Too Much Future
Während für die Punks im Westen das berühmte „No Future“ der maßgebende Schlachtruf war, weil sie durch die vorherrschende Massenarbeitslosigkeit und den Ausbildungsplatzmangel sowie einen drohenden Atomkrieg keine Perspektive sahen, hieß es für die Punks im Osten in der damaligen DDR dagegen „Too Much Future“, weil das gesamte Leben durch die verschiedenen Staatsorgane bereits vorausgeplant war. Freie Entfaltung und Selbstbestimmung waren kaum möglich. Die Unzufriedenheit und der Frust der Jugendlichen war ein idealer Nährboden für die Saat des Punk, die schließlich das verhasste DDR-Regime zu Fall bringen sollte.
In weitestmöglich chronologischer Reihenfolge berichtet Tim Mohr in Stirb nicht im Warteraum der Zukunft, wie es dazu kam. Durch Schicksale von Einzelpersonen und vielen großen und kleinen Ereignissen wird dieser wenig beachtete Teil der deutschen Geschichte lebendig. Er reicht von den Anfängen der Punkzeit bis in die 2000er Jahre hinein, weil Ostpunks nach dem Fall der Mauer das Gesicht Berlins und dessen Clublandschaft nachhaltig prägen. Das Berghain ist bis heute einer der berühmtesten Clubs weltweit. Weiterlesen


Trotz bislang vier veröffentlichen Alben sind mir The Stompcrash auf dem Sampler This is Gothic Rock Vol1 das erste Mal bewusst begegnet, daher bin ich nun gespannt auf das aktuelle Album Swear by the moon. Das Mailänder Quartett hat sich düsterer und melancholischer Musik verschrieben und bezieht einen nicht geringen Teil der Inspiration aus den Werken von Kafka, Poe und Lovecraft. Auch auf den Bandfotos zeigen sich The Stompcrash geprägt vom klassischen Gothic-Stil der viktorianischen Ära.
Jason ist Physikprofessor an einem kleinen College in Chicago. Seine vielversprechende Karriere als Atomphysiker hat er an den Nagel gehängt, um sich ganz seiner Familie zu widmen: Frau Daniela, Künstlerin, und Teenager Charlie. Sein Leben ist nicht außergewöhnlich, aber er fühlt sich wohl damit. Dennoch zwickt es manchmal, und er denkt darüber nach, ob er und Daniela es wohl zu Erfolg hätten bringen können, wenn sie sich damals für ihre Karrieren entschieden hätten. Doch wie man so schön sagt: Man sollte mit seinen Wünschen vorsichtig sein, denn eines Abends wird Jason entführt, unter Drogen gesetzt und in einem alten Fabrikgebäude abgelegt. Als er aufwacht, befindet er sich in einem Labortrakt, den er noch nie gesehen hat – doch die Menschen dort kennen ihn und gratulieren ihm zum gelungenen Experiment. Verwirrt und verstört flieht er nach Hause – doch das Haus, zu dem sein Schlüssel passt, ist nicht seines und von seiner Familie fehlt jede Spur. Erst langsam dämmert Jason, dass er sich in einer parallelen Realität befindet, und dass er seine geliebte Frau womöglich nie wiedersehen wird.


Das Plattencover von Second Still ist eines derjenigen, die man sieht und quasi sofort weiß, da ist richtig gute Musik aus dem Gothic-Bereich drin. Was verbirgt sich also dahinter? Second Still sind eine klassische Dreierbesetzung aus Los Angeles in Kalifornien. Aber Moment mal, Kalifornien? Sommer, Sonne, Strand und Gothic – kann das gutgehen? Warum nicht, schließlich stammen auch Legenden wie Christian Death und 45Grave aus der Gegend.