut integrierten Schautafeln unterhaltsam und gar nicht mit dem Zeigefinger erklärt, woher die Schmetterlinge stammen, wie lang die Lebensdauer ist und wie man mit ihnen hier umgehen soll, zum Beispiel sollen sie nicht berührt werden, denn wenn sie wollen, kommen sie schon von selbst. Das stimmt, ich habe etliche Leute, vor allem Kinder – die trauen sich noch – mit einem Schmetterling auf dem Finger oder Handrücken gesehen.

Man kann diese Artenvielfalt gar nicht richtig fassen. Manche der schönen Tiere sitzen auf Blättern, manche auf kleinen Tellern mit Obst, andere „tarnen sich“ an Pflanzen- oder Baumstielen, und man sieht sie erst beim zweiten Hinsehen.

Immer und immer wieder geht man reihum und bestaunt die Schmetterlinge. Gerade wenn man eine Kamera dabei hat, hofft man wieder und wieder doch vielleicht noch diesen Schmetterling oder vielleicht jenen noch schöner ablichten zu können.

Ein kleiner Junge von vielleicht fünf Jahren war so begeistert, dass er mich ansprechen musste: „Schau, der Schmetterling hat gerade drei Eier auf das Blatt gelegt!“. Ein älterer Herr hantiert andächtig mit seiner Digitalkamera.

Dieses Erlebnis ist ein Anreiz, sich mit einer komplizierten Kamera auseinanderzusetzen, es ist ein wunderschönes Erlebnis für Groß und Klein, Naturliebhaber und Fotografier-Fans, für das der Eintritt von 5 Euro (regulär) nicht zu viel ist.

Die Besichtigung der anderen Gewächshäuser, wie das Orchideenhaus, das Mexikohaus oder der Grüne Saal, in dem wechselnde Ausstellungen stattfinden, ist darin eingeschlossen. Anschließend könnte man in dem gleich im Garten der Anlage angrenzenden wunderhübschen Café einkehren, dieses ist allerdings momentan wegen Renovierung bis Ostern geschlossen.

Homepage Botanischer Garten

Zum 100. Geburtstag:
Ein Gewächshaus vor exakt 100 Jahren.
Happy Birthday!

 

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