Freddie ist immer noch überall

C) Heyne Hardcore

Freddie Mercury, diese schillernde, exzentrische, aber auch schüchterne und bescheidene Person kennt fast jeder, vielleicht auch aus dem exzellenten Film von 2018 (Bohemian Rhapsody), in dem sein Leben beleuchtet wurde. Leider kamen seine Jahre in München, von 1979 bis 1985, dabei viel zu kurz. Der Literatur-, Musikkritiker und Buchautor Nicola Bardola begab sich in München akribisch auf Spurensuche. Herausgekommen ist dabei ein umfassendes Porträt von Freddie Mercurys Münchner Jahren. Freddie hat in München einen Ort gefunden, an dem er sich unauffällig bewegen konnte. Er liebte München, und er war hier sehr viel unterwegs.

Nicola Bardola zeigt uns in gut zwei Stunden einige Lieblingsecken von Freddie, Orte, die für ihn besonders wichtig waren, an denen er intensive Freundschaften pflegte, Liebesbeziehungen oder auch einfach ungehemmten Spaß haben konnte, ohne sofort erkannt zu werden. Uns werden verschiedene Lokalitäten gezeigt, in denen immer noch Fotos von Freddie oder seiner Freundin Barbara Valentin hängen, selbst wenn das Personal ihn gar nicht mehr persönlich kannte. Wir sehen, wo er wohnte oder zumindest zeitweise residierte, wie er seine Freizeit verbrachte, und wo er sich fallen lassen konnte, wenn er nach durchtanzter und durchfeierter Nacht nicht mehr nach Hause fahren wollte. In der Tanzbar Paradiso – im ehemaligen Mrs. Henderson – ist das weltberühmte Video „Living on my own“ entstanden, gedreht 1985 an Freddies 39. Geburtstag. Rein gar nichts erinnert von außen daran. Der Fan fragt sich, ob es denn wirklich nicht machbar ist, dass man dort eine kleine Tafel anbringt? Sollte das – sehr schöne – Pissoir am Holzplatz mit seinem Graffiti-Konterfei die einzige öffentliche Erinnerung an ihn sein, abgesehen von einer frisch eingeweihten Straße, weit weg von seiner Lieblingsmeile, dem Glockenbachviertel?
Die kleine Gruppe lässt den Abend ausklingen mit diesen und jenen Anekdoten, mit Bier, Weinschorle und Flammkuchen. Freddie Mercury war oft hier, im Heiliggeiststüberl, doch selbst das gibt es in der damaligen Form nicht mehr. Wie witzig, dass zumindest heute Abend hier gerade „Living on my own“ gespielt wird!
Freddie hat so viele Spuren hinterlassen, es gilt sie zu finden und zu bewahren. Mit dem neuen Buch und der darin enthaltenen Karte ist das möglich.  Nicola Bardola hat bereits Bücher über Yoko Ono, John Lennon und Ringo Starr geschrieben. Auch bei Freddie Mercury erweist er sich als wahrer Kenner. Das Buch, Mercury in München – Seine besten Jahre, erscheint am Montag, 20.09.2021, 14 Tage nach seinem 75. Geburtstag.

Herzlichen Dank an Heyne Hardcore und vor allem Sabine Werbel für die tolle Organisation und die Gelegenheit, an diesem Abend mit dabei sein zu dürfen. Danke an Nicola Bardola für sein Wissen und seine Bereitschaft, dieses allzu gerne mit uns zu teilen.

HP Nicola Bardola

Heyne Hardcore

 

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